Cleantech-Interview: Akasol präsentiert Batterielösung erstmalig auf der eCarTec

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Homepage Akasol Engineering BatteriespezialistWie entwickelt sich der Markt für Elektromobilität in den kommenden Monaten und wie können die zentralen Herausforderungen Reichweite und Preis gelöst werden? Die Akasol Engineering GmbH aus Darmstadt will mit ihrer Technologie Antworten liefern. Akasol gehört zur Schulz Group, die durch Sven Schulz inhabergeführt geleitet wird. Akasol bündel alle Aktivitäten zur Entwicklung und Produktion eines serientauglichen Batteriesystems für Elektroautos. Die Batteriespezialisten präsentieren auf der eCarTec in München Ende Oktobe  erstmalig ihr Batteriesystem „Made in Germany“ einem breiten Fachpublikum. Im Interview mit dem Wirtschaftsmagazin Cleanthinking.de erklärt Schulz die Überlegenheit des Elektroantriebs und die Vorteile des eigenen Batteriesystems – und formuliert seine Erwartungen an die Leitmesse eCarTec.

Cleanthinking.de: Einige Stimmen sehen den Weg zur Verringerung der CO2-Emissionen in Einsparungen am konventionellen Auto mit Verbrennungsmotor. Sind Elektroautos doch nur ein vorübergehender Hype?

Sven Schulz: Wir brauchen eine weitere Effizienzsteigerung der konventionellen Technik, der vorhandene Spielraum wird in den kommenden Jahren sicher zum Teil noch genutzt werden. Aber wir sollten uns nichts vormachen: Die Verbrennung wertvoller Rohstoffe für die Fortbewegung bleibt in hohem Maße ineffizient, selbst wenn der Verbrauch weiter optimiert wird. Im Elektrofahrzeug steht die gespeicherte Energie dagegen nahezu verlustfrei zur Verfügung und die Fortschritte in der Speichertechnologie sind enorm. Das Elektroauto wird in seiner Bedeutung mit konventionellen Verbrennern und Hybridfahrzeugen gleichziehen – und zwar nicht nur aus Umweltgründen, sondern auch aus Kostengründen.

Aber dieser Prozess findet nicht über Nacht statt und hängt neben der technischen Entwicklung beispielsweise auch von Förderprogrammen ab. In den kommenden Jahren wird die Elektromobilität einen stetig steigenden Stellenwert einnehmen. Davon sind auch alle großen Automobilhersteller überzeugt, mit denen wir Gespräche führen.

Cleanthinking.de: Was erwarten Sie sich von der Elektromobilitätsmesse eCarTec am 19. bis 21. Oktober 2010?

Akasol_Engineering_Porträt_Sven_SchulzSven Schulz: Obwohl die eCarTec erst zum zweiten Mal stattfindet, ist sie auf Anhieb zu einer der wichtigsten Leitmessen für Elektromobilität aufgestiegen. Das zeigt die Präsenz von 400 Ausstellern auf einer doppelt so großen Ausstellungsfläche wie noch vor einem Jahr. Ich gehe davon aus, dass wir nicht nur auf Hochglanz polierte Versprechen sehen, sondern bereits konkrete Lösungen für den Start in eine alltagstaugliche Elektromobilität. Unsere Batterielösung, die wir dort das erste Mal der Öffentlichkeit präsentieren, bietet genau dafür die Voraussetzung. Unser System steht für Zuverlässigkeit, Sicherheit und ein modulares Systemdesign, das wir nach Kundenwunsch passgenau für unterschiedliche Elektrofahrzeug-Konzepte konfigurieren können.

Cleanthinking.de: Ist Ihr Batteriesystem gegenüber den Lösungen, die derzeit von Konzernen vorangetrieben werden, tatsächlich wettbewerbsfähig?

Sven Schulz: Unsere Batteriemodule sind sowohl in Bezug auf die Zuverlässigkeit als auch auf das Preis-/Leistungsverhältnis voll wettbewerbsfähig. Dazu nur zwei Zahlen: Die Energiedichte unseres Moduls beträgt 134 Wh/kg bzw. 240 Wh/l, die maximale Leistung liegt bei 18 kW. Das sind Werte, die bei komprimierter Bauweise ein hohes Leistungsvermögen offenbaren.

Wir profitieren dabei von unserem langjährigen Entwicklungsvorsprung, der uns in Deutschland zu einem der Innovationsführer macht.

Ein weiterer Vorteil ist die Spezialisierung: Wir beschäftigen ausschließlich Experten, die sich voll und ganz der Herausforderung eines alltagstauglichen Batteriesystems widmen. Hinzu kommt die Erfahrung in der Automation und Serienfertigung. Auf diese Basis planen wir eine hochautomatisierte Produktionsanlage für Batteriemodule in Deutschland.

Cleanthinking.de: Geht die Entwicklung langfristig eher zum Hybrid oder zum Elektroauto?

Akasol Batteriemodul

Sven Schulz: Hybridfahrzeuge sind wie die effizienteren Verbrennungsmotoren eine sinnvolle und notwendige Übergangstechnologie bei der Einführung der Elektromobilität. Diese Technologien werden uns auch noch lange erhalten bleiben. Ich sehe in dieser Frage kein „entweder – oder“, sondern vielmehr einen Weg, der über die Hybridtechnologie langfristig zum reinen Elektroauto führt. Am Ende stehen Batteriesysteme wie das von Akasol Engineering, das eine rein elektrische Mobilität im Alltag ermöglicht – und uns zum geeigneten Partner für Automobilhersteller macht, die ein qualitativ hochwertiges System zu marktfähigen Preisen suchen.

Cleanthinking.de: Sehen Sie die Impulse eher aus Asien, den USA oder Europa kommen?

Sven Schulz: Wir sehen Impulse aus allen Regionen, um den Wandel zur Elektromobilität zu bewältigen, und wir wollen selbst Impulsgeber sein. Denn es geht ja nicht nur darum, einen Benziner durch ein Elektrofahrzeug zu ersetzen. Es geht auch um ein neues Mobilitätsverhalten, um neue Allianzen und Möglichkeiten, wie sie sich im erwarteten Zusammenspiel zwischen Fahrzeug und Stromnetz andeuten, oder in neuen Dienstleistungen und Wirtschaftszweigen. Die besten Konzepte werden sich durchsetzen und dabei ist Europa – und insbesondere Deutschland – gut aufgestellt. Bestärkt werden wir in dieser Überzeugung auch durch das Interesse von Kunden an unserem Batteriesystem, die mit asiatischen Produkten, zurückhaltend formuliert, nicht besonders zufrieden waren.

Cleanthinking.de: Herr Schulz, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.

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