5 Fragen an… Armin Anders von EnOcean

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (4 votes, average: 5,00 out of 5)
Loading...

Schwerpunkt Smart Home bei CleanThinking.deCleantech & Smart Home News / München. Der Markt für Smart Home hat in den letzten Monaten deutlich an Dynamik gewonnen, wie Smart Home-Experte Yüksel Sirmasac, Rockethome, kürzlich im 5-Fragen-Interview äußerte. Während immer neue Player – wie beispielsweise mobilcom-debitel – auf den Markt streben, gibt es überdies Platzhirsche wie EnOcean, die bereits seit vielen Jahren mit ihrer innovativen Funktechnologie auf dem Markt sind. Während das Cleantech-Unternehmen früher vor allem Hochhäuser und repräsentative Gebäude ausstattete, widmet sich EnOcean im Rahmen der EnOcean Alliance zunehmend auch dem Endverbraucher.

Grund genug, wieder einmal nachzufragen, wie der Stand der Dinge bei EnOcean derzeit ist – wir stellten „5 Fragen an… Armin Anders von EnOcean“. Er ist Mitgründer des Unternehmens und für das Produktmanagement im Bereich „Smart Home“ verantwortlich.

Herr Anders, der Markt für Smart Home-Technologien zieht in Deutschland langsam an. Wie beurteilen Sie die Marktlage und den Ausblick auf die kommenden zwei bis drei Jahre?

Armin Anders vom Cleantech-Unternehmen EnOceanArmin Anders: Grundsätzlich gibt es Smart Home-Technologien schon eine ganze Weile. Die Trends zu Komfort und Energiesparen geben dem Markt jetzt aber Auftrieb. Die steigenden Energiekosten tun ihr übriges. Wir sehen extrem große Hebel in der Gebäudeautomation, weil 40 Prozent des Weltprimärenergiebedarfs in Heizung und Beleuchtung von Gebäuden fließt. Diese Gebäude  intelligent zu steuern, wirkt sich also ganz enorm positiv aus.

Generell erwarte ich in den kommenden Jahren einen richtigen Boom zur Gebäudeautomation – wie schnell sich die Lösungen durchsetzen werden, vermag ich nicht zu sagen. Ich schätze aber, dass in spätestens zehn Jahren alle Privatgebäude Automation haben werden. Entscheidend wird sein, wie rasch sich die Regierungen dazu entschließen, entsprechende Gesetze zu erlassen.

CleanThinking: Wo sehen Sie die größten Potenziale?

Armin Anders: Derzeit besteht noch das Problem, dass die Standardisierung im Rahmen des Smart Metering noch offen ist. Der Druck ist scheinbar noch nicht hoch genug und Energie noch zu kostengünstig. Gerade deshalb sehen wir den mit Abstand überwiegenden Markt im Gebäudebestand. Prinzipiell muss bei dessen Umbau hin zu automatisierten Gebäuden immer bedacht werden, dass das alles nicht über kabelgebundene Lösungen passieren kann. Denn der Umbau ist sehr teuer und macht Lärm. Daher setzen wir auf unsere Funktechnologie in Verbindung mit Energy Harvesting und gehen davon aus, dass hier der Weg auch hinführen wird. Auch deshalb, weil darauf basierende Produkte wartungsfrei sind und ein späterer Batteriewechsel entfällt.

CleanThinking: Smart Home bringt  Nutzer, Stromnetzbetreiber und OEMs zusammen. Welche Vorteile gibt es für diese Gruppen?

Armin Anders: Richtig, Smart Home bringt allen Beteiligten entscheidende Vorteile. Die Utilities erhalten ein Instrument zur Kundenbindung über Serviceverträge – das ist genau das, was sie angesichts der Liberalisierung des Energiemarktes brauchen. Den OEMs eröffnen wir mit unserer Technologie den Zugang zu neuen Märkten. Letztlich der Staat: Er kann durch konsequente Ausrichtung auf Smart Home-Lösungen seiner Verpflichtung zur Etablierung nachhaltigerer Gebäude nachkommen.

CleanThinking: Welchen USP hat EnOcean Smart Home?

Hochhaus TorreEspacio mit EnOcean Technologie

EnOcean Inside im bedeutenden Hochhaus TorreEspacio in Spanien

Armin Anders: Der USP sind zum einen Sensoren, die ihre Energie durch Energy Harvesting aus Bewegung, Licht oder aus Temperaturunterschieden gewinnen. Dadurch benötigen sie keine Batterien und sind wartungsfrei. Gleichzeitig lassen sie sich besonders flexibel genau an den Stellen platzieren, an denen sie den größten Nutzen bringen bzw. zuverlässig die benötigten Messwerte liefern. Zum anderen sichert die EnOcean Alliance die Interoperabilität aller EnOcean-basierten Endgeräte und Visualisierungslösungen. Dadurch können Geräte unterschiedlicher Hersteller problemlos miteinander kommunizieren. Der Kunde erhält so schnellen Zugriff auf eine Vielzahl von Lösungen und Möglichkeiten – und spart dadurch gleichzeitig bei den Investitionskosten.

CleanThinking: Sie kooperieren mit Weber Haus – was leistet das „generation5.0“-Haus?

Armin Anders: Es gibt im Weber Haus generation5.0 eine zentrale Steuerung für Beleuchtung, Heizung und Rollläden, was beispielsweise auch einen Energiesparmodus in Abwesenheit enthält. Dazu gibt es eine Zustandsüberwachung für Feuer, Wasser und Diebstahl – ein ganz wichtiger SicherheitsaspektBeispielsweise lassen sich auch Dach-Fenstermotoren nachrüsten, sodass ich via iPad von der Arbeit aus die Dachfenster schließen kann, wenn ich ein Gewitter aufziehen sehe.

Aus unserer Kenntnis heraus lassen sich alleine durch die Tag-Nacht-Absenkung 10 Prozent Energie einsparen. Erfahrungen zeigen, dass insgesamt Einsparungen von 25 bis 30 Prozent realistisch sind.

CleanThinking: Herr Anders, wir danken Ihnen sehr für dieses Gespräch.

Schreiben Sie uns Ihre Meinung


Trackbacks
error: Content is protected !!