Deutscher Nachhaltigkeitspreis: Nominierte stehen fest

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A Objekt NameNeben dem Clean Tech Media Award, wird Ende November in Düsseldorf der Deutsche Nachhaltigkeitspreis 2010 vergeben. Kandidaten für die Auszeichnung Deutschlands nachhaltigste Unternehmen sind in diesem Jahr: Das Bio-Handelsunternehmen Alnatura, die Brauerei Clemens Härle und die Fischmanufaktur Deutsche See. Der dm-drogerie markt, LichtBlick und Wagner & Co. Solartechnik haben die Chance, nachhaltigste Marke 2010 zu werden. Weitere Rubriken sind u.a. der Bereich Großunternehmen und KMU. Der deutsche Nachhaltigkeitspreis wird am 26. November zum dritten Mal in Düsseldorf im Rahmen des Deutschen Nachhaltigkeitstages vergeben – im Beisein von Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen und Jury-Mitglied Prof. Klaus Töpfer.

Die Nominierten  bei den Großunternehmen sind:

  • PUMA
  • SAP
  • Unilever

Bei den KMU schafften es folgende Unternehmen ins Finale:

  • GESOBAU (Wohnungsbau)
  • apetito (Tiefkühlkost)
  • GEPA (Organisation für fairen Handel)

Im Sektor Produkte/Dienstleistungen überzeugten folgende Bewerber:

  • C&A
  • Daimler
  • GLS Bank
  • Vaillant

Bei den Initiativen erreichten die folgenden das Finale:

  • fechnerMEDIA
  • Green City Energy
  • REWE

Dr. Günther Bachmann vom Rat für Nachhaltige Entwicklung und Jurymitglied kommentierte:

„Nachhaltigkeit gewinnt in Unternehmen weiter an Fahrt: Sowohl die Anzahl als auch die Qualität der diesjährigen Bewerbungen sind spürbar gestiegen. Die Spitze der nachhaltigsten Unternehmen Deutschlands zeichnet in besonderer Weise aus, dass sie den Nachhaltigkeitsgedanken konsequent im Kerngeschäft integriert haben sowie transparent und faktenbasiert darlegen können.“

Hintergrundinformationen zu den Nominierten:

Alnatura, führendes Bio-Handelsunternehmen überzeugt mit einem durchgängig nachhaltigen und profitablen Geschäftsmodell mit Produkten ausschließlich aus ökologischer Landwirtschaft. Überzeugend war ebenfalls das Konzept der Brauerei Clemens Härle, der es als erster Brauerei Deutschlands gelungen ist, ihre Biere zu 100 Prozent klimaneutral herzustellen und zu vertreiben. Dabei unterstützt sie den regionalen Wirtschaftskreislauf durch eine lokale Beschaffung der Rohstoffe. Innovativ und vorbildlich integriert das Unternehmen Deutsche See den Nachhaltigkeitsgedanken entlang der gesamten Wertschöpfungskette – vom Fischfang über die Verarbeitung und Veredelung bis zum Handel. Gleichzeitig wird kontinuierlich das Sortiment im Hinblick auf den Ressourcen- und Artenschutz optimiert.

Bei allen drei nominierten Marken alverde (dm-drogerie markt), LichtBlick und Wagner & Co Solartechnik spiegelt sich das Thema Nachhaltigkeit konsistent in Markenstrategie und Markenkern wider. alverde trug als führende Marke die Naturkosmetik erfolgreich in den Massenmarkt, während LichtBlick für eine neue Energieversorgung steht, die darauf abzielt, die komplette Industriestruktur zu ändern. Die Marke Wagner & Co Solartechnik steht für die Herstellung und den Vertrieb von Solaranlagen bzw. -produkten.

In der Kategorie „nachhaltigste Zukunftsstrategien (Konzern)“ konnten sich die Unternehmen PUMA, SAP sowie Unilever Deutschland durchsetzen. PUMA überzeugt mit einer ambitionierten Strategie, die den Übergang des Produktportfolios zu nachhaltigen Produkten vorsieht. Die PUMA-Vision des „begehrtesten und nachhaltigsten Sportlifestyle-Unternehmens“ vereint den Nachhaltigkeitsgedanken mit Kreativität und Modernität.

Das Softwareunternehmen SAP setzt auf eine konsequente Strategie zur CO2-Reduktion und zielt darauf, den großen Hebel der Kunden zu nutzen und sie bei deren CO2-Reduktion mit geeigneten Produkten zu unterstützen. Sich selbst hat SAP das Ziel gesetzt, bis 2020 die CO2-Emissionen um 50 Prozent gegenüber 2007 zu reduzieren.

Der Konsumgüterhersteller Unilever überzeugt mit einer ökonomisch tragfähigen Strategie, die vorsieht, die Umweltbelastungen bis 2020 zu halbieren. Bis 2015 sollen die Kernrohstoffe, wie zum Beispiel Palmöl, weltweit aus nachhaltigem, zertifiziertem Anbau bezogen werden.

Die Jury nominierte die Strategien von apetito, GEPA und GESOBAU in der Kategorie „nachhaltigste Zukunftsstrategien (KMU)“. apetito, führend bei Gemeinschaftsverpflegung und im Endverbrauchermarkt, bietet gesunde und preiswerte Tiefkühlmenüs, die ökologisch nachhaltig zubereitet werden. Mit vielfältigen Initiativen werden die CO2-Emissionen im Vergleich zu herkömmlich gekochten Menüs reduziert.

