Conergy-Chef Ammer: "Wir sind wieder wettbewerbsfähig"
Die Conergy AG hat ihren Umsatz im 2. Quartal 2010 auf 239,4 Mio. Euro gesteigert. Im Vergleich zum Vorjahresquartal betrug der Umsatzsprung 50 Prozent, im Vergleich zum 1. Quartal 2010 60 Prozent. Noch-Vorstandschef Dieter Ammer dazu: “Erstmals schreiben wir auch unter dem Strich wieder schwarze Zahlen. Das Ergebnis zeigt: Durch unser Restrukturierungsprogramm haben wir bei wachsenden Umsätzen unsere Kostenstruktur gut im Griff. Wir sind wieder wettbewerbsfähig – und durch unsere diversifizierte, internationale Aufstellung auch für die künftigen Herausforderungen des Marktes bestens positioniert.”
In der Tat macht das gute Halbjahresergebnis der Conergy Hoffnung, dass sich auch die Conergy-Aktie eines Tages wieder einmal aus dem Pennystock-Bereich wird befreien können. Im Moment dümpelt der Wert bei 70 Cent herum. Auch die zuletzt positiv aufgenommene Meldung von der Verlängerung der Kreditlinie sorgte nicht für einen nachhaltigen Aufschwung der Conergy-Aktie. Insbesondere die Commerzbank, zwischenzeitlich mit 37 Prozent an Conergy beteiligt, nutzt scheinbar jede Stärke der Aktie, um weitere Papiere zu veräußern.
Dank der weiter gestiegenen Nachfrage nach selbst gefertigten Produkten konnte Conergy seinen Rohertrag von 18,2 Mio. Euro auf 58,9 Mio. Euro mehr als verdreifachen – und im Berichtszeitraum so eine Marge von 24,6 Prozent ausweisen. Diese liegt deutlich höher als etwa die von SolarWorld angegebene Marge. Das EBITDA lag mit 18,5 Mio. Euro deutlich über dem Vorjahreswert (Q2 2009: -22,9 Mio. Euro). Damit ist Conergy im dritten Quartal in Folge wieder operativ positiv. Die verbesserte Umsatzentwicklung sowie die gestiegene Ertragskraft des Unternehmens führten im zweiten Quartal erstmals wieder zu einem positiven Nachsteuerergebnis aus fortzuführendem Geschäft von 7,9 Mio. Euro (Q2 2009: -33,2 Mio. Euro).
Insgesamt konnte Conergy seinen Umsatz in den ersten sechs Monaten 2010 um rund 80% auf 389,7 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: 217,6 Mio. Euro) steigern. Hierfür war neben einem starken deutschen Markt die ebenfalls gestiegene Nachfrage in den zahlreichen Conergy-Auslandsmärkten verantwortlich; hier erwirtschaften die Hamburger bereits jetzt rund 50 Prozent ihrer Umsätze. Besonders erfreulich entwickelten sich Frankreich, Spanien und Australien, wo sich die Umsätze mehr als verdoppeln konnten.
Bei weiter gestiegener Rohertragsmarge konnte Conergy auch das EBITDA um 67,8 Mio. Euro auf 25,8 Mio. Euro verbessern. Auch das EBIT stieg: Fiel im Vorjahreszeitraum noch ein Verlust von 53,3 Mio. Euro an, verzeichnet Conergy im ersten Halbjahr 2010 einen Gewinn in Höhe von 12,0 Mio. Euro. In der Summe ist Conergy so auch im Nachsteuerergebnis erstmals nach drei Jahren wieder profitabel.
