5 Fragen an… Holger Rupp von Get-neutral

"Mit Get-neutral wollen wir helfen, dass klimaneutraler Konsum in Zukunft möglich ist."

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CleanTech-News / Reutlingen. Get-neutral ist die erste Online- und mobile Plattform für klimaneutralen Konsum. Das Unternehmen stellt dem Verbraucher CO2-Produktinformationen transparent und kostenlos zur Verfügung. CleanThinking-Redakteur Dr. Reiner Frey – Experte für Themen rund um Corporate Social Responsibility – sprach mit Holger Rupp, Chief Executive Officer (CEO) von Get-neutral, über täglichen Klimaschutz, den Nutzen für den Verbraucher und über das Geschäftsmodell von Get-neutral.

CleanThinking: Wer ist Get-neutral?

Rupp Get NeutralHolger Rupp: Get-neutral ist die erste Online- und Mobile-Plattform für klimaneutralen Konsum. Mit Get-neutral ist täglicher Klimaschutz für den Verbraucher einfach, kostenlos und macht Spaß. Get-neutral wurde von fünf erfahrenen Unternehmern im Mai 2010 gegründet: Holger Rupp (CEO), Thomas Lenz (COO), Prof. Dr. Christoph Binder (CFO), Dr. Philipp Scheib (CCO) und Jens Obermeier (CTO). Das Gründerteam wird von neun Mitarbeitern unterstützt.

CleanThinking: Was ist der Nutzen von Get-neutral für den Verbraucher?

Rupp: Für den Verbraucher ergeben sich durch die Nutzung von Get-neutral mehrere Vorteile.
Zum einem geht es um das Thema der Bewusstseinsbildung. Mit Get-neutral stehen Verbrauchern erstmals CO2-Produktinformationen transparent und kostenlos zur Verfügung. Mit der Get-neutral App können Verbraucher

„Mit der Get-neutral App können Verbraucher erstmalig und überall auf diese CO2-Produktinformationen zugreifen.“

erstmalig und überall auf diese CO2-Produktinformationen zugreifen. Zunächst muss man als Verbraucher lernen, wie viel CO2 durch bestimmte Produkte verursacht wird. Erst dann ist es auch möglich, sein eigenes Kaufverhalten zu ändern, indem man gezielt Produkte mit geringerem CO2-Fußabdruck wählt. Außerdem ermöglicht die Get-neutral App das Neutralisieren von CO2. Das heißt, dass Verbraucher mit der Get-neutral App Ihren Konsum kostenlos klimaneutral stellen können – kostenlos für den Verbraucher, weil Sponsoren dafür bezahlen.

Zum anderen ist das Thema Reduzierung des persönlichen CO2-Fußabdrucks ein wichtiges Thema. Dies umfasst jedoch mehr als „nur“ sein Kaufverhalten zu ändern. Das gilt vor allem bei Produkten, die nicht selbst, sondern in der Art ihrer Nutzung mehr oder weniger CO2 verursachen. Beispielsweise verursacht Duschgel nicht viel CO2, jedoch seine Nutzung im Sinne von wie häufig, wie lang und wie heiß geduscht wird.

Zusammenfassend ergibt sich daraus für den klimabewussten Verbraucher einerseits der Vorteil, dass mit Get-neutral Produkte kostenlos CO2-neutral gestellt werden können. Andererseits entwickelt man als Verbraucher ein

„Mit Get-neutral stehen Verbrauchern erstmals CO2-Produktinformationen transparent und kostenlos zur Verfügung.“

Bewusstsein für den CO2-Fußabdruck von Produkten des täglichen Bedarfs. Dieses Bewusstsein kann in vielen Bereichen des täglichen Lebens angewendet werden, indem man Produkte die viel CO2 verursachen bewusster konsumiert. Dazu zählen zum Beispiel weniger eigener Fleischkonsums oder der bewusstere und sparsamere Umgang mit Energie. Die Get-neutral App ist zur Bewusstseinsbildung und mit der Möglichkeit zur Neutralisierung des privaten Konsums daher ein guter Startpunkt zur Verminderung des persönlichen CO2-Fußabdrucks.

CleanThinking: Wie funktioniert Get-neutral?

Rupp: Get-neutral bietet Verbrauchern die Möglichkeit, sich über die CO2-Bilanz von Produkten des täglichen Bedarfs zu informieren. Dies geschieht einerseits über unsere iPhone (http://itunes.apple.com/de/app/get-neutral/id457839216?mt=8) und Android App (https://play.google.com/store/apps/details?id=com.getneutral.GetNeutral), mit der Produkt-Barodes gescannt werden können. Alternativ können Barcodes auch manuelle auf unserer Website www.get-neutral.com eingegeben werden.

App Get NeutralNachdem man die CO2-Bilanz eines Produkts angezeigt bekommt, hat man die Möglichkeit dieses CO2 kostenlos zu neutralisieren oder auszugleichen. Sponsoren bezahlen diese Neutralisierung.

CleanThinking: Ist klimaneutraler Konsum möglich?

Rupp: Es ist möglich, dass man seinen privaten Konsum klimaneutral stellt. Dies ist jedoch nicht Sinn und Zweck von Get-neutral. In der Diskussion um CO2-Emissionen gilt es grundsätzlich zunächst Emissionen zu vermeiden, wenn sie vermeidbar sind. Wenn sich Emissionen nicht vermeiden lassen, sollte versucht werden, sie zu verringern. Falls ein weiteres Reduzieren nicht möglich ist, sollten die restlichen Emissionen kompensiert werden. Das heißt, das Thema Bewusstseinsbildung hin zu klimabewusstem Konsum ist ein sehr wichtiger Aspekt. Zum einen, um unnötige Emissionen zu vermeiden, zum anderen, um sie zu reduzieren.Dabei verfolgen wir aber auch das Ziel, dass sich dabei das Konsumverhalten der Verbraucher hin zu klimabewusstem Konsum verändert.

CleanThinking: Was ist das Geschäftsmodell von Get-neutral?

Rupp: Das Geschäftsmodell von Get-neutral basiert auf zwei Säulen. Einerseits haben Unternehmen die Möglichkeit als Klima-Sponsor zu agieren. Das heißt, ein Unternehmen sponsert eine bestimmte Menge CO2 an die Get-neutral User. Diese können dann mit dem gesponserten CO2 ihren Konsum neutralisieren. Dafür zahlt der Sponsor zusätzlich eine Servicepauschale an Get-neutral.

„Get-neutral ist interessant für Unternehmen aus der Konsumgüterindustrie und dem Handel. Get-neutral bietet diesen Unternehmen eine herstellerunabhängige Plattform, die es ihnen ermöglicht Verbrauchern klimafreundliche Angebote zu machen.“

Andererseits weist Get-neutral aktuell meist generische CO2-Produktbilanzen im System aus. Das bedeutet nicht, dass jede CO2-Produktbilanz einzeln analysiert und berechnet wird, sondern auf Basis von Produkt-Kategorie- Modellen mit einem Sicherheitsaufschlag im System ausgewiesen wird. Die Berechnung von CO2-Bilanzen für Produktkategorien ist daher als zweite Geschäftssäule anzusehen.
Zusammenfassend: Get-neutral interessant für Unternehmen aus der Konsumgüterindustrie und dem Handel. Get-neutral bietet diesen Unternehmen eine herstellerunabhängige Plattform, die es ihnen ermöglicht Verbrauchern klimafreundliche Angebote zu machen.

CleanThinking: Herr Rupp wir danken Ihnen für das Gespräch.

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