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5 Fragen an… Siegfried Neuberger vom ZIV

26/08/2011 09:05 0 Kommentare

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E-Bike News / Bad Soden. Elektrische Antriebe sind bei Zweirädern wie E-Bikes und Pedelecs im Gegensatz zur vierrädrigen Autos bereits ein Renner. Rund 200.000 E-Bikes wurden 2010 hierzulande verkauft, das entspricht einem Plus von 33 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Deutschland bildet gemeinsam mit den Niederlanden mit 50 Prozent Anteil die größten europäischen Märkte. Neben Masse und Klasse warten die Hersteller auch mit Vielfalt auf. Mehr Leistung, weniger Gewicht, neues Design – nahezu täglich werden neue Modelle angekündigt. Pedelecs und E-Bikes sind multifunktional einsetzbar, etwa auf dem Weg zur Arbeit, beim Sport oder nur zum Spaß. Der Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) ist die nationale Interessenvertretung der deutschen und internationalen Fahrradindustrie. Wir sprachen in unserer Rubrik “5 Fragen an …” kurz vor Beginn der Fachmesse Eurobike mit ZIV-Geschäftsführer Siegfried Neuberger.

CleanThinking.de: Bei Zweirädern boomt der Verkau: Fünf Prozent aller Fahrräder haben bereits einen Elektromotor und werden so E-Bike oder Pedelec. Wie beurteilen Sie diese Entwicklung?

Siegfried Neuberger ZIVSiegfried Neuberger: Das Thema nachhaltige, ökologische und ökonomische Mobilität ist eines der Schlüsselthemen in unserer Gesellschaft und eine der großen Herausforderungen der Zukunft. Wir freuen uns daher über diese Entwicklung, denn sie zeigt, dass Fahrradmobilität eine immer stärkere Bedeutung bekommt.

Der Trend hin zum E-Bike ist ungebrochen. Diese Entwicklung ist noch lange nicht am Ende. Neue Produkte und Anbieter werden den Markt weiter ankurbeln, sodass in den nächsten Jahren mit einem weiteren Wachstum zu rechnen ist. Der ZIV schätzt, dass das Pedelec in den nächsten Jahren einen Marktanteil von 10 bis 15 Prozent in Deutschland erreichen kann.

In Deutschland gibt es kaum einen Hersteller, der nicht ein Pedelec oder E-Bike anbietet. Werden sich die deutschen Unternehmen gegen die Konkurrenz aus dem Ausland behaupten und worauf wird es dabei ankommen?

Siegfried Neuberger: Die Deutsche Fahrrad-, Fahrradteile, Komponenten- und Zubehörindustrie ist gut positioniert, das zeigen auch die Exportzahlen in diesem Bereich.
Qualität „made in Germany“ ist gefragt, weltweit.
Entscheident wird sein, wie die Entwicklung in den Bereichen Motor, Steuerung, Sensorik und dem Akku als Energiespeicher voran geht. Hier wird die Pedelec Branche mit Sicherheit von Entwicklungen im Automobilsektor profitieren.

CleanThinking.de: Es herrschen immer wieder Unklarheiten bezüglich Terminologien, Zulassungsvorschriften und anderer rechtlicher Fragen. Vor allem über das schnelle Pedelec wird viel diskutiert bis hin zur Einführung einer neuen Fahrzeugklasse. Reichen die derzeitigen Richtlinien aus?

Siegfried Neuberger: Das Pedelec, bei dem der Fahrer durch einen Elektromotor mit einer maximalen Nenndauerleistung von 250 Watt bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h unterstützt wirdn ist europäisch durch die Ausnahme aus der Richtlinie 2002/24/EG geregelt. Es wird als Fahrrad im Sinne der StVZO eingestuft. Dies gilt auch für die Pedelecs mit einer Schiebehilfe bis 6 km/h.

In diesem Bereich haben wir die Maschinen-Richtlinie, Normen, EMV-Richtlinie und einige andere Anforderungen, die aus unserer Sicht ausreichend sind.
Hinsichtlich der “schnellen Pedelecs” müssen nationale und europäische Rahmenbedingungen schnellstens festgelegt werden, damit sich dieser Markt ebenfalls auch weiterhin positiv entwickeln wird.

Die schnellen Pedelecs fallen in den Geltungsbereich der EG Richtlinie 2002/24/EG. Die dort enthaltenen technischen Anforderungen müssen z.T. den Eigenschaften eines Pedelecs angepasst werden, um die technische Entwicklung nicht zu behindern.

CleanThinking.de: Was halten Sie von einer generellen Helmpflicht für Elektrofahrräder?

Siegfried Neuberger: Der Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) setzt sich seit Jahren sehr stark für das freiwillige Tragen eines Helmes ein. Unabhängig davon, ob beim Fahrrad oder Pedelec.

CleanThinking.de: Auch im Tourismus ist ein Trend hin zu Elektromobilität erkennbar – wie sehen Sie die dortige Entwicklung?

Siegfried Neuberger: Gerade in touristischen Regionen erlebt das Pedelec vielfach einen richtigen Boom. Es gibt mittlerweile viele hervorragend ausgebaute Radtouren mit entsprechender Infrastruktur speziell für Pedlecs. Der ZIV sieht diese Entwicklung äußerst positiv, denn dadurch bietet sich die Chance, dass gesamthaft wieder mehr Menschen mit dem Rad unterwegs sind. Außerdem sind viele Nutzer nach einem Pedelec-Test im Urlaub so begeistert, dass sie sich unmittelbar nach dem Urlaub ein solches kaufen.

CleanThinking.de: Herr Neuberger – wir danken Ihnen sehr für das Gespräch.

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