Der Spiegel: Windkraft schlecht?
Für ziemlichen Wirbel in der Blogosphäre sorgt der gestern veröffentlichte Beitrag von Spiegel Onlineunter dem reißerischen Titel “Unsinnige EU-Klimapolitik – Windräder bringen nichts für CO2-Ziel“. In der Einführung des von Anselm Waldermann geschriebenen Beitrags heißt es:
“Klimapolitik paradox: Trotz Solar- und Windenergie-Booms wird in Europa kein Gramm CO2 eingespart. Denn für jedes neue Windrad in Deutschland darf in Osteuropa mehr Kohle verfeuert werden. Auch die Grünen denken jetzt um, wie E-Mails belegen, die SPIEGEL ONLINE vorliegen.”
Teil des Beitrags ist eine Tabelle, die aufzeigen soll, wie teuer die Einsparung von CO2 bei entsprechenden Maßnahmen ist: An der Spitze liegt laut Spiegel die Gebäudeeffizienz. Die Blogosphäre reagiert wenig überrascht, wie folgende Zitate zeigen. Energynet.de schreibt:
“In dem Artikel werden wieder einmal – wie beim alljährlichen Gasstreit zwischen Russland und Ukraine – Heizenergie und Strom durcheinander gebracht. Die Dämmung von Gebäuden hat nichts mit dem Stromverbrauch zu tun. In Niedrigenergiehäusern wird ja nicht mit Strom geheizt. Keine Frage, die wirtschaftlich interessanteren Alternativen, wie der Heizenergieverbrauch (sollte sich nicht auf die Dämmung beschränken) von Gebäuden sollten vorher in Angriff genommen werden. Aber diese Maßnahmen können nicht mit der Stromerzeugung verrechnet werden – es kommt ja auch keiner auf die Idee, nur weil er ein Passivhaus hat, sich zu erlauben seinen SUV in der CO2-Bilanz damit zu verrechnen.”
Sebastian Keil bemerkt:
“Puh. Populismus par Excellence und eine Glanzleistung zu dieser Aussage zu kommen. Weil die Gesamtmenge an CO2, die ausgestoßen werden darf, unveränderlich ist, “bringen Windräder nichts.” Herr Waldermann vermischt hier Äpfel mit Birnen und freut sich über das Ergebenis, ist ja auch lecker, so ein Obstkuchen.”
und führt weiter aus:
“Solar- und Windkraftwerke werden ja gebaut, um sauberen Strom zu produzieren und nicht um CO2 einzusparen oder Zertifikate zu erfüllen.”
Aus meiner Sicht bringen es die Kommentatoren zutreffend auf den Punkt. Die Argumentation erscheint wirr und nicht glaubhaft. Grundsätzlich könnte ich mir aber vorstellen, dass es einen staatlichen Aufkauf von CO2-Zertifikaten geben sollte, damit die Preise steigen — und der Anreiz, CO2 einzusparen bestehen bleibt. Mit Windrädern hat das meines Erachtens nichts zu tun. Weitere Reaktionen auch hier und hier. Ich bin gespannt – Fortsetzung nicht ausgeschlossen… Update: Die Fortsetzung ist da, siehe hier Zweites Update im Klima-Lügendetektor
Autor: MartinJ am 11. Feb 2009 09:09, Rubrik: Cleantech Europe, Cleantech Presseschau, Energieeffizienz, Energieverbrauch, Erneuerbare Energie,
Kommentare per Feed RSS 2.0,
Kommentar schreiben, Trackback-URL





[...] Arlesheim Reloaded, Zettels Raum, Citeco, Kaboom, Die Achse des Guten, Clean Thinking, Daburna, Side Effects, [...]
Mal wieder einer der schlecht recherchierten und polemischen Artikel vom Spiegel.
Der Bundstags-Wahlkampf hat begonnen und die Redaktionen versuchen ihre präferierten Parteien zu puschen. In dem Fall CDU/FDP.
Allerdings machen das nicht alle so plump und durchschaubar und damit sehr dumm wie der Spiegel.
Der Artikel stellt die Welt auf den Kopf. Das System des Co2 Handels ist schlecht designt und deshalb wird Windförderung notwendig. Wind vermeidet natürlcih CO2.
siehe:
http://misantro.blogg.de/index.php?cat=Umwelt
[...] Kühl von energynet.de hat im Zuge der Spiegel-Debatte um die Windkraft eine Reaktion des Bundesverbandes Erneuerbare Energien erhalten. Dies schrieb [...]
“Solar- und Windkraftwerke werden ja gebaut, um sauberen Strom zu produzieren und nicht um CO2 einzusparen oder Zertifikate zu erfüllen.”
Äh, hier stimmt aber auch was nicht. Wieso hat man denn Interesse an sauberem Strom? Natürlich soll ein Augleich geschaffen werden, der es ermöglicht, Dreckschleudern wie veraltete Kohlekraftwerke abzuschaffen. Daher auch der Zertifikateanreiz.
Ich kenne die Faktenlage nicht genau, sollte es allerdings tatsächlich so sein, dass der Preisverfall zu einer Schnäppchenjagd auf Zertifikate führt, sollte man das Gesamtkonzept in der Tat überdenken.
