Die bewegende und bewegte Geschichte des Solarzellenherstellers Q-Cells SE ist heute um ein Kapital reicher geworden: Gründer und CEO Anton Milner ist mit sofortiger Wirkung aus dem Vorstand ausgeschieden. Hintergrund ist, dass es Milner und dessen früherem CFO offenbar nicht gelungen war, durch Restrukturierungen die Wende hin zu einem profitablen Konzern zu schaffen. Im Jahr 2009 machte Q-Cells einen gigantischen Verlust von 1,4 Milliarden Euro.
Wie geht es weiter bei Q-Cells?
Die Pressemitteilung, die Q-Cells nach der heutigen Aufsichtsratssitzung herausgab, klingt mehr nach Pflichtaufgabe als nach ehrlicher Dankbarkeit: Leidglich drei Sätzen wird noch auf Anton Milner eingegangen, offiziell wird ihm “für die hervorragende Arbeit der letzten Jahre ausdrücklich gedankt”.
Nachfolger von Milner wird Nedim Cen, der erst seit Juni als CFO im Unternehmen tätig ist, und nun beide Funktionen in Personalunion schultern soll. Cen gilt als harter Sanierer und als Kopf hinter dem Restrukturierungsprogramm Q-Cells Reloaded. Dieses bewirkte einerseits den Milliardenverlust, weil beispielsweise schon mehr als 500 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz verloren, führte andererseits aber zu der von Ex-Chef Milner gebrachten Prognose, das Unternehmen werde schnell wieder auf einen profitablen Wachstumskurs zurückkehren.
Cen zur Seite steht weiterhin Gerhard Rauter, Vorstand für Produktion und Technologie, dessen Vertrag nach Angaben des Unternehmens um drei Jahre verlängert wurde.
Cen soll solange im Amt bleiben, bis die Neuausrichtung von Q-Cells abgeschlossen ist. Das Unternehmen geht davon aus, dass die Umsetzung aller Maßnahmen bis Ende des Jahres dauern wird.
Hoffen wir, dass es in einigen Monaten wieder positive Schlagzeilen von Q-Cells geben wird!
Der japanische Technologiekonzern Kyocera setzt weiter stark auf die Entwicklung von Solarzellen. So stellte das Unternehmen kürzlich einen Wirkungsgrad-Rekord auf und verkündete die schrittweise Erhöhung der Produktionskapazitäten auf 1 Gigawatt. Die entspräche einer satten Verdopplung der Kapazitäten, denn aktuell hat das Unternehmen nach eigenen Angaben 400 Megawatt Produktionskapazität.
Den guten Wirkungsgrad von 16,6 Prozent erzielte Kyocera eigenen Angaben zufolge bei polykristallinen Photovoltaik-Modulen. Das Ergebnis sei vor allem auf die proprietäre Rückkontakt-Technologie des Unternehens zurückzuführen. Bei dieser Technologie werden stromleitende Elektroden von der Vorder- auf die Rückseite verlegt und somit die Absorptionsfläche auf der Modulfront vergrößert. Dadurch kann die Effizienz verbessert werden.
Um die Produktionskapazität auf 1 Gigawatt bis 2013 steigern zu können, will Kyocera in Japan ein neues Werk errichten. Die neue Anlage wird die größte Produktionsstätte von Kyocera zur Produktion von Solarzellen in Japan sein und in Yasu/Shiga angesiedelt sein.Das neue Werk solle eine verbesserte Fertigungsstraße mit einer um 20 Prozent erhöhten Produktivität im Vergleich zum bestehenden Werk in Yohkaichi erhalten, so das Unternehmen. Den ganzen Beitrag lesen »
Das oft nervige, nächtliche Blinken von Windenergieanlagen könnte schon bald der Vergangenheit angehören. Im weltweit ersten Modellversuch wird seit kurzem in Nadrensee in Mecklenburg-Vorpommern eine innovative, per Radar gesteuerte Anlage zur Flgkennzeichnung auf Herz und Nieren im Praxiseinsatz geprüft.
Erkennt das Radarsystem ein Flugzeug oder einen Hubschrauber, wird die vorgeschriebene Kennzeichnung für einige Minuten eingeschaltet. Auch Windfelder mit vielen Anlagen werden damit nachts nahezu unsichtbar. Ideengeber und Betreiber dieses Projektes ist die Enertrag AG aus der Uckermark, die Radartechnik stammt vom norwegischen Unternehmen Ocas AS aus Oslo.
Das Blinken der Windenergieanlagen, die sogenannte „Befeuerung“, soll verhindern, dass Flugzeuge und Hubschrauber mit den Anlagen kollidieren. Die Kennzeichnung ist in allen Ländern gesetzlich für alle Windenergieanlagen ab einer gewissen Bauhöhe vorgeschrieben. Anwohner und Autofahrer können sich vor allem in dünn besiedelten Gebieten gestört fühlen, in denen das Blinken oft die einzige nächtliche Lichtquelle darstellt und dadurch besonders auffällt. Den ganzen Beitrag lesen »
Im Januar weilte SolarWorld-Chef Franz Asbeck zusammen mit einer Wirtschaftsdelegation und Außenminister Guido Westerwelle auf der arabischen Halbinsel – und führte dabei u.a. Gespräche in Katar und Saudi-Arabien. Heute verkündet die SolarWorld AG, man werde sich am neu gegründeten Joint Venture Qatar Solar Technologies (QSR) beteiligen. Das Unternehmen plant die Errichtung der ersten Polysilizium-Fabrik auf der arabischen Halbinsel. Neben SolarWorld wird noch ein anderes deutsches Unternehmen von dieser Investition profitieren.
