Desertec gewinnt afrikanische Partner und fordert mehr politisches Engagement
Man kann zum Wüstenstrom-Projekt DESERTEC stehen wie man will: Die Vision einen stattlichen Anteil des deutschen Strombedarfs in der nordafrikanischen Wüste zu produzieren und dabei “im selben Atemzug” quasi noch die MENA-Region mit sauberen Strom zu versorgen, diese Vision ist gigantisch. Sicherlich auch ein Grund, weshalb der Niederländer Paul van Son im vergangenen Oktober die Leitung der Desertec-Gesellschaft DII übernommen hat.
Die Eingewöhnungsphase dürfte inzwischen vorbei sein – in einem ersten großen Interview, wendete sich Paul van Son jetzt via Süddeutsche Zeitung und gab interessante News zu Protokoll: Bereits im März soll der Kreis der Teilnehmer am DESERTEC-Projekt um afrikanische Partner erweitert werden. Natürlich – angesichts der gigantischen Pläne – ein ganz wichtiger Milestone für die Verwicklichung dieser in der Zukunft.
Marokko sei für erste Vorhaben ein idealer Partner, so Paul van Son im Interview – er habe mit der Energieministerin gesprochen und sei beeindruckt von deren Bereitschaft zur Zusammenarbeit. Entscheidender Vorteil: Dort gibt es bereits eine Hochspannungsverbindung nach Spanien.
Weiterhin strebt DESERTEC eine badlige Kooperation mit Tunesien und der dortigen Regierung an. Insgesamt soll der Kreis der teilnehmenden Unternehmen bereits im März um fünf auf dann 18 ausgebaut werden. Dazu würden auch Konzerne aus Marokko und Tunesien gehören.
“Es ist Zeit für eine Revolution”
Um diese Vision zu verwirklichen will DII bis 2012 ein politisch abgestimmtes Konzept vorlegen und damit den Weg bereiten für die Entwicklungen bis 2050 – inklusive den Plänen für erste Projekte.
Unterdessen rechnet Paul van Son damit, man müsse – gerade um kulturelle Hürden zu überwinden – jahrelang Überzeugungsarbeit leisten. aul van Son forderte außerdem “starke politische Unterstützung”. Interessant auch die Aussage, dass die Verhandlungen mit einer Persönlichkeit, die genau für diese politische Unterstützung sorgen soll, “in den letzten Zügen” lägen. Im Gespräch sind u.a. Joschka Fischer, Gerhard Schröder und Klaus Töpfer.
Weiterlesen: Präsentation zu den Zielen der DII GmbH
