Mitte März fand in Monaco die CleanEquity Monaco 2010 statt. Die internationale Konferenz für Cleantech-Spezialisten wird von der Londonder Investmentboutique Innovator Capital veranstaltet. Kein geringerer als Fürst Albert II von Monaco überreichte letztlich die Awards an die Gewinner in insgesamt drei Hauptkategorien. Mit dabei war auch die Dresdner Novaled AG.
36 junge Technologieunternehmen von vier Kontinenten stellten sich in diesem Jahr bei der Veranstaltung vor. Die großen Gewinner waren das US-amerkanische Unternehmen Sun Catalytix, das den Award of Excellence für Technologieforschung erhielt. Das Cleantech Startup hat einen innovativen Katalysator entwickelt, der den Fotosyntheseprozess nachahmt und damit zur Speicherung von Energie beitragen kann.
Besonders erfreulich aus deutscher Sicht ist die Auszeichnung der Novaled AG aus Dresden in der Kategorie Excellence für die Entwicklung von Umwelttechnologien – Novaled gilt als führender Entwickler organischer Leuchtdioden mit starkem wissenschaftlichen Anspruch. Das Dresdner Unternehmen, das auch eng mit der Heliatek GmbH aus dem Bereich Organische Photovoltaik verbandelt ist, hält viele Dutzend Patente und gilt als Vorzeigeunternehmen auf dem Cleantech Sektor.
Zuletzt gab es noch eine Überraschung, die die 250 Vertreter aus den Bereichen Investment, Politik, Cleantech und Medien zu bieten hatten: Das britische Unternehmen Oxford Catalysts erhielt den Award für die kommerzielle Umsetzung seiner Technologie. Der Katalysator-Entwickler hat eine eigene Technologie zur Produktion von synthetischen Treibstoffen sowohl aus konventionellen fossilen Brennstoffen als auch aus erneuerbaren Quellen wie Bioabfall entwickelt. Den ganzen Beitrag lesen »
Die Heliatek GmbH bastelt konsequent und unaufgeregt am Erfolg ihrer organischen Solarzellen. In den letzten Monaten sind CEO Dr. Andreas Rückemann und seinem Team einige entscheidende Weichenstellungen gelungen: Eine weitere Finanzierungsrunde brachte fast 20 Millionen Euro frisches Kapital, dazu wurden einige Personalfragen überzeugend gelöst. Grund genug, bei Heliatek-CEO Dr. Andreas Rückemann nachzuhaken, wie der Stand der Dinge ist. Cleanthinking-Chefredakteur Martin Jendrischik hat es getan.
Robert Bosch GmbH, RWE Innogy und BASF Venture Capital – sie alle glauben an die Erfolgschancen der Technologie, die die Dresdner Heliatek GmbH derzeit mit hohem Engagement vorantreibt. Das Unternehmen, das ein Spin-off der Universitäten Dresden und Ulm ist, hat eine Technologie zur Erzeugung organischer Solarzellen entwickelt, die besonders günstige und einfache Produktionsmöglichkeiten verspricht. Der Clou: Bei der Tandem-Solarzellen-Technologie von Heliatek werden “kleine Moleküle”, genauer: organische Farbstoffe, die chemisch aus Kohlenwasserstoffen synthetisiert werden, verwendet.
Dr. Andreas Rückemann, seit einem Jahr CEO der Heliatek GmbH, berichtet:
“Wir verwenden hierfür eine Vakuum-Technologie, die sich auch im Bereich der OLED-Herstellung bei Unternehmen wie Osram und Philips längst durchgesetzt hat. Die Alternative ist die Verwendung von Polymeren wie sie beispielsweise Konarka im Inkjet-Print-Verfahren benutzt. Letztlich sind wir davon überzeugt, dass wir die Performance der Polymer-Zellen deutlich übertreffen werden und auch die Lebensdauer viel höher sein wird.“
Die Technologie von Konarka, einem der Konkurrenten im Bereich “Organische Photovoltaik”, sei mit Sicherheit auch von den jetzigen Heliatek-Investoren unter die Lupe genommen worden, so der CEO Rückemann weiter. Resultat: BASF, Robert Bosch und RWE investierten zuletzt im November 2009 fast 20 Millionen Euro in die Technologie der Heliatek.
Wirkungsgrad der Tandemsolarzellen: 6,1 Prozent
Derzeit hat das in Dresden ansässige Unternehmen 30 Mitarbeiter, die sich mit der Weiterentwicklung der Technologie – aktuell wurde ein Wirkungsgrad von 6,1 Prozent gemessen – aber vor allem mit dem Aufbau der Produktionslinie beschäftigen. Bis 2015 könnte auf wenigen Tausend Quadratmetern bis zu 700 Megawatt produziert werden.
