5 Fragen an… Dr. Arndt Neuhaus, RWE Deutschland AG

über Smart Grids - ein Zusammenwachsen der Energietechnik mit der Informations- und Kommunikationstechnologie

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CleanTech & Smart Grid News / Berlin, Essen. Die RWE Deutschland AG hat in der aktuellen Runde 1/2012 des Gründerwettbewerbs „IKT Innovativ“ einen Sonderpreis „Smart Grids“ ausgeschrieben. Wir sprachen hierzu mit Dr. Arndt Neuhaus, Vorstandsvorsitzender der RWE Deutschland AG, über Smart Grids und den Wettbewerb, an dem sich junge Technologieunternehmen beteiligen sollen.

CleanThinking.de: Sehr geehrter Herr Dr. Neuhaus, was genau verbirgt sich hinter dem Begriff Smart Grid?

RWE Deutschland Dr. Arndt NeuhausDr. Neuhaus: Ein Smart Grid bzw. ein intelligentes Netz ist ein Energienetzwerk, das das Verbrauchs- und Einspeiseverhalten aller Marktteilnehmer, die mit ihm verbunden sind, integriert. Es sichert ein ökonomisch effizientes und nachhaltiges Versorgungssystem mit niedrigen Verlusten und hoher Verfügbarkeit. Praktisch bedeutet dies ein Zusammenwachsen der Energietechnik mit der Informations- und Kommunikationstechnologie. Dies ist vor allem notwendig, um die stark steigenden Einspeisemengen aus vielen dezentralen Windkraft- und Sonnenenergieanlagen in das Verteilnetz aufnehmen zu können.

CleanThinking.de: Warum ist der Energiemarkt gerade für Gründer und junge Unternehmen ein lohnendes Betätigungsfeld, und weshalb lobt die RWE Deutschland AG beim Gründerwettbewerb einen Sonderpreis „Smart Grids“ aus?

Dr. Neuhaus: Mit der beschlossenen Energiewende in Deutschland stehen Unternehmen, Politik, Kommunen und letztlich auch jeder Verbraucher vor der Herausforderung, Energie wesentlich effizienter zu nutzen und den Beitrag erneuerbarer Energien an der Versorgung drastisch zu erhöhen. Dabei nimmt das Smart Grid eine herausragende Rolle ein. Deshalb auch hat RWE Deutschland im Eifelkreis Bitburg/Prüm gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft das erste intelligente Stromnetz unter dem Motto „Smart Country“ im ländlichen Raum Mitte 2011 unter Spannung gesetzt.

Mit dem Projekt „AmpaCity“ wird im Jahr 2013 in Essen das weltweit längste Hochtemperatur-Supraleiterkabel unter die Erde gelegt. Supraleiter gelten als zukunftsweisende Lösung für eine platzsparende und besonders energieeffiziente Übertragung von Strom in Städten. Weitere Schritte auf diesen innovativen Feldern sind notwendig. Dafür müssen neue Wege gefunden werden, für die viele gute Ideen notwendig sind. Ein Weg ist die Gründung neuer Unternehmen als so genannte Start-ups. RWE Deutschland als Marktführer bei der Anwendung zahlreicher intelligenter Techniken möchte durch den Sonderpreis Smart Grids jungen Tüftlern, Technikern und Wissenschaftlern die Gelegenheiten bieten, ihre Ideen zu verwirklichen.

CleanThinking.de: Mit welchen Ideen können sich Gründer und Gründerteams für den Sonderpreis bewerben, und was für Einsendungen erhoffen Sie sich?

Dr. Neuhaus: Wir wollen die Ideen und Lösungen nicht im Vorfeld einschränken. Bei den eingesandten Projekten kann es sich um konkrete Lösungen für Verfahren, Prozesse und Produkte handeln. Wir wünschen uns natürlich Bewerbungen mit Vorschlägen, die noch nicht angegangene oder nicht hinreichend verfolgte Ansätze aufzeigen. Diese können sowohl theoretisch ausgerichtet oder praxisnah ausgestaltet sein. Ich bin schon heute gespannt, welche Lösungen die künftigen Jungunternehmer einreichen werden.

CleanThinking.de: Die RWE Deutschland AG ist ein großes und leistungsstarkes Unternehmen mit über 20.000 Mitarbeitern und mehr als acht Millionen Kunden. Warum engagieren Sie sich beim Gründerwettbewerb und unterstützen damit die Gründung neuer Unternehmen?

Dr. Neuhaus: Wir bringen wichtige Technologien für intelligente Energie voran und möchten daher junge Menschen zu fördern, die sich auch auf diesen Feldern engagieren. Dies schließt die Zusammenarbeit mit Lehrstühlen an Universitäten ein. Wenn hierdurch neue Unternehmen entstehen, dann ist das ein besonderer Erfolg. RWE Deutschland beschränkt ihr Engagement aber nicht auf die so genannte Hochtechnologie. Wie bilden in vielen Fachrichtungen junge Menschen auch über den eigenen Bedarf hinaus aus und unterstützen lernschwache Jugendliche beispielsweise im Rahmen der RWE-Aktion „ich pack das“.

CleanThinking.de: Aus Ihrer Sicht des Unternehmensvorstand: Welchen Ratschlag würden Sie einem Unternehmensgründer mit auf den Weg geben?

Dr. Neuhaus: Sicherlich gibt es nicht die allumfassende Erfolgsformel. Wichtige Voraussetzungen für die Gründung eines Unternehmens sind Neugier und gute Ideen sowie Begeisterung und Standhaftigkeit bei der Suche nach neuen Lösungen. Um am Markt bestehen zu können, ist ein überzeugender Business-Plan unabdingbar. Es müssen also viele Faktoren berücksichtigt werden, um als Jungunternehmer erfolgreich zu sein.

CleanThinking.de: Herr Dr. Neuhaus, wir danken Ihnen sehr für dieses Gespräch.

Interessierte Gründer können noch bis Ende Mai 2012 am „Gründerwettbewerb – IKT Innovativ“ 2012 teilnehmen. Hierzu müssen Ideenskizzen eingereicht werden. Der Sonderpreis „Smart Grids – IKT-basierte Energiesysteme“ der RWE Deutschland AG ist mit 6.000 Euro dotiert. Mehr Infos gibt es unter www.gruenderwettbewerb.de.

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