Exklusiv: Elektroauto lekker mobil ist verbrannt, Kolibri-Akku angeblich unversehrt

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DBM Energy Ist das Elektroauto lekker mobil verbrannt

Was Cleanthinking.de am Samstag berichtete, wurde jetzt bestätigt: Das lekker Mobil ist verbrannt

Vorgestern berichteten wir von Cleanthinking.de darüber, dass das Rekord-Elektroauto lekker Mobil von DBM Energy und lekker Energie womöglich verbrannt sei. Der ADAC, dessen Recherchen den Stein ins Rollen gebracht hatten, vermutete gar, dass die Lithium-Polymer-Akkus von DBM Energy der Auslöser für den Brand gewesen sein könnten. Jetzt erreichte die Cleanthinking.de-Redaktion eine Stellungnahme der Firma DBM Energy, die uns exklusiv vorliegt. Darin bestätigt DBM Energy den Brand der historischen Lagerhalle auf dem ehemaligen GASAG Gelände in der Lankwitzer Straße in Berlin Mariendorf. Und: Das Rekordauto lekker mobil ist dabei tatsächlich verbrannt, so DBM Energy. Die Batterien waren nach Angabe von DBM Energy aber nicht der Auslöser für den Brand: Zum Zeitpunkt des Brandes war das Fahrzeug, den Angaben zufolge, lediglich mit einer zu 10 Prozent geladenen, nicht brennbaren Behelfsbatterie ausgestattet. Die neue Batterietechnik, also der berühmte Kolibri-Akku auf Lithium-Polymer-Basis (AlphaPolymer Technologie) befand sich nicht im Testfahrzeug lekker Mobil. 

Was den Brand ausgelöst haben könnte, ist nach Angaben von DBM Energy derzeit völlig unklar. Das Landeskriminalamt sei eingeschaltet. DBM Energy wurde zuvor von den ermittelnden Behörden angehalten, zum laufenden Verfahren nicht Stellung zu nehmen. Aufgrund der Berichterstattung von Cleanthinking.de am Wochenende, habe sich diese Situation nun aber geändert. Zum Zeitpunkt des Brandes wurde das Gebäude unter anderem auch von der DBM Energy GmbH als angemieteter Unterstand für das Testfahrzeug lekker Mobil genutzt, mit dem im Oktober der Langstrecken-Weltrekord für Elektrofahrzeuge erreicht wurde.

Ein neues Trägerfahrzeug für das innovative Batteriesystem der DBM Energy ist bereits in Arbeit und wird in Kürze zur Verfügung stehen. Die im ersten Quartal des Jahres geplanten Testreihen können – so teilt DBM Energy mit – wie geplant durchgeführt werden. Parallel wird zurzeit an der Serienfähigkeit der Hochleistungsbatterie gearbeitet, um die Kolibri-Technologie für den breiten stationären Einsatz sowie den Einsatz in Elektrofahrzeugen nutzbar zu machen.

DBM Energy macht im ersten Quartal 2011 „Pause“

Zuletzt hatte DBM Energy für Aufsehen gesorgt, weil man sich via Homepage an „die lieben Kritiker“ gewandt hatte und aufgrund der überwältigenden Resonanz der letzten Wochen entschuldigen wollte (Vgl. „DBM Energy: Einem derartigen Ansturm waren wir nicht gewachsen„). Man wolle nun das erste Quartal nutzen, um Testreihen durchzuführen und sich „professionell aufzustellen“. Mit ein Grund für diese öffentliche Darlegung dürfte gewesen sein, dass man momentan kein Fahrzeug zur Verfügung hat. Welche Institute wann welche Versuchsreihen durchführen werden, teilte DBM Energy allerdings aktuell nicht mit. Dass das neue „lekker mobil“ auf der CeBit und der Hannover Messe ausgestellt wird – auch hierfür gibt es aktuell keine Bestätigung.

DBM Energy wird natürlich momentan schwerlich belegen können, dass sich der Akku nicht im Auto befunden hat. Das müssen die Ermittlungen zeigen. Natürlich ist jetzt auch die umgekehrte Theorie denkbar: Handelt es sich vielleicht um Sabotage? Will jemand verhindern, dass die DBM-Technologie auf den Markt kommt? Auch hierfür gibt es momentan natürlich keine Belege. Es ist aber tragisch, dass ausgerechnet die Lagerhalle abbrennt, in der sich das Rekordauto befand. Es wird spannend, die weiteren Entwicklungen zu verfolgen.

