Elektroauto als Zwischenspeicher: Energieautarkes Wohnen wird in Norderstedt Realität

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Karabag Norderstedt Grid to Vehicle Elektroauto als Zwischenspeicher: Energieautarkes Wohnen wird in Norderstedt RealitätCleanTech News / Hamburg. Energieautarkes Wohnen, CO2 neutral, stadtnah, modern und trotzdem im Grünen – was für viele Stadtplaner noch Vision ist, wird in Norderstedt bei Hamburg jetzt Realität. Vor wenigen Tagen hat das Baudezernat ein Konzept von Elektroauto-Pionier Sirri Karabag und Schilling Immobilien (als Erschließungsträger) bestätigt. Schilling Immobilien hat in Norderstedt im Ortsteil Harksheide in der Straße Feldweg ein Neubaugebiet erschlossen. Dabei werden die geplanten Häuser nahezu vollständig über eine hauseigene Photovoltaik-Anlage und ein vor Ort befindliches Blockheizkraftwerk (BHKW) mit Energie versorgt. Der Clou: Ein im Hauspreis enthaltenes Elektroauto übernimmt die Funktion des Energiespeichers. In wenigen Wochen erfolgt die Grundsteinlegung für die drei Musterhäuser.

Vehicle-to-Grid in der Praxis

Im Konzept von Karabag und Schilling wird überschüssige Energie nicht mehr in das Netz zurückgeführt, sondern in einer modernen Lithium-Polymer-Batterie eines Elektroautos zwischengespeichert. Nach Sonnenuntergang, wenn die Photovoltaik-Anlage zu wenig Energie liefert, kann die Energie wieder aus dem Auto abgerufen werden. Sollte das Elektrofahrzeug unterwegs sein, übernimmt eine konventionelle Batterie die Zwischenspeicherung.

“Ein Elektrofahrzeug ist ein hervorragender Energiespeicher, eine moderne Batterie kann nahezu die gesamte im Haushalt benötigte Energie zwischenlagern und man kann mit diesem Speicher sogar zum Einkaufen fahren”, fasst Sirri Karabag, Elektroauto-Pionier, die Vorteile zusammen. “Eine enge Verzahnung von Elektromobilität und energieautarkem Wohnen ist also doppelt sinnvoll: Die Bewohner machen sich unabhängig von großen Stromversorgern und erzeugen ihren Energiebedarf größtenteils selbst. Diese Energie wird ökologisch verträglich erzeugt. Durch die eingesparten Energiekosten ist dieses Modell gegenüber konventionellen Immobilien nicht nur kostenneutral, sondern langfristig sogar günstiger.”

Rund 18 Monate arbeitete die Karabag GmbH in enger Zusammenarbeit mit dem Erschließungsträger Schilling Immobilien an dem Konzept, zu dem vergangene Woche in Norderstedt einstimmig der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan gefasst wurde. Nun beginnen die Bauarbeiten für die ersten drei Musterhäuser. Bereits im kommenden Jahr sollen in Norderstedt dann ganze Siedlungen nach diesem Muster entstehen. Karabag und Schilling liefern dann gemeinsam mit Partnern architekten-, bauträger- und courtagefreie voll erschlossene Grundstücke inklusive Energieversorgung und dem Elektrofahrzeug an die neuen Bewohner aus.

5 Kommentare

  • B.Hülsmann-E.

    Sehr gute Idee !
    Würde mich gerne anschließen und auch autrak werden.
    Mit meinem Passivhaus + Photovoltaik Anlage habe ich bereits ein Plus Energie Haus. Erwirtschafte einen Überschuß von ca. 1500 kWh im Jahr.
    Beschäftige mich schon länger mit der Möglichkeit den Winter zu überbrücken.
    Leider hapert es noch mit der Speicherung über die Zeit von Mitte Oktober bis
    Mitte April. Würde mein Haus gerne für Versuche zur Verfügung stellen.

    Mit freundlichen Grüßen
    B.Huelsmann-E.

  • das konzept finde ich gut.
    wir müssen immer mehr dazu kommen das wir kreative wege gehen.
    der ansatz mit einem Blockkraftwerk ist denkbar effektiv. besser als wenn jeder kleine häuslebauer in seinem keller seinen eigenen brenner hat.
    als beispiel: kopenhagen wird zu 98% durch fernwärme versorgt. das ist einmal eine tolle CO2 einsparung, oder

  • K.Buschmann

    Wenn schon, dann bitte Frau Buschmann.
    Und das Konzept vom “autarken” Einfamilienhaus mit PV auf dem Dach, einer Batterie im Keller, der zusätzlichen (und überflüssigen) Möglichkeit, das Auto mit einzubinden plus auch noch einem Blockheizkraftwerk ist weder neu noch originell und am allerwenigsten sinnvoll. Dass es “endlich mal jemand umsetzt” darf bestenfalls als Geldverschwendung betrachtet werden. Oder glauben Sie, dies sei die Zukunft? Dezentral, jeder für sich, fossiles Backup, gleich zwei entsprechend gesizte Batterien… Wie soll das aussehen, wenn man es auf eine normale, deutsche Stadt (von Chinesen und Indern wollen wir jetzt gar nicht anfangen) hochskaliert? Was, außer einem gigantischen Rohstoffverbrauch, soll am Ende dabei herauskommen und wer soll es bezahlen? Gadgets zur Gewissensberuhigung gut betuchter Häusebauer kann man sich etliche ausdenken – nur ändern wird es am Ende gar nichts.

  • Jens Vogt

    Nun ja Herr Buschmann, es ist immer einfacher zu meckern als etwas in Gang zu bringen und umzusetzen. Von daher sollte man froh und dankbar sein, wenn solche Ideen vorangetrieben werden und verfolgt werden. Das endlich jemand ein solches Konzept vorlegt.

  • K.Buschmann

    >> Energieautarkes Wohnen, CO2 neutral, stadtnah, modern und trotzdem im Grünen – was für viele Stadtplaner noch Vision ist, wird in Norderstedt bei Hamburg jetzt Realität.

    Und das Blockheizkraftwerk wird mit dem Rasenschnitt des Vorgartens befeuert, den ein von der Batterie des Elektroautos gespeister Elektrorasenmäher erzeugt hat, nehme ich an. Abends sitzen die Bewohner dann zusammen und stimmen darüber ab, ob sie nun (alle gemeinsam) lieber aufs Essen verzichten und mit ihren Fiat e500 ins Theater fahren oder doch lieber fernsehen (alles drei geht ja nicht).

    Wieder eins von diesen netten, kleinen “wir retten die Welt mit Spielzeug” Beispielen, das in der Realität niemals einen nennenswerten Beitrag zu etwas anderem als der Popularität ihrer Urheber leisten wird.

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