Elektroauto: Die Reichweite steigt, die Produktpalette wird interessanter

Audi, BMW, Fisker oder Porsche arbeiten am Tesla-Killer / 2018 wird das Jahr der Elektroautos

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Audi, BMW, Fisker oder Porsche – wenn Tesla Motors mit seinem nächsten (Tesla Model X) und übernächsten (Tesla Model 3) Fahrzeug auf den Markt kommt, wird erstmals wirkliche Konkurrenz präsent sein. Die Internationale Automobil-Ausstellung im September in Frankfurt wird weitere Details offenbaren. Audi ist bereits fleißig dabei, immer neue Details eines Elektro-SUVs der Premiummarke zu veröffentlichen.

20. August 2015. Die Zeit der Elektromobilität wird in den kommenden Jahren endlich anbrechen. Mit der zunehmenden Verbreitung von PV-Anlagen und Stromspeichersystemen in Ein- und Mehrfamilienhäusern, wird der Reiz, den Strom „veredelt“ zu nutzen, immer größer. Denn, wer seinen Solarstrom ins Netz einspeist, bekommt eine geringe Einspeisevergütung – wer den PV-Strom direkt oder nach Zwischenspeicherung in sein Elektroauto packt, kommt Tausende Kilometer weit damit: Und spart kräftig.

Die zunehmende Verbreitung von Stromspeichern ist einer der Gründe, warum sich Elektroautos durchsetzen. Hinzu kommt die Logik der niedrigen Betriebskosten bei gleichzeitig hohen Anschaffungskosten: Die Kosten werden plötzlich viel besser kalkulierbar. So gibt es die ersten Taxi-Unternehmer, die komplett auf Elektroautos umstellen. Für Flottenbetreiber oder Handwerker, die viel innerstädtisch unterwegs sind, macht Elektromobilität schon eine Weile Sinn.

Im nächsten Schritt steigt nun die Reichweite der Elektroautos, die auf den Markt kommen. Und die Produktvielfalt wächst – so dass auch für diejenigen, für die Elektromobilität durch mangelnde Alternativen der gewünschten Marke keine Alternative darstellte, bald eine echte Chance haben, ein Fahrzeug zu bekommen.

Einige Entwicklungen im Überblick:

  • Die Elektroautoschmiede Fisker, die vor einigen Jahren in Insolvenz rutschte, könnte bald unter chinesischer Führung zurückkehren, berichtet das Handelsblatt. Eine Autofabrik in Kalifornien sei bereits angemietet worden.
  • Audi möchte 2018 einen Elektro-SUV auf den Markt bringen mit mindestens 500 km Reichweite und Batteriezellen von LG Chem und Samsung SDI. Audi e-tron quattro concept zeigen, das einen Ausblick auf das Großserien-Elektroauto aus Ingolstadt geben soll. Das manager-magazin berichtet: „Schön langsam setzt auch bei deutschen Automanagern ein Umdenken ein.“
  • Porsche plant eine kleinere Version des Panamera als Elektrofahrzeug – Kreisel Electric hat bereits eine Umbauversion präsentiert (als Protoyp), meldet ecomento.tv

Diese Entwicklungen, die auch um Entwicklungen bei BMW und Daimler ergänzt werden könnten, zeigen, welche Wirkung der relative Erfolg des Tesla Model S auch in Deutschland hat. BMW, Daimler und Audi merken, dass sie in wichtigen Märkten wie den USA drohen, den elektrischen Anschluss zu verlieren. Der Marktanteil deutscher Elektroautos in den USA liegt bei mageren neun Prozent.

Letztlich wird 2018 das Jahr des Elektroautos werden – und bis 2020 wird die Vielfalt der Elektroautos so wachsen, dass Reichweiten-Thematik im Grunde keine Rolle mehr spielen wird. Darauf und darüber sollten wir uns alle freuen. Das Zeitalter der umweltfreundlichen und effizienten Elektromobilität ist nicht mehr aufzuhalten.

(Bildquelle: Audi AG)

2 Kommentare

  • Manfred Millmann

    Dass die deutschen Hersteller ihr Engagement in Sachen Elektrofahrzeuge tatsaechich steigern, darf bezweifelt werden. Den Pkw, der mit 12 Kilowattstunden Strom auf 100 km auskommt und 500 Kilometer Reichweite schafft, wird es weder bei Audi, VW, Mercedes oder Porsche geben, jedenfalls nicht in den naechsten 3 Jahres. Alles andere, was die Autobosse verkuenden, ist mit heisser Luft noch vornehm umschrieben.

  • Martin Leitner

    Das Traurige daran ist, dass speziell die deutsche Autoindustrie schon jetzt könnte, wenn sie das Thema nur endlich ernsthaft angehen würde. Ein E-Up z.B könnte bei den aktuellen Batteriepreisen schon unter 15.000,- kosten (ungefördert!). Dafür müsste er nur von „homöopathisch“ auf Massenproduktion gehen. Und bei dem Preis könnte er potentiell jedes Zweitauto ersetzen. Aber bei VW versucht man anscheinend lieber, sich 1-2% mehr vom SUV-Kuchen abzuschneiden als 25% vom gesamten Markt aufzurollen.

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