DBM Energy: "Einem derartigen Ansturm waren wir schlicht nicht gewachsen"

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Homepage DBM Energy GmbHIn den vergangenen Tagen und Wochen häuften sich negative Medienberichte und Forenkommentare zum Berliner Cleantech-Unternehmen DBM Energy – Sie erinnern sich, die Jungs mit der Elektroauto-Rekordfahrt von München nach Berlin und der (phänomenalen?) Kolibri-Akku-Technologie. Oft wurde gefragt: Geht dem Unternehmen bereits die Luft aus? Wieso dringt nichts mehr in die Öffentlichkeit und weshalb kommen – mal wieder – keine Antworten auf Anfragen, beispielsweise auch an die Pressestelle? Ist DBM Energy insolvent und war die Rekordfahrt nur ein peinlicher Betrug? Ende des Jahres schon wurde die ursprüngliche Homepage von DBM Energy abgeschaltet – es gab nur einen Text, der ein frohes neues Jahr und geruhsame Festtage wünscht. Wenig später erreichte man die DBM Energy GmbH überhaupt nicht mehr – doch jetzt gibt es ein Lebenszeichen des Unternehmens, in dem der Energiespeicher-Spezialist Fehler einräumt und zugibt, nach 11.000 Medienberichten und angeblich 1.000 Anfragen pro Tag schlicht überfordert gewesen zu sein…

Der Hinweistext ist an Kunden, Freunde, Förderer, Interessenten und – man höre und staune – an die „lieben Kritiker“ der DBM Energy adressiert. Dabei bittet die Geschäftsführung der DBM Energy GmbH um Zeit, „um all die Ereignisse der vergangenen Wochen und Monate zu verarbeiten und unser Unternehmen an die neuen Herausforderungen anzupassen.“

Und weiter:

„11.000 Medienberichte haben sich mit unserem Thema beschäftigt. Teils begeistert mit ungeahntem Zuspruch, teils mit überwältigenden Angeboten, teils aber auch mit kritischen Unterstellungen. „Es kann nicht sein, was nicht sein darf“. Nicht immer waren wir begeistert und natürlich haben wir uns hin und wieder auch geärgert. Aber so ist das wohl. Über Nacht waren wir in eine neue Liga aufgestiegen und das hat verständlicherweise nicht nur Begeisterungsstürme ausgelöst.

Wir haben täglich bis zu 1.000 Briefe und Email-Anfragen bekommen. Eine unendliche Flut an Meinungen und Anfragen ist auf uns eingeprasselt und wollte beantwortet werden. Renommierte Institute wollten unsere Batterie sofort auf den Prüfstand stellen und drohten uns mit harten Konsequenzen für den Fall, dass wir nicht zeitnah liefern. Es begann ein mediales Wechselbad der Gefühle, das uns letztendlich personell überfordert hat.“

Bedanken möchte DBM Energy sich ganz besonders bei denen, „die uns trotz vereinzelter Startschwierigkeiten unterstützen. Eines sei an dieser Stelle gesagt: Wer in Deutschland eine wirkliche Innovation entwickelt hat, bekommt in diesem Land, mit dieser Regierung eine echte Chance. Nachdem wir vom Bundeswirtschaftsministerium kritisch geprüft wurden, hat man uns mit großem Engagement unterstützt.“

Man habe viele Gespräche geführt und inbesondere auch aus dem Ausland viele attraktive Angebote bekommen (Gerüchten zufolge .

