5 Fragen an… Anja Graf von ContiTech

Gespräch über Engineering Green Value, Clean Thinking und Ressourcenschonung.

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Cleantech News / Hannover. Die ContiTech AG hat sich in den vergangenen Jahrzehnten grundlegend dem „Clean Thinking“-Gedanken im Sinne von nachhaltiger Produktion und der Beachtung des Umwelttschutzes verschrieben. Dabei setzt das Technologieunternehmen auf fünf Werte für profitables Wachstum, wie Kommunikationsleitern Anja Graf im CleanThinking.de-Interview erläutert:

  • Wir schaffen Werte durch profitables Wachstum.
  • Wir fördern und entwickeln unsere Mitarbeiter.
  • Wir gestalten ein gutes Stück Zukunft mit unseren Partnern in Industrie und Handel.
  • Wir schaffen grüne Werte durch den Einsatz unserer Werkstoffe und bauen weltweit Märkte aus.
  • Wir greifen auf die Kompetenzen und die Programme unseres Mutterkonzerns Continental zurück und unterstützen damit die Continental AG bei der Erreichung ihrer Ziele.
Dabei steht der Leitgedanke „Engineering Green Value“ stets im Mittelpunkt – wo sich das ganz praktisch zeigt, verrät Anja Graf im Interview.
CleanThinking.de: ContiTech hat sich unter „Engineering Green Value“ und dem Nachhaltigkeitsportal stark den sauberen Technologien verschrieben: Was bedeutet für Sie „Clean Thinking“ im unternehmerischen Alltag, Frau Graf?

Anja Graf: Der Leitgedanke ‚Engineering Green Value‘ steht für unser besonderes Engagement und die besondere technologische Expertise bei der Entwicklung und der Anwendung unserer ContiTech Produkte. Immer geht es uns bei der Entwicklung unserer Produkte auch um Umwelt- und Klimaschutz, um eine nachhaltige Wirtschaftstätigkeit zum Wohle der Generationen von heute und morgen. Für uns heißt Clean Thinking, einen Beitrag zur Balance der Interessen von Unternehmen, Menschen und Umwelt zu leisten. Denn was uns heute und in der Zukunft treibt, ist das Bestreben, echte Mehrwerte zu schaffen und dabei verantwortungsvoll zu agieren. Mit dem Ziel, ContiTech auf lange Sicht gut gerüstet für die Herausforderungen der Zukunft aufzustellen.

CleanThinking.de: In Ihrer Publikation ‚Engineering Green Value‘ bilden die ‚Green Stories‘ den Schwerpunkt. Was hat es damit auf sich?

Anja Graf: Diese ‚Green Stories‘ sind sehr konkrete Beispiele für das Engagement der ContiTech als Cleantech-Unternehmen. Wir beschreiben wie wir vorausschauende Produktentwicklung betreiben, wie wir durch geeignete Maßnahmen die Belastungen für Mensch und Umwelt so gering wie möglich halten und welches Produkt so einen Beitrag leisten kann, wenn es um Ressourcenschonung, Umwelt-, Klima-, oder Arbeitsschutz geht.

Wir setzen zunehmend nachwachsende Rohstoffe ein, um endliche Ressourcen zu schonen oder wir arbeiten daran, den Verbrauch von Energie und die Freisetzung von Stoffen in die Umwelt zu verringern. Eine ‚Green Story‘ stellt zum Beispiel das neue, flexible Isoliermaterial Conti® Thermo-Protect dar. Mit diesem weltweit einmaligen Material können Industrieanlagen erstmals vollständig isoliert und 70 Prozent Energie eingespart werden.

CleanThinking.de: ContiTech wird oft als Automobilzulieferer wahrgenommen. So stel-len Sie Oberflächenmaterialien für Innenräume her, die schadstofffrei seien sollen. Bei welchem Ihrer Produkte gab es in der jüngsten Ver-gangenheit den größten ‚Sprung‘ im Hinblick auf Nachhaltigkeit?

Anja Graf: Sparsame, umwelt- und klimafreundliche Autos sind gefragt – und sind eine besondere Herausforderung für die Hersteller. Denn umweltschonende Fahrzeuge stellen hohe Ansprüche an Material und Technologie. Mit ressourcenschonenden Oberflächenmaterialien für den Fahrzeuginnenraum bringt der ContiTech Geschäftsbereich Benecke-Kaliko Qualität, Komfort und Nachhaltigkeit bei der Innenraumgestaltung in Einklang. So ist das extrem emissionsarme Bezugsmaterial Acella® Eco Green äußerst hautschonend, kontaktallergenfrei und umweltschonend. Dies ist eine besonders wichtige Innovation im Hinblick auf gesundes Innenraumklima.

Neben dem Automobilsektor ist ContiTech aber auch mit fast gleichgroßem Anteil in vielen anderen industriellen Bereichen tätig: Regenerative Energiewirtschaft, Bus- und Lkw-Industrie, Schienenverkehr, Druckindustrie, Maschinen- und Anlagenbau, Bergbau, Rohstoffförderung, Schifffahrt oder Agrarwirtschaft. In jedem dieser Bereiche gab es in der jüngsten Vergangenheit herausragende Entwicklungen. Mit Luftfedersystemen für Züge, U-Bahnen, Busse oder städtische Seilbahnen sorgen wir für nachhaltige und sichere Mobilität in und zwischen den Megastädten dieser Erde.