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7 Kommentare

  • Sehr nett Herr Aston,
    ich würde Ihnen ja gerne widersprechen – kann es jedoch schlichtweg nicht.
    Ich selbst war ein Jahrzehnt als leitender Ingenieur in der Formel 1 tätig und anschließend zehn Jahre in der fachlichen Verantwortung für 850 Ingenieure bei einem Fahrzeugentwickler.
    Die einen schützen ihre „intellectuual properties“ indem sie konsequent den Mund halten, die anderen über viel Papierkrieg mit dem Label „Patente“.
    Was DBM da abliefert ist im besten Falle peinlich. Das stinkt zum Himmel. Aber wer verdenkt es ihnen? Das Konzept ging doch voll auf.
    Für mich ist absurd zu sehen:
    a) wie erbärmlich der Bund die Elektromobilität fördert / treibt und damit nichts gegen den zukünftigen Untergang des größten deutschen Wirtschaftszweigs unternimmt
    b) in welch lächerlicher Form die verbleibenden Fördergelder vernichtet werden – vollends inkompetent in Papieraktivitäten („Agenturen“, „Studien“, „Konzepte“) versenkt oder in Marketing-Fakes verbrannt.
    Wir sind auf dem allerbesten Wege die Nachfolge von UK und USA anzutreten. Schuld sind aber nicht die Chinesen, sondern unsere eigene Ignoranz!

  • Martin Aston

    Mysteriöser geht’s nicht. Erst kassiert man tausende Euro „Entwicklungsgelder“, wofür auch immer, kann weder theoretische Ergebnisse vorweisen, noch in der Praxis auch nur Irgendwas belegen. Liebe Gutmenschen und Verschwörungstheoretiker, ich versprech euch auch euer Seelenheil, wieviel bezahlt ihr mir dafür? Glaubt ihr nicht? Kann ich euch so sicher beweisen wie eine Testfahrt, neulich….

    Jetzt im Ernst: Einen Akku zu erfinden ist eine Sache, eine Technik zu optimieren eine andere. Selbst wenn jemand in Labormasstab was geniales hinbekommen sollte, wäre zur Umsetzung in eine Großserie viel mehr know how nötig als eine kleine Klitsche alleine stemmen könnte. Zu behaupten daß alle Ideen gleich „geklaut“ werden wenn sie patentrechtlich geschützt werden ist schlicht Unsinn. Jeder Akkuhersteller wäre an solcher Technik interessiert und bereit dafür zu Investieren. Allerdings müssen gewisse Standards in Bezug auf Zuverlässigkeit, Lebensdauer usw. erfüllt werden, kein seriöser Hersteller wird sich durch „Werbung“ der Art DBM Energy den Ruf versauen.
    Soo toll wäre außerdem die Leistung überhaupt nicht (wäre sie denn erbracht worden), ein serienmäßiger Tesla Roadster schafft unter Alltagsbedingungen mittlerweile auch über 500 km mit einer Akkuladung. Und da weis man was drin ist. (Trotzdem haben es selbst die Chinesen noch nicht geschafft einen Billigtesla nachzubauen).

    Für mich riecht das alles nach Betrug, aber ich amüsier mich dennoch sehr darüber wie viele Leute sich verarschen lassen. Diskutiert mal schön weiter…

    P.s. Herr Bundeswirtschaftsminister, ich würde auch Forschungsgelder nur für Ihr Seelenheil einsetzen, das versprech ich sogar!! Dafür schaff ich 600 km per Levitation, (aber bitte auch ohne Zeugen, Notar oder so was lästigem!)

  • Firmenbrand als Geschäftsmodell?
    In 2003 war ich zu Besuch bei Koenigsegg in Schweden, dem Entwickler und Produzenten des vermutlich besten Supersportwagens.
    Seine Hütte war kurz zuvor auch komplett abgebrannt. Glücklicherweise konnte man alle Daten, Zeichnungen und Werkzeuge retten.
    Welch ein Zufall, nebst Glück im Unglück.
    Anschließend reichte die Kohle für eine astreine neue Fabrik…

    Sollte es bei cleanthinking in Kürze auch rauchen, so beglückwünsche ich Sie schon einmal vorab zu der positiven Geschäftsentwicklung.

  • K.Buschmann

    >> (Stundentechnisch gibt es so etwas schon bei Papstar, wurde heir auch berichtet.) Und die lieben großen Automobilkonzerne haben leider nur das Geld geerntet und nichts geleistet.

    Das trifft beides nicht wirklich zu. Der „Test“ bei Papstar war ähnlich nebulös wie die angebliche Rekordfahrt und die damals genannten Nennwerte der Batterie waren unspektakulär. Man musste schon alte Bleibatterien als Maßstab heranziehen, um einen Vorteil zu konstruieren.