„Wir haben versucht, dem Ansturm – so gut es geht – gerecht zu werden und begonnen, uns organisatorisch auf die neuen Herausforderungen vorzubereiten. Sicherlich haben wir dabei nicht immer alles richtig gemacht. Einem derartigen Ansturm waren wir schlicht nicht gewachsen. Also haben wir es so gut gemacht, wie wir das in dieser überwältigenden neuen Situation eben konnten. Bei denen, die sich – aus ihrer Perspektive sicherlich im einen oder anderen Falle auch verständlich – geärgert haben, möchten wir uns an dieser Stelle entschuldigen und Sie für diese ungewöhnliche Situation um Verständnis bitten.“

Nun habe sich die DBM Energy GmbH dazu entschlossen, den Jahreswechsel und das erste Quartal 2011 dazu zu nutzen, „uns für ein erfolgreiche Zukunft grundsätzlich professionell neu aufzustellen und arbeiten unter Hochdruck an dem Auf- und Ausbau einer schlagkräftigen Struktur.“

Un dann kommt der Satz, der alle Kritiker hellhörig machen dürfte: „Gerne stehen wir Ihnen anschließend zur Verfügung um offene Fragen zu beantworten und die erforderlichen Tests durchzuführen.“

Die kommenden Monate werden also spannend: Natürlich gibt es nach wie vor erhebliche Zweifel, ob wirklich ein kleines Unternehmen wie DBM Energy eine revolutionäre Technologie entwickeln kann. Aber wir von Cleanthinking.de schlagen wir: Geben wir dem Unternehmen doch ein Chance, die Qualität der Kolibri AlphaPolymer-Technologie im Vergleich zu Lithium-Ion-Akkus unter Beweis zu stellen. Drei bis sechs Monate Geduld sollten wir alle noch haben – anschließend wissen wir (hoffentlich) mehr!

3 Kommentare

  • Es ist eine soziale Notwendigkeit Speicherformen für alle natürlich vorhandenen Umweltenergien immer weiter zu verbessern. Je altruistischer der Umgang mit diesem Wissen gehandhabt wird, desto eher besteht eine Chance auf Versöhnung der Menschen mit Ihrer Erde. Wer immer, wann, dazu einen Beitrag zu leisten vermag, ist ein Mensch guten Willens.

  • K.Buschmann

    Die Unschuldsvermutung bis zuletzt aufrecht zu erhalten ist sicher ein nobler Zug – aber der ADAC hat nichts zurück zu nehmen. Angesichts der tröpfelnden und widersprüchlichen Informationspolitik von DBM sollten bei jedem unabhängigen Beobachter die Alarmglocken klingeln. Der ADAC hat ja auch nicht „Betrug“ gerufen, sondern sehr berechtigte Fragen gestellt, die bis Dato größtenteils unbeantwortet geblieben sind. Sollte DBM tatsächlich irgendwann konsistente und überprüfbare Daten zu den bei der „Rekordfahrt“ genutzten Akkus liefern, dann haben sie schlicht das nachgeholt, was sie als „Profis“ von Anfang an hätten tun sollen. Die Homepage durch einen (wieder völlig informationsfreien) Entschuldigungsbrief zu ersetzen und so zu tun, als sei man von der Resonanz auf einen derart aufwändig in Szene gesetzten Heureka-Moment so „überrascht“, dass man erst mal für ein paar Monate abtauchen muss ist entweder total naiv oder sehr, sehr dreist.
    Das ganze kommt einem immer mehr wie eine Provinzpossen-Version der EEstor Geschichte vor – wobei die wenigstens noch ein paar Patente vorzuweisen haben.

  • Drei bis sechs Monate Geduld sollten wir alle noch haben – anschließend wissen wir (hoffentlich) mehr! Das sollte man im Allgemeinen auch so beibehalten. Ich könnte mir vorstellen, dass der ADAC (der größte Zweifler in der Presse) auch einiges zurück nehmen muss, wenn in einem Quartal die DBM weitere Testergebnisse (vielleicht auch vom ADAC) vorlegen kann.

    Es gehört auch schon eine Menge dazu, auf die gesamte Presse mit einem solchen Text zu reagieren und zeigt, dass das Team der DBM Energy profis in jeder Sicht sind und von ihrer Pressestelle auch gut beraten werden.

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