Kolkschutzmatten für Offshore-Windkraftanlagen

Mit unseren klimaneutralen Drucktüchern helfen wir Druckereien, die Produktion von Printmedien umweltschonend zu gestalten. Bei der Gewinnung, Aufbereitung und Verteilung von Trinkwasser sind international bedeutsame Herausforderungen zu lösen. Auch hier engagiert sich ContiTech seit geraumer Zeit, um für die Umweltindustrie neue Technologien bereit zu halten. Darüber hinaus gehören Lösungen für den Küstenschutz zu unserem Portfolio. Für eine effiziente und dauerhafte Energiegewinnung bleiben Offshore-Windkraftanlagen mit unseren Kolkschutzmatten standfest auf hoher See.

Förderbandanlagen mit unseren energieeffizienten Deckplatten transportieren Rohstoffe besonders umwelt- und klimafreundlich. Rund 30 Prozent Energie hilft dieser neue Fördergurt von ContiTech einzusparen. Bei einer Gurtanlage von 5.000 Meter Länge und 30.000 Tonnen Förderkapazität pro Stunde ergibt sich eine Einsparung von 8.900 Tonnen CO2 pro Jahr. Die eingesparte Energie entspricht etwa dem Bedarf von 6.500 privaten Haushalten. Und so kann ich noch viele Beispiele aufzählen.

CleanThinking.de: Wie Sie in Ihrem Eingangsstatement sagten, gehört zu einem nach-haltigen Unternehmen mehr als praktizierter Umweltschutz. Welche Auswirkungen hat ‚Engineering Green Value‘ auf Ihre Mitarbeiter weltweit?

Anja Graf: Personalarbeit hat bei ContiTech traditionell einen hohen Stellenwert und ist von dem Grundverständnis getragen, dass unsere weltweit 27.250 Mitarbeiter mit ihren Qualifikationen, Talenten und ihrer Motivation der Ausgangspunkt des Unternehmenserfolgs sind. Einen zentralen Stellenwert nimmt daher auch die nachhaltige Förderung der Potenziale unserer Mitarbeiter ein. Hierzu zählen für uns die feste Verankerung von Nachfolgeplanung und Qualifizierung in einen Personalentwicklungsansatz sowie die Weiterentwicklung der Vergütungssysteme und Sozialleistungen.

Ebenso ist für uns ein umfassendes Gesundheitsmanagement selbstverständlich. Hierunter fallen insbesondere unsere Anstrengungen in der ergonomischen und altersgerechten Gestaltung unserer Arbeitssysteme. So sind beispielsweise am ContiTech Standort Waltershausen bereits mehr als 70 Prozent aller Produktions-Arbeitsplätze altersgerecht.

CleanThinking.de: Sie sprachen vorhin die klimaneutrale Produktion von Drucktüchern an. Welchen Einfluss hat das Thema Nachhaltigkeit im Allgemeinen auf Ihre Produktion?

Anja Graf: Für ContiTech als produktions- und damit energie- sowie materialintensives Unternehmen liegt der Schwerpunkt auf effizienter und umweltschonender Fertigung bei gleichzeitig ressourcenschonendem Rohstoffeinsatz. Wir beschäftigen uns auf verschiedenen Ebenen mit den ökologischen Herausforderungen und haben in den letzten Jahren vielfältige Prozesse und Standards etabliert, die über gesetzliche Umweltstandards sowie Umweltstandardwerte hinausgehen. Hierfür steht auch unsere Unternehmensrichtlinie, mit der wir uns zu einer jährlichen Verbesserung und Reduzierung des Energieverbrauchs und des Abfalls um mindestens drei Prozent verpflichten.

Im Bereich Transport und Logistik verfolgen wir zudem die Strategie der kurzen Wege. Wir setzen global auf Kundennähe, indem wir in wichtigen Märkten vor Ort produzieren und lokal einkaufen. Wir binden Umweltinformationen unserer Lieferanten in ein praktikables und aussagefähiges Bewertungssystem ein, das wir fortlaufend weiterentwickeln.

ContiTech produziert Qualitätsprodukte

Darüber hinaus ist nachhaltige Produktion nur dann wirklich nachhaltig, wenn die Qualität stimmt. ContiTech produziert seit Jahrzehnten vom Markt anerkannte Qualitätsprodukte – und hat damit einen klaren strategischen Wettbewerbsvorteil. Unser Qualitätsverständnis und das feste Commitment zur Umsetzung und letztendlich auch dessen Ergebnis sind ein wesentlicher Reputationsfaktor.

Wir unterhalten ein Programm zur Qualitätssicherung und beschäftigen uns kontinuierlich mit Verbesserungsprozessen: Wir erfüllen dabei weitaus mehr als vertraglich vereinbarte Anforderungen unserer Kunden. Denn genauso individuell wie unsere Kunden, so sind auch unsere speziellen Prozesse für sie. Mit der hohen Qualität unserer Produkte haben wir uns großes Vertrauen im Markt erarbeitet, das wir weiter ausbauen wollen. Dies gelingt uns, indem wir das Qualitätsverständnis konsequent sowohl auf Massenprodukte als auch auf maßgeschneiderte Lösungen übertragen.

Frau Graf, vielen Dank für das Interview. Alle Interviews aus der Reihe „5 Fragen an…“ finden Sie hier.

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