Ca. 2004 entschied DER SPIEGEL, gegen Windkraftnutzung aufzutreten; ein ca. 6 seitiger Artikel erschien, ein Redakteur kündigte wegen der verlogenen Redaktio nssitzung, wonach die positiven Fakten nicht geschrieben werden durften. Er schrieb woanders, dass Windnutzung beim Spiegel nur negativ erscheinen dürfe (wie heute noch). Nebenbei verwechselt man dort immer noch Terrawatt u. Terawatt (10 hoch 12 Watt); ***Die Results der Stanford University, gemess en in 2006 an fast 8000 Messstellen weltweit kennt DER SPIEGEL nicht? Zitat der Uni:”Wenn man lediglich an leicht zugänglichen Stellen WindKraftAnlagen aufstellt, erhält man jährlich das 40-fache des Weltstromverbrauchs von 2006″. Obwohl dies einen Paradigmenwe chsel einläuten dürfte und Unmengen CO2 vermeiden wird- DER SPIEGEL weiss dies nicht? Also- ein Massen-Verblödungs-Organ! Dort verwechselt man, wie die Kanzlerin, Primärenergie u. Strom! Madam Merkel, als Russland mal 3 Tage den Ölhahn zugedreht hatte.”Also brauchen wir Atomkraft”. Ingenieure der Grüne n: “Sie steckt sich 1 Körnchen Uran in den Tank, sie fährt mit Atom”; Also Mass enverblödung soagr von der Kanzlerin, die Physiker ist! Wir haben nun mal keine Ölheizkraftwerke! Gott sei Dank! Dtl. 2008:WKA haben 40,4 Mrd. kWh erzeugt, das ist 7 % des Gesamtverbrauches (617 Mrd. kWh); CO2-Vermeidung hieraus, falls die 7% per Kohle erzeugt worden wären:
1 kWhel aus Kohle = 1,153 Kg CO2; aus Wind nur 20 gCO2! Hieraus: 7% des Dt. Stroms aus Wind= 46,6 Mio Tonnen CO2 Vermeidung/ Jahr;
————————————–
Allein ein Repowering bei nur 5000 WKA der 20350 WKA (Ersatz der 600 kW WKA mit grösseren (4500 kW, Rotordurchmess er 112m) hätte 70 Mrd. kWh /annum erzeugt, d.h. soviel Strom, wie “Garzweil er II”, wo die Leute 7600 Leute der 13 Ortschaften umgesiedelt wurden, um Braunkohle abzubauen für 44 Jahre und Strom für jährlich 70 Mrd. kWh; Notabene: Woher will DER SPIEGEL den Strom holen, wo wir in 60 Jahren kein Öl, Gas, Uran mehr haben, selbst die dreckige Kohle nur noch 112 Jahre reicht? Man baucht kein Ing. zu sein, jeder Sophist kapiert das rein begrifflich- nur Spiegel- Redakteure nicht; Ihr “Argument”: Regenerativer Strom koste bis zu 44.- Euro mehr für einen Haushalt/ Jahr! Die Wahrheit ist zwar 12- 15.-Euro und, wie gesagt, in 60 J. gibts nichts mehr, egal, wie teuer! Haben diese Redakteure je über die willkürliche Preiser höhung von E.ON, RWE, Vattenfall u. deren Preisabsprachen geschrieben? 250 Mio Strafe wurde ihnen von der EU deshalb auferlegt! Das kostete uns viel mehr, weil kein Wettbewerb war! Davon weiss DER SPIEGEL wiederum nichts! Also, offenbar auch bestochen! 15.9.09, Ing.-Wind
Windkraft und ATOM – die CO2-freien Schwestern?
Eine komplementäre Meldung ging gestern durch die Medien und beleuchtet dieses Problem aus eiiner physikalischen Perspektive:
“2009 wurden in Deutschland ca. 1000 WKA mit ca. 2000 MW installiert, die den Strom von 3 Kohlekraftwerken liefern”.
Dies war leider eine Meldung mit Fehler: Damit diese 1000 WKA brauchbaren Strom liefern können, benötigen sie Sklaven mit ebenfalls 2000 MW Leistung.
Die Sklaven laufen immer im umwelrtschädlichen Stop-and-Go-Betrieb und werden “vom Wind, der eben weht wann er will, gesteuert”; d.h. die Sklaven füllen immer die Windflauten. Darum heißt Windkraft auch parasitäre erneuerbare Energie (PEE). Im Gegensatz z.B. zu Geothermie oder Wasserkraft, die nachhaltig sind (NEE).
Statistisch arbeiten die WKA 4 Stunden pro Tag und die Sklaven 20 Stunden.
Bei den Sklaven haben wir die Wahl: a) es werden 3 neue GAS-KW mit zusammen 2000 MW Leistung komplementär zum WIND betrieben – die verbrennen dann
20 Stunden fossiles Gas (um das sich Schröder/Fischer kümmern) .
Oder b) 2 AKW wie Biblis A und B bleiben mit gut 2000 MW am Netz und dienen den 1000 Windrädern als Sklaven. AKW’s können mit einem Leistungsgradienten von 5%/Minute zwischen 100% und 45% ihrer Leistung gefahren werden.
Das ist zwar nicht ökonomisch und nicht ökologisch, aber technisch möglich und ersparte den Neubau von 3 GAS-KW zu ca. 1 600 Millionen Euro. Diese 1,6 Milliarden zahlen nach EEG (Erneuerbaren Energien Gesetz) nicht etwa die Verursacher: die Windmüller. Nein, die 1,6 Mrd. zahlen wir Stromkunden nach und nach mit der Monatsrechnung – siehe letzte Strompreiserhöhung!
Ja, da die 1000 neuen WKA’s aus 2009 nun mal stehen, haben wir die Wahl zwischen Grätze und Cholera. Und für die 1500 geplanten in 2010 geht es dann analog so weiter! Aber die Politiker haben entweder nicht den Mut uns das zu sagen oder u.U. noch schlimmer: Sie wissen nicht, worüber sie reden!
Der Bürger kann sich dazu ja seine eigene Meinung bilden, noch ist Zeit bis zu den Wahlen.
Dipl.-Ing. Theobald
Neutsch 65, unter den ältesten hessischen Windrädchen
64397 Modautal
Tel.06167 912162