Atieva: Tesla-Konkurrent aus dem Silicon Valley mit Autobauer BAIC im Rücken

Elektroauto-Pionier Atieva will das Auto neu denken und schon im April sein erstes Konzeptfahrzeug in China präsentieren / Nähe zu Siemens und Daimler

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Elon Musk, Vordenker von Elektroautohersteller Tesla Motors, will „in zwei Jahren“ ein erstes, autonom fahrendes Elektroauto auf den Straßen haben. Apple, Google oder Faraday Future, aber auch Daimler und andere Autobauer fasziniert das Thema „Autonomes Fahren“ als eine zentrale Funktion zukünftiger Autos. Mit Atieva gibt es im Rennen um das lifestylige Elektroauto der Zukunft im Silicon Valley nahe San Francisco ein weiteres Cleantech-Startup, das gerade eine Vielzahl von erfahrenden Ingenieuren sucht, die sich für Atieva mit dem Thema Autonomes Fahren befassen. Doch wer steckt hinter Atieva?

Elektroauto News, 30. Dezember 2015. Was ist das für eine Schlacht um Investoren und die besten Köpfe: Eine Vielzahl von jungen Startups sortiert sich gerade in den USA und China, um den Elektroauto-Markt nicht alleine einem Innovator wie Tesla Motors zu überlassen, sondern ebenfalls mit innovativen Konzepten Marktanteile zu erobern. Während Faraday Future am 4. Januar seine erste große Pressekonferenz im Vorfeld der CES 2016 in Las Vegas gibt, wird Atieva bereits im April auf der Bejing Motor Show sein erstes Konzeptfahrzeug präsentieren (wie autocar.co.uk berichtet).

Atieva: Wandel vom Komponentenhersteller zum Elektroauto-Bauer

Elektroauto: Weiterer Konkurrent für Elektroauto-Bauer Tesla und Faraday Future: Atieva aus dem Silicon Valley

Ausschnitt aus der Webseite des Elektroauto-Pioniers Atieva

Dabei hat Atieva erst zu Beginn diesen Jahres sein eigenes Geschäftsmodell komplett überdacht. Seit Mai 2015 sucht das Unternehmen eine Vielzahl von Ingenieuren, die sich mit allen Prozessen der Elektroauto-Entwicklung befassen sollen. Außerdem wurde eine größere Finanzierungsrunde mit BAIC an der Spitze abgeschlossen – insgesamt hat das Cleantech-Startup „deutlich mehr als 131 Mio. US-Dollar“ zur Verfügung. Zuvor war Atieva schon seit mehr als sechs Jahren lediglich als Komponentenhersteller im Bereich Batterie und Software für Elektroautos aufgetreten. Das Umdenken könnte auch mit dem Investment von BAIC, einem der großen chinesischen Autobauer (Staatsunternehmen), zu tun haben. Gegründet wurde Atieva schon 2007 als Batteriesystem-Entwickler von Bernard Tse, einem früheren Vorstandsmitglied von Tesla Motors und Sam Webg, einem früheren Oracle-Manager.

Auf der spartanischen Webseite von Atieva heißt es „Wir definieren neu, was ein Auto sein kann, indem wir ein ikonenhaftes neues Fahrzeug von Grund auf neu gestalten.“ Dabei will das Elektroauto-Startup ein Autounternehmen sein, aber keine Design-Spezialist und schon gar kein traditioneller Autobauer. Logischerweise liegt die US-Zentrale von Atieva nicht in Detroit, dort wo die alte US-Autoindustrie residiert, sondern im Silicon Valley, unweit von den Zentralen von Tesla Motors oder Facebook.

Elektroauto-Konzept im April?

Das erste Elektroauto von Atieva soll Gerüchten zufolge ein knackiges Batteriesystem enthalten, das dank verbesserter Zellchemie, eine Reichweite von mehr als 450 Kilometern ermöglichen soll. Partner von Atieva bzw. BAIC sind u.a. Siemens, die südkoreanische SK Group oder Johnston Controls. Das bisher bedeutendste Auto von BAIC ist der E150EV, der optisch an die Mercedes B-Klasse erinnert und bei den technischen Daten an den Peugeot iOn (Reichweite ca. 150 km mit einer 24 kWh-Batterie).

Im August diesen Jahres vermeldete manager-magazin.de, BAIC wolle groß bei Daimler einsteigen – aus dem Deal scheint aber bislang nichts geworden zu sein, Veröffentlichungen finden sich hierzu nicht. Bekannt ist dagegen die enge Kooperation von BAIC mit dem deutsche Autokonzern. Daimler will mit BAIC im rasant wachsenden chinesischen bzw. asiatischen Markt mitmischen. BAIC wird mehr als 750 Millionen Euro in ein neues Werk in Südafrika stecken, um dort mehr als 100.000 Autos (mit Lenker auf der rechten Seite) pro Jahr herzustellen. Das zeigt, die globalen Ambitionen des Unternehmens. Ab 2020 soll das Staatsunternehmen 1,2 Mio. Fahrzeuge pro Jahr fertigen. Einen besonderen Fokus legt auch die Staatsregierung dabei auf „New Energy Vehicles“.

Erstes Atieva-Video:

Einer derjenigen, die an der Vision von Atieva zur Neuerfindung des Automobils arbeiten, ist ein Deutscher: Axel Vollmer ist seit September 2014 im Vehicle Engineering von Atieva beschäftigt. Auf der Webseite des neuen Autobauers wird Vollmer als einer von drei Managern zu der besonderen Herausforderung zitiert – man erhalte nicht oft die Chance, etwas grundlegend Neues zu entwickeln, heißt es da. Der Reiz für erfahrene Auto-Ingenieure wie Vollmer, der laut LinkedIn-Profil u.a. bei Bosch, Porsche und Tesla arbeitete, liegt also darin, Neues nicht nur zu denken, sondern auch umzusetzen.

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