5 Fragen an … Erwin Burth von Autodesk

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München. Saubere oder grüne Technologien sind vor allem investitionsgetrieben und spielen sich oft an der Schnittstelle zwischen bereits existierenden Industrien ab. Doch der Innovationsprozess ist oftmals sehr lang, weil häufig fünf, sechs reale Prototypen gebaut werden müssen. Diesen Prozess möchte der Software-Anbieter Autodesk im Rahmen seines „Clean Tech Partner Programms“ speziell für CleanTech-Startups kostengünstiger machen. Wir sprachen darüber mit Erwin Burth, Business Development Manager in Europa und speziell für den CleanTech-Sektor zuständig. Lesen Sie das Gespräch aus der Rubrik 5 Fragen an…

CleanThinking.de: Erwin Burth, Sie sind persönlich seit sieben Jahren bei Autodesk. Was Autodesk eigentlich genau?

Erwin Burth, Business Development Manager bei AutodeskErwin Burth: Autodesk ist ein weltweit führender Hersteller im Bereich Design und Engineering-Lösungen und auf Software in diesem Sektor spezialisiert. Mit 7.000 Mitarbeitern weltweit erwirtschaftet Autodesk derzeit einen Umsatz von 2 Milliarden US-Dollar pro Jahr – dank eines hervorragend gefüllten Kontos, sind wir in der Lage, in die besten Technologien für unsere Kunden zu investieren. Weltweit setzen 10 Millionen User in 800.000 Unternehmen unsere Software-Lösungen ein. Dabei konzentrieren wir uns insbesondere auf Innovatoren aus den Bereichen Architektur/Bauwesen, Automotive sowie Maschinen- und Anlagenbau.

CleanThinking.de: Wie sehen Sie in diesem Kontext das Thema „Clean Tech“?

Erwin Burth: CleanTech ist aus unserer Sicht keine Industrie, sondern bedeutet, dass man etwa beim Design von Produkten oder bei deren Produktion die Gesichtspunkte der Energieeffizienz oder Ressourceneffizienz – auch als Nachhaltigkeit bezeichnet – besonders berücksichtigt. CleanTech ist also aus unserer Sicht keine eigenständige Industrie, sondern ein Teil von allen Industrien, mit denen wir uns beschäftigen.

Ein großes Beispiel ist etwa der Maschinen- und Anlagenbau: Insbesondere unsere Software zum Digitale Prototyping ist im Anlagenbau von hoher Relevanz. Das reicht vom energieeffizienten Motor über die Konstruktion der Biogasanlagen bis hin zur Unterstützung bei der Planung von solarthermischen Turmkraftwerken.

CleanThinking.de: An welchen Stellen kann man ganz konkret durch Ihre Software „Nachhaltigkeit“ in die Produkte integrieren?

Erwin Burth: Beispielsweise lässt sich über die Software am Monitor herausfinden, was passiert, wenn ich beispielsweise Materialien in einem Konsumgut wie einem Handy austausche: Metall oder Plastik? Außerdem kann ich Ideen entwickeln, wie ein Handy mit Plastikschale recyclebar wird oder wie und welche weniger toxistischen Materialien Anwendung finden können. Diese Prozesse und Verbesserungen sind nicht nur für Konsumgüter möglich, sondern für viele andere Güter in vielen anderen Bereichen ebenfalls.

CleanThinking.de: Damit nennen Sie natürlich viele Bereiche, die wir bei CleanThinking.de jeden Tag beschreiben und abdecken. Was ist dann in diesem Kontext das Clean Tech Partner Programm von Autodek?

Erwin Burth: Im Rahmen des Clean Tech Partner Programms vergibt Autodesk Lizenzen für Digital Prototyping-Software an CleanTech-Startups, um ihre Innovationen zu verwirklichen und ihre Produkte schneller und kostenoptimiert auf den Markt zu bringen. Jeder Empfänger einer Autodesk Clean Tech-Förderung erhält Design-Software im Wert von bis zu 120.000 Euro für einen Preis von 50 Euro.

Das Clean Tech Partner Programm nutzen in Deutschland beispielsweise Unternehmen wie O-Flexx, Pyrum oder Solar Tower Systems, die der CleanThinking.de-Leserschaft gut bekannt sein dürften. Ein CleanTech-Startup aus Österreich, das unsere Software einsetzt, ist beispielsweise ecoduna aus Niederösterreich – das Unternehmen hat mit Autodesk-Software den weltweit ersten Photobioreaktor für eine kontinuierliche Zucht von Mikro-Algen entwickelt und patentiert.

CleanThinking.de: Wie ist CleanTech und Nachhaltigkeit bei Ihnen im Unternehmen verankert?

Erwin Burth: Unserem Vorstandschef, Carl Bass, und unserem Team ist es ein großes Anliegen, den Unternehmen allgemein dabei zu helfen, ihre Produkte nachhaltiger, effizienter zu machen oder diese ressourcenschonender zu produzieren. Carl Bass lebt dieses Engagement seit Jahren selbst vor. Insofern ist es keine Überraschung, dass wir seit 2009 insbesondere im Clean Tech Partnerprogramm unser Engagement gegenüber jungen Unternehmen zeigen. Selbstverständlich können auch etablierte Unternehmen, die entsprechende Lösungen suchen, auf uns zukommen: Wir alle profitieren doch letztlich davon, wenn wir es Unternehmen – ganz gleich ob Startups oder Wachstumsunternehmen oder Konzernen – ermöglichen, Produkte im Sinne von Nachhaltigkeit zu verbessern. Das ist unser Antrieb, den uns unser Vorstandschef in seiner Person und Funktion vorlebt.

CleanThinking.de: Herr Burth, wir bedanken uns für das Gespräch und wünschen Ihnen und Ihrem Unternehmen für die Zukunft alles Gute.

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