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Bio-Solar-Haus: Umweltfreundliches Bauen dank Gewächshaus-Effekt

14/05/2010 08:58 2 Kommentare

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Bio-Solar-Haus2Umweltfreundliches Bauen ist in aller Munde. Ein Niedrigenergie- oder Passivhaus soll es möglichst sein, sagen viele Häuslebauer. Das Unternehmen Bio-Solar-Haus GmbH geht einen anderen Weg. Nachhaltig und energieeffizient wie ein Passivhaus ja, aber mit weniger Technik, geringsten Betriebs- und Wartungskosten und tatsächlich gesund, wie es Erfinder Klaus Becher betont.

Bereits in den 90er Jahren hat der gelernte Maschinenbauingenieur aus dem nordpfälzischen St. Alban den Prototyp realisiert. Was anfangs im Kleinen begann und nur als eigner Altersruhesitz gedacht war, ist längst ein gefragtes Verkaufsobjekt – Tendenz steigend. Über 250 dieser Bio-Passivhäuser wurden bereits errichtet, unter anderem ein Bürogebäude auf den Shetland-Inseln. Zahlreiche Preise hat das Bio-Solar-Haus dafür erhalten, am 16. Mai kam durch die von der Bundesregierung unterstützte Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ ein weiterer dazu. Der Firmensitz zwischen Mainz und Kaiserslautern ist nun offiziell ein „Ort der Ideen“.

Klaus Becher mag anfangs belächelt worden sein. Wieder so ein Spinner, hieß es hinter vorgehaltener Hand. Doch Becher hatte früh die Zeichen der Zeit erkannt. Und seine Vision vom Greenbuilding verfolgte er konsequent. Dabei ist die Grundidee des Bio-Solar-Hauses erstaunlich einfach. Bei der einmaligen Innovation handelt es sich eigentlich um zwei Häuser, ein äußeres und ein inneres.

„Ich nutze den Gewächshaus-Effekt“, erklärt der Erfinder, der anders als bei einem Passivhaus eine Dampfsperre nicht benötigt. Die kostbare Wärme würde bei vielen Häusern regelrecht eingeschlossen, was zwar für höhere Temperaturen sorgt, aber gleichzeitig bleibt auch der Wasserdampf etwa aus Atemluft oder Bad und Küche im Gebäude.

Nicht so bei Bechers Modell: Ein teilweise verglastes äußeres Wetterschutzhaus erwärmt wie ein Treibhaus durch das Tageslicht die gut wärmegedämmte Haushülle eines Innenhauses von außen. Der im Innenhaus von den Bewohnern ausgeatmete trockene Wasserdampf mit den an ihn gebundenen Schadgasen und Gerüchen entweicht wegen seines Partialdruckgefälles selbsttätig durch die diffusionsoffene warme Hülle des Innenhauses in den Hohlraum zwischen Außenhaus und Innenhaus.

Dabei kondensiert er nicht zu zerstörerischem Tauwasser. Schimmelgefahr? Fehlanzeige. Das reduziert die Gefahren für Bausubstanz und Bewohner. Weiterer Effekt: Auf Lüftungsanlagen, wie sie in vielen herkömmlichen Passivhäusern als Ausgleich notwendig sind, kann hier ebenfalls verzichtet werden. „Die beste Maschine ist diejenige, die man nicht braucht“, sagt Becher trocken.

Die Haustechnik beschränkt sich auf ein Minimum. So befinden sich unter dem Glasdach auf dem Dachboden solarthermische Kollektorschläuche. Diese sind mit einem 1.000 Liter fassenden Pufferspeicher verbunden und erwärmen das Wasser mit. An kälteren und wenig sonnenintensiven Tagen übernimmt dies ein Kaminofen. Die Wärme wird nach Bedarf wieder aus dem Pufferspeicher entnommen und über die Wandstrahlungsheizung in den Räumen verteilt. So entstehen jährliche Heizkosten von nur wenigen hundert Euro für das Holz. Insgesamt wurden bis zu 90 Prozent weniger Heiz- und Betriebskosten als bei Referenzhäusern errechnet. Mit einer zusätzlichen PV-Anlage würde das Bio-Solar-Haus sogar zu einem Plus-Energiehaus, betont das Unternehmen.

Klaus Becher und sein Neffe Hubert, der als Geschäftsführer fungiert, betreiben in der Pfalz ein Kompetenzzentrum Nachhaltigkeit.  Darin befindet sich ein Sonnenpark mit Beispielhäusern, damit sich jeder von dem positiv genutzten Treibhauseffekt, der Bauweise mit weitgehend natürlichen Materialien und dem angenehmen Wohnklima überzeugen kann. Auch Probewohnen wird angeboten und viel genutzt. In Seminaren kann jeder den Aufbau lernen und damit viel Geld sparen.  Das Design und der Innenausbau sind frei gestaltbar, und so ist jedes Haus ein Unikat.

Die Finanzierung wird nach der Energiesparverordnung EnEV  im Rahmen des „Co2-Gebäudesanierungsprogrammes“ des Bundes für Effizienzhäuser gefördert. Das Haus eignet sich aber nicht nur als Wohntrakt.  So wurden das „Haus-im Haus“- Konzept zusammen mit Partnerunternehmen bereits an Schul- und Bürogebäuden umgesetzt. Auch im Ausland steigt das Interesse. „Die Nachfrage ist in diesem Jahr riesengroß“, freut sich Patenthalter Klaus Becher, „weil das Bio-Solar-Haus nicht teurer ist als andere Häuser und die Betriebskosten 80 Prozent niedriger sind. Und gesünder kann man meiner Meinung nach nicht wohnen“.

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