GEPA, Europas größte Fair-Handelsorganisation, fördert die Umstellung auf Bioanbau und zugleich die Effizienz der landwirtschaftlichen Produktion. Die Gewinne werden ausschließlich für die Ziele des Fairen Handels verwendet.

Das Berliner Wohnungsunternehmen GESOBAU stellt sich beispielhaft und profitabel der Herausforderung der energetischen Sanierung. Über 85 Prozent ihres Wohnungsbestandes (13.000 Wohnungen) sollen von 2007 bis 2015 nach sozial-ökologischen Kriterien modernisiert werden. Die damit verbundenen CO2-Einsparungen von knapp 60 Prozent haben eine Signalwirkung in Deutschlands Immobilienlandschaft.

Die Unternehmen C&A, Daimler, GLS Bank und Vaillant konnten die Jury in der Kategorie Produkte/Dienstleistungen überzeugen. Das Bekleidungsunternehmen C&A wurde für sein breites Angebot von Textilien aus Biobaumwolle nominiert. Als Marktführer weltweit fördert C&A die soziale Entwicklung in den produzierenden Ländern und hat diesen Ansatz fest in der Produktstrategie verankert. Die Produkte stehen für eine beispielhafte Balance ökonomischer, ökologischer und sozialer Anforderungen, so die Jury.

Das ebenfalls nominierte  Automobilunternehmen Daimler hat einen serienreifen Hybrid-LKW entwickelt, der mit seiner innovativen Technologie den Kraftstoffverbrauch sowie den Ausstoß von CO2, NOx und Partikeln um 10 bis 15 Prozent senkt – Daimler ist damit Nachhaltigkeitsvorreiter der Branche.

Die GLS Bank überzeugt mit einem  durchgehend nachhaltigen und sehr transparenten Produktangebot. Mit den Geldanlagen werden ausschließlich Unternehmen und Projekte gefördert, die unter ökologischen, sozialen oder kulturellen Gesichtspunkten Herausragendes leisten. Das Heiztechnikunternehmen Vaillant entwickelt innovative, hocheffiziente Produkte, die durch einen reduzierten Energieverbrauch erheblich zur Lösung der Klimafrage beitragen. Über 50 Prozent der Forschungsprojekte beziehen sich auf Produkte für regenerative Energien und Kraft-Wärmekoppelung.

In der Kategorie „Initiativen“ konnten sich bei der Jury fechnerMEDIA, Green City Energy sowie REWE durchsetzen. fechnerMEDIA konfrontiert mit dem Film „Die 4. Revolution – Energy Autonomy“ die breite Öffentlichkeit mit der Vision, die weltweite Energieversorgung komplett auf erneuerbare Energien umzustellen – für jeden erreichbar, bezahlbar und sauber. Mit dem faszinierenden Film soll eine gesellschaftliche Dynamik in Richtung Energiewende ausgelöst werden.

Green City Energy hat den Solarpark Garching mit Bürgerbeteiligungsfonds entwickelt und vermarktet. Die erfolgreiche Einbindung der Bürger in das Thema erneuerbare Energien war entscheidend für die Nominierung. Die REWE Group qualifizierte sich mit ihrer PRO PLANET-Initiative, bei der Eigenmarkenprodukte, die sich nachweisbar durch ökologische und soziale Aspekte auszeichnen, mit dem gleichnamigen Label gekennzeichnet werden. Ziel der Initiative ist es, den nachhaltigen Konsum im Massenmarkt zu fördern und Produkte mit nachhaltigem Mehrwert zu attraktiven Preisen anzubieten.

Über den Deutschen Nachhaltigkeitspreis

Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis wurde 2008 ins Leben gerufen. Er prämiert Unternehmen, Produkte und Marken, die vorbildlich wirtschaftlichen Erfolg mit sozialer Verantwortung und Schonung der Umwelt verbinden. Sonderpreise zeichnen Persönlichkeiten aus, die national oder international in herausragender Weise den Gedanken einer zukunftsfähigen Gesellschaft fördern.

Als Juroren wirken in diesem Jahr u.a. Prof. Dr. Klaus Töpfer (Exekutivdirektor des UNEP a.D., Gründungsdirektor des IASS), Max Schön (Präsident der Deutschen Gesellschaft des Club of Rome), Olaf Tschimpke (Präsident des NABU e.V.), Dr. Jürgen Heraeus (Vorsitzender von UNICEF Deutschland) und Prof. Dr. Maximilian Gege (Vorsitzender des B.A.U.M. e.V.) mit.

Träger des Deutschen Nachhaltigkeitspreises ist die Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis e.V., in deren Kuratorium unter anderem Dr. Volker Hauff (Vorsitzender des Rates für Nachhaltige Entwicklung a.D.), Sylvia Schenk (Vorstandsmitglied Transparency International Deutschland e.V.) und Bärbel Dieckmann (Präsidentin der Deutschen Welthungerhilfe e.V.) mitarbeiten. Initiator ist der Wissenschaftsjournalist Stefan Schulze-Hausmann.

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