Als nächster Schritt ist aber zunächst der Aufbau der ersten Produktionsanlage bis Ende 2011, Anfang 2012 geplant, so Dr. Rückemann im Gespräch mit Cleanthinking.de. Derzeit wird auch gemeinsam mit einem deutschen Anlagenbauer ein “Rollcoater” entwickelt, der das Herzstück der Produktionsstrecke werden soll.
Erst Einstiegs-, dann Volumenmärkte
Zielmärkte hat das junge Technologie-Unternehmen reichlich im Blick: Kurzfristig werden es eher Einstiegsmärkte wie der Bereich “Electronic Devices” sein, mittelfristig ist aber aufgrund des Kostenvorteils gegenüber der zweiten Generation der Photovoltaik auch der Einsatz auf Industriedächern, Aufdachanlagen angestrebt.
“Ein weiterer USP neben der Leichtigkeit der Module und den günstigen Produktionskosten ist es, dass wir auch echte, homogene Semi-Transparenz in unseren Modulen erreichen können. Diese eignen sich hervorragend, um damit getönte Autoscheiben zu bekleben oder bei großflächigen Fenstern, Sonnenschutz mit Energieerzeugung zu koppeln.”
Dr. Andreas Rückemann ist seit November 2008 am Ruder des Dresdner Cleantech-Unternehmens, dem eine goldene Zukunft vorausgesagt wird. Ende Januar konnte die Heliatek GmbH bekanntgeben, dass Michael Mohr von Oerlikon Solar als neuer VP Production gewonnen werden konnte. Mohr war zuletzt Abteilungsleiter Production Technology im Bereich Technologietransfer, Integration und Ramp-up bei Oerlikon Solar AG – und gilt als einer der führenden Experten im Bereich Produktion mit Dünnschicht-Technologie.
Heliatek – ein Name, den man sich, wenn man sich für Photovoltaik interessiert, unbedingt merken muss. Bei Cleanthinking.de werden wir dieses spannende Cleantech-Unternehmen ganz gezielt im Blick behalten.
Die gestrige Venture Lounge zum Thema “Hightech, Cleantech & Software” war nach Angaben der Veranstalter CatCap Corporate Finance und Neuhaus Partners ein voller Erfolg: Dies zeigt sich u.a. daran, dass es nach dem Ende der Veranstaltung noch über mehrere Stunden gute und intensive Gespräche zwischen den Investoren sowie den Unternehmern gab, die sich derzeit auf der Suche nach Kapital befinden.
Von den Siegern des Abends, die in den Bereichen Präsentation und Inhalt die Bestnoten für ihren Pitch erhielten, kamen zwei aus dem Cleantech-Bereich. Dies zeigt, dass der Cleantech-Sektor auch in Deutschland nach wie vor spannend für kleinere und größere Investments ist.
Die Sieger waren:
Die Kölner GreenPocket GmbH, die mir ihrer Technologie Energieversorgern dabei hilft, mit den Herausforderungen rund um Smart Metering fertig zu werden. Den ganzen Beitrag lesen »
Europas führende Investment-Bank im Bereich Technologie und Digital Media, GP Bullhound, hat Ende des vergangenen Jahres eine Liste mit den fünfzig am schnellsten wachsenden Cleantech-Unternehmen Europas herausgegeben. Beachtlich: Die Liste wird zwar vom skandinavischen Unternehmen ClimateWell angeführt, ansonsten aber im Wesentlichen von deutschen und britischen Cleantech-Firmen dominiert.
Von den 50 Unternehmen, die nach Einschätzung der Investment-Bank entweder besonders schnell wachsen (Top 30) oder besonders beobachtenswert sind (Plätze 31-50) kommen 22 aus Großbritannien und immerhin zehn Unternehmen aus Deutschland.
Auffällig ist – aber das mag auch an der Zusammensetzung der Jury liegen – dass bei diesem Award französische und spanische Unternehmen keine Rolle spielten. Der europäische Cleantech-Sektor bestünde demnach aus drei wesentlichen Regionen: Großbritannien inkl. Irland, Deutschland sowie Skandinavien - alle weiteren Regionen sind demnach eher überflüssig im Hinblick auf besondere Cleantech-Innovationen.
Die Dresdner Heliatek GmbH, einer der Hoffnungsträger für die Weiterentwicklung Organischer Solarzellen weltweit, hat in einer weiteren Finanzierungsrunde satte 18 Millionen Euron Venture Capital eingesammelt. Führender VC-Geber waren die paneuropäischen Investoren von Wellington Partners. Dazu leisteten Bosch, RWE Innogy Ventures, BASF Venture Capital, der High-Tech-Gründerfonds, die eCapital entrepreneurial Partners AG sowie der Technologiegründerfonds Sachsen ihren Beitrag.