Dabei handelt es sich um centrotherm photovoltaics. Denn die in Blaubeuren ansässige centrotherm photovoltaics AG verkündete heute, man habe mit Qatar Solar Technologies einen Vertrag über die Lieferung von Technologie und Equipment zur Produktion hochreinen Siliziums unterzeichnet. Genauer ist die Tochter centrotherm SiTec GmbH, die die Silizium-Aktivitäten des Solar-Zulieferers bündelt, mit dem Auftrag betraut. Gleichzeitig übernimmt centrotherm Engineering- und Projekt-Services bis zum Ramp Up.
Neben Reaktoren und Konvertern kommt die im letzten Jahr neu vorgestellte Abgasrückgewinnungsanlage (Vent Gas Recovery) bei der Fabrik zum Einsatz. Diese soll der Rückgewinnung von giftigen Prozessgasen dienen und zur ressourcenschonenden Produktion beitragen. Durch die Rückübertragung der Gase in den Produktionsablauf sinkt der Energieverbrauch, steigt die Produktionseffizienz und entstehen letztlich deutliche Produktionskostenvorteile. Den ganzen Beitrag lesen »
Die Heliatek GmbH bastelt konsequent und unaufgeregt am Erfolg ihrer organischen Solarzellen. In den letzten Monaten sind CEO Dr. Andreas Rückemann und seinem Team einige entscheidende Weichenstellungen gelungen: Eine weitere Finanzierungsrunde brachte fast 20 Millionen Euro frisches Kapital, dazu wurden einige Personalfragen überzeugend gelöst. Grund genug, bei Heliatek-CEO Dr. Andreas Rückemann nachzuhaken, wie der Stand der Dinge ist. Cleanthinking-Chefredakteur Martin Jendrischik hat es getan.
Robert Bosch GmbH, RWE Innogy und BASF Venture Capital – sie alle glauben an die Erfolgschancen der Technologie, die die Dresdner Heliatek GmbH derzeit mit hohem Engagement vorantreibt. Das Unternehmen, das ein Spin-off der Universitäten Dresden und Ulm ist, hat eine Technologie zur Erzeugung organischer Solarzellen entwickelt, die besonders günstige und einfache Produktionsmöglichkeiten verspricht. Der Clou: Bei der Tandem-Solarzellen-Technologie von Heliatek werden “kleine Moleküle”, genauer: organische Farbstoffe, die chemisch aus Kohlenwasserstoffen synthetisiert werden, verwendet.
Dr. Andreas Rückemann, seit einem Jahr CEO der Heliatek GmbH, berichtet:
“Wir verwenden hierfür eine Vakuum-Technologie, die sich auch im Bereich der OLED-Herstellung bei Unternehmen wie Osram und Philips längst durchgesetzt hat. Die Alternative ist die Verwendung von Polymeren wie sie beispielsweise Konarka im Inkjet-Print-Verfahren benutzt. Letztlich sind wir davon überzeugt, dass wir die Performance der Polymer-Zellen deutlich übertreffen werden und auch die Lebensdauer viel höher sein wird.“
Die Technologie von Konarka, einem der Konkurrenten im Bereich “Organische Photovoltaik”, sei mit Sicherheit auch von den jetzigen Heliatek-Investoren unter die Lupe genommen worden, so der CEO Rückemann weiter. Resultat: BASF, Robert Bosch und RWE investierten zuletzt im November 2009 fast 20 Millionen Euro in die Technologie der Heliatek.
Wirkungsgrad der Tandemsolarzellen: 6,1 Prozent
Derzeit hat das in Dresden ansässige Unternehmen 30 Mitarbeiter, die sich mit der Weiterentwicklung der Technologie – aktuell wurde ein Wirkungsgrad von 6,1 Prozent gemessen – aber vor allem mit dem Aufbau der Produktionslinie beschäftigen. Bis 2015 könnte auf wenigen Tausend Quadratmetern bis zu 700 Megawatt produziert werden.
Als nächster Schritt ist aber zunächst der Aufbau der ersten Produktionsanlage bis Ende 2011, Anfang 2012 geplant, so Dr. Rückemann im Gespräch mit Cleanthinking.de. Derzeit wird auch gemeinsam mit einem deutschen Anlagenbauer ein “Rollcoater” entwickelt, der das Herzstück der Produktionsstrecke werden soll.
