Roland Berger: Stationäre Brennstoffzellen sind marktreif

Studie von Roland Berger Strategy Consultants: Brennstoffzellen senken Energieverbrauch und sparen Kosten

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Stationäre Brennstoffzellen stehen in Europa kurz vor der kommerziellen Markteinführung. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Studie von Roland Berger Strategy Consultants und des Fuel Cell and Hydrogen Joint Undertaking der EU. Hinter der positiven Entwicklung steckt neben der guten Erdgasinfrastruktur vor allem der Ausbau der erneuerbaren Energien. Denn Brennstoffzellen können sowohl fossile als auch grüne Energiequellen hocheffizient in Strom und Wärme umwandeln. Wettbewerbsfähig werden sie allerdings nur, wenn die Produktionskosten sinken.

1. April 2015. Die Vorzüge von Brennstoffzellen liegen auf der Hand. Sie erreichen eine elektrische Effizienz von bis zu 60 Prozent, die kombinierte elektrische und thermische Effizienz kann sogar 90 Prozent überschreiten. Ihr Einsatz senkt den Energieverbrauch, spart Kosten und reduziert den CO2-Ausstoß. Dennoch führen Brennstoffzellen in Deutschland und Europa bisher eher ein Nischendasein, während sie in Japan, Südkorea und den USA schon seit Jahren genutzt werden.

In ihrer aktuellen Studie „Advancing Europe’s energy system: stationary fuel cells in distributed generation“ haben Roland Berger Strategy Consultants und das Fuel Cell and Hydrogen Joint Undertaking untersucht, wie hoch das Kommerzialisierungspotenzial von Brennstoffzellen ist. 35 Branchenakteure haben dazu die bis dato umfangreichste Analyse zum Stand der stationären Brennstoffzellentechnologie in Europa gemacht. Die Resultate lassen auf ein großes Anwendungspotenzial schließen.

Ein großer Vorteil der Brennstoffzelle ist ihre Flexibilität. Nicht nur hinsichtlich des verwendeten Energieträgers, sondern auch, was ihre Einsatzmöglichkeiten betrifft. So setzt sich der Markt für die Technologie aus drei Segmenten zusammen: Wohnhäuser, Gewerbeimmobilien und industrielle Anwendungen. Laut der Studie bietet jedes Segment attraktive Absatzchancen, allerdings ist die jeweilige Marktdurchdringung bislang unterschiedlich weit fortgeschritten. In Ein- und Zweifamilienhäusern wird die Brennstoffzellentechnologie in Form von Mikro-KWK-Anlagen bereits recht gut genutzt. Dennoch gibt es auch hier noch ein jährliches Gesamtmarktpotenzial von 2,5 Millionen Einheiten in Deutschland, Großbritannien, Italien und Polen.

Auch industrielle Anwendungen sind stark im Kommen – ihnen wird bereits fast der gleiche Marktreifegrad wie den KWK-Anlagen bescheinigt. „Mikro-KWK-Anlagen und ausgewählte Industrielösungen auf Brennstoffzellenbasis werden in naher Zukunft vermutlich den größten Fortschritt in Richtung kommerzieller Nutzung machen“, sagt Heiko Ammermann, Partner von Roland Berger Strategy Consultans. In den Kinderschuhen steckt die Brennstoffzelle abernoch bei Gewerbeimmobilien.

Was den flächendeckenden Einsatz von stationären Brennstoffzellen bis dato noch verzögert, sind die hohen Investitionskosten von 30.000 bis 40.000 Euro pro Mikro-KWK. Dagegen steht allerdings auch die schnelle Amortisierung, denn durch die hohe Effizienz der Technologie lassen sich in einem teilsanierten Einfamilienhaus bereits 40 Prozent Energiekosten sparen. Diese erfreuliche Bilanz, verbunden mit einer Senkung der Anschaffungskosten könnte, so die Roland-Berger-Studie, zu einer weiteren Verbreitung der Brennstoffzellentechnologie führen.

Der Schlüssel zur erfolgreichen Kommerzialisierung lautet: Wettbewerbsfähigkeit. Und die wird laut Heiko Ammermann durch stetige Forschung und Entwicklung und steigende Produktionsvolumina erreicht. Die Empfehlung an die Industrie: neuartige Finanzierungsmodelle, wie Contracting-Angebote, für potenzielle Kunden zu schaffen und Partnerschaften mit anderen Marktakteuren einzugehen. Last but not least braucht die Brennstoffzelle öffentliche Unterstützung, wie projektbezogene Förderungen, um sich als Energielieferant vollständig durchzusetzen.

Die gesamte Studie „Advancing Europe’s energy systems: Stationary fuel cells in distributed generation“ ist hier kostenlos verfügbar.

1 Kommentar

  • Diese Brennstäbe wären schon wirklich klasse. Was ich jetzt nicht richtig raus lesen konnte: Sind die genannten Brennstoffstäbe für Privathaushalte gedacht?
    Da sind Anschaffungskosten von 30.000 bis 40.000 Euro schon ne ganz schöne Nummer. An und für sich ist das trotzdem eine sehr gute Alternative, wie ich finde. Ich versuche mir gerade vor zu stellen, was man sich einsparen würde, wenn ein Einfamilienhaus nicht nur teilsaniert sondern komplett saniert ist. Ein Traum. 🙂

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