Das Dresdner Solar-Unternehmen will die neuen Mittel in erster Linie für den Aufbau einer ersten Produktionsanlage in Dresden nutzen. Dabei will das Unternehmen seine proprietäre Tandemtechnologie einsetzen, um besonders effizient flexible und sehr leichte PV-Module auf Folie herzustellen. Das Gewicht soll bei 500 Gramm pro Quadratmeter liegen. Heute sind 20 Kilogramm üblich. Somit könne ein Zukunftsmarkt für mobile Anwendungen, architektonische Läsungen und die unabhängige Versorgung infrastrukturschwacher Gebiete erschlossen werden.
Bart Markus, General Partner von Wellington Partners begründete das Engagement wie folgt:
“Die bahnbrechenden Technologien der dritten Generation, die die Photovoltaik weit über Netzparität hinausbringen werden, sind unserer Ansicht nach die
Erfolgsgeschichten der Zukunft. Wir glauben, dass Heliatek perfekt positioniert ist,
diese Chance zu nutzen”
Dr. Alexander Flaig, Vice President Corporate Research bei der Robert Bosch GmbH findet:
“Heliatek hat in den vergangenen zwei Jahren beeindruckende Fortschritte beim Wirkungsgrad und der Lebensdauer ihrer organischen Solarzellen gemacht. Jetzt ist es an der Zeit zu zeigen, wie kostengünstig sich diese Zellen auch unter industriellen Bedingungen herstellen lassen. Mit dieser Finanzierungsrunde kann das Unternehmen diesen wichtigen Schritt – aus dem Forschungslabor in eine erste Fertigungsanlage – vollziehen.”
Heliatek-CEO Dr. Andreas Rückemann freute sich über das Erreichen eines weiteren Meilensteins:
“Mit der neuen Finanzierungsrunde haben wir jetzt die Möglichkeit geschaffen, unseren technologischen Vorsprung in diesem Zukunftsmarkt zu nutzen, um als einer der ersten Anbieter schrittweise die Produktion aufzubauen. Wir sind sehr stolz, dass wir für unsere Strategie die Unterstützung des Industrieunternehmens Bosch sowie der Venture Capital Investoren erhalten konnten.“
Beratende Unterstützung erhielt Heliatek bei dieser Finanzierungsrunde von der führenden europäischen Investmentbank für Technologieunternehmen, GP Bullhound.
Wenn kommende Woche die Europäische Photovoltaic – Solarenergie Konferenz und Ausstellung erstmalig in Hamburg Station macht, werden die Medien voll sein mit positiven Meldungen der Solarbranche. Denn: Zahlreiche Anzeichen deuten darauf hin, dass sich die Stimmung bei juwi, sovello, Solarworld und Co in den letzten Wochen merklich aufgehellt hat. Woran liegt es, dass die Stimmung besser wird? Der Versuch einer Analyse.
Ein Beispiel: Die sovello AG beendet aktuell die für alle 1.200 Mitarbeiter geltende Kurzarbeit “aufgrund der aktuell sehr positiven Nachfrageentwicklung”. Positiv ist diese Nachricht vor allem deshalb, weil die sovello AG, die vor knapp einem Jahr aus der EverQ GmbH hervorging, sich inzwischen mit der neuen Marke und einer auf deutsche Qualitätsarbeit setzenden Fertigung durchgesetzt hat. sovello, ansässig im sachsen-anhaltinischen Thalheim, sieht in der jetzigen Entwicklung
“einen Hoffnungsschimmer im Meer der Stimmen derjenigen, die Deutschland nur als Absatzmarkt für die globale Solarbranche sehen, dem Entwicklungs- und Produktionsstandort Deutschland jedoch eine düstere Zukunft vorhersagen”, so Ted Scheidegger, CEO von sovello in einer Pressemitteilung.
Langfristiges Arbeiten oder, um in der Sprache der Cleantech-Branche zu bleiben, nachhaltiges Wirtschaften wird sich, davon bin ich persönlich überzeugt, auch in der Solarbranche bewähren. Interessant ist auch, dass es sovello gelingt, eine neue Marke aufzubauen, die substanziell, smart, verantwortungsvoll und direkt als Kerneigenschaften aufweisen soll. sovello schafft den Spagat - auf der einen Seite B2B-Unternehmen mit steigender Zahl an Vertriebspartnerschaften und andererseits ein Unternehmen, das den direkten Kontakt zu den Menschen, beispielsweise im Internet über Social Media Kampagnen sucht – momentan perfekt.
Unter CleanTech verstehen wir von Cleanthinking.de alle Unternehmen, Technologien, Produkte, Innovationen oder Dienstleistungen, die dazu beitragen, die Umwelt und Ressourcen im Sinne von ökologischer Nachhaltigkeit zu schonen und Schadstoffe zu vermeiden oder zu reduzieren.