Erst Einstiegs-, dann Volumenmärkte
Zielmärkte hat das junge Technologie-Unternehmen reichlich im Blick: Kurzfristig werden es eher Einstiegsmärkte wie der Bereich “Electronic Devices” sein, mittelfristig ist aber aufgrund des Kostenvorteils gegenüber der zweiten Generation der Photovoltaik auch der Einsatz auf Industriedächern, Aufdachanlagen angestrebt.
“Ein weiterer USP neben der Leichtigkeit der Module und den günstigen Produktionskosten ist es, dass wir auch echte, homogene Semi-Transparenz in unseren Modulen erreichen können. Diese eignen sich hervorragend, um damit getönte Autoscheiben zu bekleben oder bei großflächigen Fenstern, Sonnenschutz mit Energieerzeugung zu koppeln.”
Dr. Andreas Rückemann ist seit November 2008 am Ruder des Dresdner Cleantech-Unternehmens, dem eine goldene Zukunft vorausgesagt wird. Ende Januar konnte die Heliatek GmbH bekanntgeben, dass Michael Mohr von Oerlikon Solar als neuer VP Production gewonnen werden konnte. Mohr war zuletzt Abteilungsleiter Production Technology im Bereich Technologietransfer, Integration und Ramp-up bei Oerlikon Solar AG – und gilt als einer der führenden Experten im Bereich Produktion mit Dünnschicht-Technologie.
Heliatek – ein Name, den man sich, wenn man sich für Photovoltaik interessiert, unbedingt merken muss. Bei Cleanthinking.de werden wir dieses spannende Cleantech-Unternehmen ganz gezielt im Blick behalten.
Die junge Erneuerbare Energie Geothermie hat zahlreiche Facetten und ganz unterschiedliche Funktionsweisen. Dennoch wird Geothermie in der Öffentlichkeit bislang kaum differenziert dargestellt – vereinzelte Problemfälle werden in den Medien hervorgehoben (zu Recht!), allerdings wird völlig zu Unrecht generell negativ über Geothermie in Deutschland berichtet.
Um diese einseitige Berichterstattung zu ändern, haben wir uns bei Cleanthinking.de ausführlich mit dem Thema Geothermie beschäftigt. Den Auftakt von mehreren Beiträgen bildet ein Überblick über unterschiedliche Geothermie-Verfahren in Verbindung mit Informationen über die Firma rds energies GmbH, deren Geschäftsführerin Eva-Catrin Reinhardt uns kürzlich Rede und Antwort stand.
Geothermie: Eine Branche zwischen Hoffen und Bangen – wird 2010 ein Schicksalsjahr für die Akzeptanz der Geothermie in Deutschland?
Grundsätzlich lassen sich folgende Arten der Geothermie unterscheiden:
- Oberflächennahe Geothermie / Erdwärmesonden – im Segment der Wärmepumpen gibt es bereits einen stabil wachsenden Markt, den u.a. Stiebel Eltron sehr aktiv bearbeitet.
- Hydrothermale Geothermie – Die Hydrothermalen Verfahren sind auf die Fündigkeit von Heißwasserquellen in Tiefen von 3.000-4.500 m angewiesen. Die Quellen werden durch Bohrungen erschlossen und das heiße Wasser wird aus der Erde zur Verstromung in einem Kraftwerk gefördert. Vorraussetzung für einen erfolgreichen Betrieb ist somit die zielgenaue Anbohrung einer Heißwasserquelle.
Daher hat es nicht das große Potenzial, denn die Bohrungen sind aufwändig. Außerdem sind solche Quellen nur in stark eingegrenzten Regionen in Deutschland (Rheingraben, Molassebecken) möglich. Dennoch ist dieses Verfahren im Markt mehr verbreitet als die pethrothermale Geothermie.
- Pethrothermale Geothermie – Das HDR-Verfahren nutzt die im Tiefengestein (in der Regel kristalline Vulkanite) gespeicherte Wärmeenergie, welches gerade in Deutschland in ca. 5.000 m Tiefe überall zu finden ist. Nach einem Aufbrechen des Gesteins wird somit ein unterirdischer Wärmetauscher geschaffen, in den mit einer Injektionsbohrung kaltes Wasser eingepresst wird, welches sich im Wärmetauscher erhitzt und durch eine Förderbohrung wieder entnommen wird. Das Fündigkeitsrisiko eine Heißwasserquelle zu finden, spielt bei diesem Verfahren also keine Rolle.
Das HDR-Verfahren kann durchaus ein Baustein zur Lösung der globalen Klimaproblematik sein – allerdings gibt es bislang kaum eine Lobby in Deutschland, die dieses Thema tatsächlich unterstützt. Gerade das Ingenieurs-Land Deutschland könnte Maßgebliches in diesem Bereich der Kraftwerkslandschaft bewegen.
rds energies aus Berlin hilft Geothermie-Unternehmen dabei geeingte Kapitalpartner oder strategische Partner zu finden und unterstützt das jeweilige Unternehmen bis zur endgültigen Vertragsunterschrift bei allen Schritten. Dabei ist rds energies nicht nur auf Geothermie-Projekte spezialisiert, sondern ebenfalls auf den Wind- und Photovoltaikmarkt. Den ganzen Beitrag lesen »