    Die großen Automobilkonzerne haben einiges geleistet. Echte Fahrzeuge, die man anfassen und (teilweise) schon kaufen kann. Ja, sie sind teuer und ja, sie haben keine 600km Reichweite. Aber: Sie existieren wirklich, laufen in Pilotprojekten, stehen der Fachpresse zum Test zur Verfügung usw. Für das DBM „Produkt“ gibt es nichts außer einer kühnen Behauptung. Herr Brüderle hat sich mit diesem Stunt keinen Gefallen getan. Der Elektromobilität, dem Standort Deutschland und dem „Cleanthinking“ insgesamt hilft das „Hurra, wir haben’s geschafft“ nämlich nur dann, wenn es auch stimmt. Sonst ist es einfach nur hinderlich – frei nach dem Motto „Warten wir mit unserer Investition lieber noch ein paar Wochen/Monate/Jahre, bis DBM eventuell die Karten auf den Tisch legt, weil wir sonst u.U. milliarden in etwas versenken, das von heute auf morgen hoffnungslos veraltet sein könnte“.

  • Liebe Cleanthinking-Gemeinde,

    was auch immer der ADAC sagt, schreibt o. ä. auch dieser Autor muss ja erst einmal der DBM das Gegenteil beweisen.

    Selbst wenn der Kolibri-Akku, auch als Wunderakku betitelt, im A2 in der Lagerhalle gewesen wäre, so kann dieser auch nicht Brandursache sein. Diese Vermutung hatte man bei einem Brand bei Papstar, die von Herrn Falke nicht bestätigt werden konnte. Der Akku hat nicht gebrannt. Gleiches denke ich auch bei dem Brand der Lagerhalle. Eine Sabotage-Theorie wäre denkbar, aber ich denke, das sollten wir dem LKA Berlin überlassen. Tragisch ist es nicht, dass der Akku verbrannt/defekt ist, da mit Sicherheit in der Technologieabteilung der DBM Baupläne liegen. Tragisch ist es, dass ein Rekordfahrzeug nicht mehr vorhanden ist, denn es war ein Unikat. Die Versicherungen werden lediglich den Restwert des A2 zahlen, wenn überhaupt eine versicherung zahlt. Ich wünsche Herrn Hannemann und seinem Team viel Glück und Erfolg und hoffe, dass ein Neubau des A2 oder eines anderen Modells angegestrebt wird, um die „lieben Kritiker“ vom Akku in der Kilometerstrecke zu überzeugen. (Stundentechnisch gibt es so etwas schon bei Papstar, wurde heir auch berichtet.) Und die lieben großen Automobilkonzerne haben leider nur das Geld geerntet und nichts geleistet.

  • K.Buschmann

    Sorry, aber die Verschwörungstheorie ist einfach albern. Hätte DBM wirklich eine Batterie mit den proklamierten Eigenschaften, dann wäre das Abfackeln einer Lagerhalle in dem lediglich ein Versuchsträger geparkt ist ein denkbar ungeeignetes Mittel zu deren Unterdrückung. Irgendwo (offensichtlich außerhalb der Reichweite aller einschlägigen Suchmaschinen) muss es ja ein Patent zu „Kolibri“ geben und angeblich sind die Wunderakkus ja auch schon seit Jahren „im Logistikbereich“ im Einsatz. Eigenen Angaben zufolge gibt es ein Labor, in welchem an der Technologie gearbeitet und diese auch in Kleinserie produziert wird und dann ist da noch Herr Hannemann selbst, der die vermeintlich geniale Idee kaum vollständig vergessen haben und nur unter Zuhilfenahme des Lekkermobil zu einem Reverse Engineering fähig sein dürfte. Außerdem investiert die Automobilindustrie dieser Tage Milliarden auf der Suche nach geeigneten Stromspeichern. Kein Autohersteller der auf sich hält hat es unterlassen, ein Elektroauto für spätestens 2015 anzukündigen.
    Vollkommen unverständlich wäre es, wenn der Brand als Entschuldigung für einen verspäteten Test des Akkus herhalten müsste. Elektroautos sind absolut nichts neues und kein Mensch bezweifelt, dass man einen A2 auch elektrisch antreiben kann. Die offenen Fragen drehen sich ausschließlich um die Batterien – und um die zu testen braucht es kein neues Auto.

  • Steffen Walter

    Das ist natürlich tragisch, und man muss abwarten, was genau nun bei den Ermittlungen herauskommt. Allerdings sollte sich DBM im Sinne eines konsequenten Cleantech-Ansatzes einen anderen Partner als lekker energie suchen, da das Unternehmen eine Tochtergesellschaft der Enervie-Gruppe ist, die wiederum heftig bei der Kohlekraft mitmischt.

    Wir wäre es also mit einem der echten Ökostromanbieter wie Naturstrom oder EWS Schönau? Elektromobilität ist schließlich erst sinnvoll, wenn der Ladestrom auch aus erneuerbaren Quellen stammt.

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