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E-Mobility 2009: Marktpotenial für Elektroautos viel größer als gedacht?

Ist das Potential für Elektroautos um ein Vielfaches größer als bisher angenommen? Oder sorgt die öffentliche Debatte eher für eine Fehleinschätzung der Verbraucher über die Alltagstauglichkeit von Elektrofahrzeugen? Eine Accenture-Studie liefert jetzt Ergebnisse, die eher auf erstes Ergebnis hindeuten. Aber sind die Ergebnisse wirklich glaubwürdig? Eine kritische Erklärung von Cleanthinking.de.

Accenture, die angesehene Unternehmensberatung, hat eine Studie unter dem schönen Titel “E-Mobility 2009″ herausgegeben – gerade noch rechtzeitig vor dem Jahreswechsel. Die Managementberatungs-, Technologie- und Outsourcing-Experten von Accenture verkünden darin stolz, dass 28 Millionen deutsche Verbraucher davon ausgehen, sich in den nächsten zehn Jahren ein Elektroauto zu kaufen. Aus dieser Aussage wiederum leitet Accenture ab, dass das Marktpotential für Elektroautos viel größer sei, als etwa von der Budesregierung im Entwicklungsplan Elektromobilität angenommen. Dort geht man von einer Million Elektroautos auf deutschen Straßen bis 2020 aus.

Sarat Maitin, Partner im Geschäftsbereich Automobilwirtschaft bei Accenture fordert aufgrund dieser Erkenntnisse:

Kunden in Deutschland haben ein deutliches Interesse an Autos mit Elektro-Antrieb. Die Industrie muss jetzt die Entwicklungs- und Umsetzungsgeschwindigkeit erhöhen.”

Interessant ist, was die Verbraucher sich als Elektroauto wünschen: Nur 14 Prozent der Verbraucher würden ein Elektroauto kaufen, das mehr als zehn Prozent teurer ist als ein vergleichbarer Benziner. Außerdem wünschen sie sich eine Reichweite von mehr als 320 Kilometern. Von beiden Zielen ist die Autoindustrie in Deutschland momentan noch meilenweit entfernt – insofern wird die Grundthese der Accenture-Studie deutlich in Frage gestellt.

Gleichzeitig fordert Accenture die Regierung zu massiver staatlicher Förderung auf. Technik und Instraftruktur müssten gefördert werden. Auch für diese Forderung kann man durchaus Sympathie hegen: Allerdings empfinden wir von Cleanthinking.de die gesamte Presseveröffentlichung zur Studie als nicht zielführend, da sie wegen ihrer leichten Durchschaubarkeit Kritikern alle Chance gibt, deutliche Kritik zu üben.

Aus unserer Sicht ist die Studie erheblich von dem Bild der öffentlichen Wahrnehmung geprägt – da hilft es auch nicht, sich auf eine repräsentative Umfrage zu beziehen. Die Verbraucher nehmen momentan einen Entwicklungsstand in Sachen Elektromobilität wahr, der so noch nicht gegeben ist. Durch das Schüren falscher Erwartungen sind Studienergebnisse wie das Vorliegende leicht zu erklären – und bauen nur noch weitere Erwartungen auf, die irgendwann enttäuscht werden.

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2 Reaktionen zu “E-Mobility 2009: Marktpotenial für Elektroautos viel größer als gedacht?”

  1. Tweets die E-Mobility 2009: Marktpotenial für Elektroautos viel größer als gedacht? | Cleanthinking.de erwähnt -- Topsy.com schreibt

    [...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Cleantech Blogger, Martin Dürrmeier erwähnt. Martin Dürrmeier sagte: RT @Cleanthinking:E-Mobility 2009: Marktpotenial für Elektroautos viel größer als gedacht? http://bit.ly/8j9Yc6 [...]

  2. Greenpeace kritisiert das Projekt um Elektroautos “e-mobility” | Blog - VerkehrsmittelVergleich.de schreibt

    [...] deutsche Wirtschaftsblog Cleanthinking.de veröffentlichte dazu im Dezember eine Studie der Unternehmensberatung Accenture mit dem Titel [...]

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