Continental zeigt Ladetechnologie für jede Ladesäule in Las Vegas

AllCharge von Continental macht Elektroautos zum mobilen Energiespeicher für die Energiewende / Komfort und Bequemlichkeit im Zentrum

Während es bei der News des Startups Enevate eher um die Lade-Geschwindigkeit für Elektrofahrzeuge geht, dreht sich nun alles um Komfort und Bequemlichkeit. Der Automobilzulieferer Continental stellt bei der CES 2018 in Las Vegas ein induktives Ladesystem vor, mit dem sich Traktionsbatterien kabellos und vollautomatisch aufladen lassen. Außerdem zeigt Continental mit AllCharge ein System, das mit jeder Ladesäule funktionieren soll.

Continental zeigt Ladelösungen für Elektroautos auf der CES 2018CES News / 13.12.2017. Mit dem System von Continental findet das Elektroauto seine beste Position zum induktiven Laden selbst. Verbaut ist eine Art Mikro-Navigationslösung. Geht das teilautomatisierte Fahren voran, braucht es nicht mal mehr einen Fahrer, um diese Position ausfindig zu machen. Beim induktiven Laden wird die Energie von der Sendeeinheit zu einer Empfängerplatte am Fahrzeugunterboden übertragen. Wichtig ist dabei, das Fahrzeug genau über der Bodenplatte zu platzieren.

Durch den Komfort dieses induktiven Systems – mit einem Wirkungsgrad von über 90 Prozent – lässt sich jede noch so kurze Ladechance nutzen. So können damit bei einem 20-minütigen Einkaufsstopp bis zu 20 Kilometer Reichweite „getankt“ werden. Denn bei 11 Kilowatt Ladeleistung, für die das System ausgelegt ist, gewinnt der Fahrer pro Minute Ladezeit etwa einen Kilometer Reichweite.

Continental zeigt AllCharge-Ladetechnologie in Las Vegas

Das System AllCharge beendet die Suche nach einer passenden Ladesäule, weil es unabhängig von der Ladeleistung, Stromart und Spannungslage mit allen Säulen kompatibel ist. Es bietet es den weiteren Vorteil, dass es ein Elektrofahrzeug zur rollenden Powerbank macht. Denn durch AllCharge ist ein E-Mobil in der Lage, Wechselstrom mit hoher Leistung bereitzustellen – ob für Partys, beim Camping oder bei Handwerker-Einsätzen.

Damit ist AllCharge ein „Universalschlüssel“, mit dem der Fahrer beim kabelgebundenen Laden auf jede Lademöglichkeit zugreifen kann. Da beim Wechselstrom-Laden die Begrenzung durch den On-Board-Charger wegfällt, kann AllCharge bei entsprechender AC-Infrastruktur die Batterie mit bis zu 43 Kilowatt laden – das bedeutet in zehn Minuten ein Plus von bis zu 50 Kilometer Reichweite.

Darüber hinaus lässt sich mit dem Continental-System in Zukunft die vorhandene Ladeinfrastruktur noch besser nutzen: In einer weiteren Ausbaustufe können automatisierte E-Mobile nach dem Laden automatisch „umgeparkt“ werden. Dadurch lassen sich an einer Ladestation über Nacht mehrere Fahrzeuge nacheinander aufladen. Damit induktive Ladestationen herstellerunabhängig von allen Fahrzeugen genutzt werden können, die technisch dafür ausgerüstet sind, werden zurzeit weltweite Standards festgelegt, an deren Definition auch Continental mitarbeitet.

Elektroauto als mobile Stromquelle

Echter Mehrwert: Das E-Mobil als leistungsstarke mobile Stromquelle
Generell können Elektrofahrzeuge aufgrund ihrer hohen Batteriekapazität auch als Stromquelle genutzt werden. Bei Fahrzeugen mit On-Board-Charger ist dies in der Regel aber nur mit einem zusätzlichen Wechselrichter möglich. Beim AllCharge-System dagegen ist diese bidirektionale Funktion bereits integriert – noch dazu liefert es den Wechselstrom ohne Leistungsbeschränkung.

Neben der Nutzung dieser Stromquelle im privaten Bereich stellt die Bidirektionalität des AllCharge-Systems auch für Handwerker oder mobile Servicedienstleister einen echten Mehrwert dar und bietet das Potenzial für neue Geschäftsmodelle. Langfristig können Elektrofahrzeuge durch diese Funktion darüber hinaus einen Beitrag zur Energiewende leisten, indem sie als mobile Energiespeicher in Versorgungsnetzwerke eingebunden werden.

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