CleanTech-StartUp der Woche 7 – 2013: ARKTIK und das klimaneutrale Autofahren

Klimaschutz-StartUp / Privatpersonen und Geschäftskunden / Ausgezeichneter Klimaschutz statt Greenwashing

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Der Klimawandel, das Zwei-Grad-Ziel, das Reduzieren von Treibhausgasemissionen – Schlagworte die aktueller nicht sein könnten und das Tätigkeitsfeld des StartUps der Woche knapp umreißen. Wie aktuelle Studien beweisen, sind Klimaschutz und Nachhaltigkeit nicht nur ein Thema im Privaten, sondern vor allem auch ein Wettbewerbsfaktor für Unternehmen. 

Im Widerspruch dazu steht das Verhalten vieler Menschen und Unternehmen im Alltag: Das Autofahren ist zum festen Bestandteil des Lebens geworden, macht uns unabhängiger, schneller, bequemer. Die Kehrseite: In Deutschland verursachen jährlich etwa 41 Millionen PKW rund 105 Millionen Tonnen CO2. Dies entspricht 12 Prozent der bundesweiten CO2-Emissionen. Die Elektrifizierung der Mobilität wird zwar von der Bundesregierung, Initiativen, Unternehmen und Verbänden vorangetrieben, kommt jedoch nur langsam in Gang. Das Abgas-Problem wird daher vermutlich noch mindestens 20 Jahre bestehen.

Was also so lange tun, wenn man nicht auf das Auto verzichten kann oder möchte? Der beste Klimaschutz ist es, Treibhausgase zu vermeiden oder zumindest zu reduzieren. Solange Treibhausgase durch menschliches Handeln entstehen, bietet der CO2-Ausgleich eine zeitgemäße und wirkungsvolle Alternative, um dem Klimawandel zu begegnen“, so die Überzeugung unseres CleanTech StartUps der Woche. Das Ergebnis: Die Tankkarte zum klimaneutralen Autofahren. Mit dieser können Autofahrer Verantwortung für die nicht vermeidbaren CO2-Emissionen ihres PKW übernehmen.

Um die CO2-Emissionen von 50 Litern Benzin einzusparen, müsste man jedoch beim Duschen 110 Tage auf warmes Wasser verzichten oder 347 Tage kein Licht einschalten (Single-Haushalt). Da sich dies eher schwierig gestaltet, hat das CleanTech StartUp der Woche eine andere Idee entwickelt.

ARKTIK: Fakten zum StartUp der Woche

Auszeichnung StartUp der Woche_ARKTIK

Die ARKTIK GmbH wurde 2008 von einem jungen dreiköpfigen Team gegründet. Sitz des Klimaschutz-StartUps ist die Hansestadt Hamburg. Heute umfasst das Team bereits acht Köpfe und hat zahlreiche Kooperationspartner für sich gewinnen können. Darunter der TÜV Nord, Jet, euroShell, der NABU. Die Idee:  Gemeinsam für den Klimaschutz eintreten. Wie genau, wird an späterer Stelle erklärt…

Dass diese Idee eine gute mit Potenzial ist, zeigen verschiedene Auszeichnungen und Nominierungen, die das unabhängige StartUp bereits vorweisen kann: In einer Studie der Verbraucherzentrale hat ARKTIK den 2. Platz belegt und in den Kategorien „Realitätsnahe Berechnung“ und „Qualität der Kompensation“ ein „sehr gut“ erhalten. Außerdem wurde das Unternehmen von der AUTO BILD – u.a. neben dem Hybridfahrzeug Toyota Prius – als eine von zehn Umweltinnovationen für das grüne Lenkrad nominiert.

Die Zielgruppe des Unternehmens ist zweigeteilt: Einerseits können sich Privatpersonen durch die Nutzung der ARKTIK Karte beim Tanken an Klimaschutzprojekten beteiligen und so einen Beitrag zur Emissionsreduktion leisten. Andererseits richtet sich ARKTIK als Full Service Anbieter im Bereich Klimaschutz bzw. „externer Klimaschutzbeauftragter“ auch an Unternehmen, deren Mitarbeiter, Logistiker, Fuhrparkmanager.

Wer sich hinter ARKTIK verbirgt

ARKTIK GründerARKTIK wurde 2008 von drei Doktoranden gegründet und ging als Spin-Off aus dem Institut für Technologie- und Innovationsmanagement an der Technischen Universität Hamburg-Harburg hervor.

Während ihres Studiums an der TU Hamburg-Harburg lernten sich das Gründungsteam der ARKTIK GmbH kennen. „Im Rahmen des Studiums waren das Entwickeln von kreativen und innovativen Ideen sowie das Thema Gründung stets präsent“, erklärt Dr. Florian Skiba, Geschäftsführer und Gründer. Kein Wunder also, dass sich Dr. Florian Skiba (links im Bild) gemeinsam mit Dr. Dominic de Vries (Mitte) und Dr. Frank Tietze (rechts im Bild) während ihren Promotionen am Lehrstuhl für Innovationsmanagement dazu entschloss, ein Unternehmen zu gründen. „Das Studium hat uns einen sehr fruchtbaren Boden zur Verfügung gestellt, auf dem gute Ideen wachsen konnten. Schließlich kam uns die Idee von ARKTIK als Klimaschutzunternehmen“, so Florian Skiba weiter. 

Die ARKTIK Karte im FlyDie Idee einen CO2-Ausgleich für Flugreisen zu schaffen, war bereits etabliert und von der Gesellschaft akzeptiert. Den Gründern kam die Idee, dieses Konzept in den Alltag zu übertragen. Sie suchten nach Gründen, warum es diese Leistung nicht auch für Autofahrten gab. Das Ergebnis: Die Akzeptanz und das Interesse an solchen Projekten ist durchaus vorhanden: 72 Prozent der deutschen Autofahrer halten CO2-Kompensation für eine sinnvolle Maßnahme, aktiv das Klima zu schützen. Jedoch sei die Umsetzung mit einem höheren Aufwand – zum Beispiel dem Führen eines Fahrtenbuches – verbunden. „Es ist eben leichter bei der Flugbuchung einen Haken für den CO2-Ausgleich zu setzen, als selbst tätig zu werden“, so die Theorie des Gründerteams.

Die Lösung: Es sollte eine Automatisierung geschaffen werden, welche die Handhabung extrem vereinfacht. Entstanden ist die ARKTIK Tankkarte. Florian Skiba stellt fest: „Tankkarten gab es ja bereits. Das war keine Neuheit und die Akzeptanz bei den Nutzern damit bereits vorhanden.“ Die Unternehmensidee war geboren.

Liebe Leserinnen und Leser – in jeder Woche wird ein spannendes CleanTech-StartUp  vorgestellt. StartUps können sich mit einer Mail an startups@cleanthinking.de bei der CleanThinking-Redaktion bewerben. Wir freuen uns über Hinweise und Empfehlungen und sind gespannt, was die CleanTech-Welt bewegt!

Lesen Sie hier den zweiten Teil des StartUp-Porträts:

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