Dünnschicht: Malibu liegt in Sachsen-Anhalt
Ein Hauch von Malibu weht seit wenigen Tagen durch Sachsen-Anhalt. Doch anders als in Kalifornien, kommt die Sonne über übertragenen Sinne gesprochen, hier nicht von oben, sondern aus der Fabrik. Denn, im Gewerbegebiet Sülzetal/Osterweddingen im Börde-Landkreis hat die Malibu GmbH & Co. KG ihre Produktionsanlage für Dünnschicht-Photovoltaikmodule in Betrieb genommen. Mit dabei waren auch Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg und sein sachsen-anhaltinischer Amtskolege Dr. Reiner Haselhoff.
Malibu GmbH & Co. KG? Ja! Dabei handelt es sich um ein Gemeinschaftsunternehmen von E.ON AG und Schüco International KG. Das Konsortium hat 100 Millionen Euro am Standort in Sachsen-Anhalt investiert und wird 120 neue Arbeitsplätze schaffen. Gleichzeitig entstehen 30 Arbeitsplätze am Forschungs- und Entwicklungsstandort in Bielefeld – dort ist auch der Hauptsitz der Schüco International KG.
Die in Osterweddingen installierte Dünnschicht-Produktionsanlage von Weltmarktführer Applied Materials ermöglicht die Herstellung von PV-Modulen aus besonders großen Glasplatten mit einer Größe von bis zu 5,7 Quadratmetern (2,20 x 2,60 m). Damit lassen sich die Produktionskosten für Solarmodule senken und die Produktionseffizienz erheblich steigern. Die jährliche kapazität der Anlage beträgt 40 Megawatt (MW).
Das Konsortium “Malibu” bündelt die Kompetenzen des Energieversorgers E.ON und der Schüco International KG, die sich als europäischer Marktführer mit energieeffizienter Glasfassadentechnik befasst. In den Dünnschichtzellen wird amorphes Silizium eingesetzt, wodurch – im Gegensatz zu den bekannten mono- und polykristallinen Zellen – Schichtdicken von wenigen Mikrometern (µm) für die Solarzelle mit einen Wirkungsgrad von 7 Prozent ausreichen. Dadurch können erhebliche Mengen teurer Rohstoffe eingespart werden. Gerade die 5,7 Quadratmeter großen Module mit einer Leistung von bis zu 460 Watt eignen sich hervorragend für den Einsatz als Fassadenelemente.
