Elektromobilität unplugged

Daimler und BMW beschließen gemeinsame Entwicklung für induktives, kabelloses Laden von Elektroautos

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Das Aufladen von Elektroautos über Kabelstränge ist mitunter gefährlich, im Winter dreckig und meistens lästig. Daher gehört dem kabellosen Aufladen durch Induktion die Zukunft – BMW und Daimler haben sich nun entschlossen, im Bereich des induktiven Ladens von Elektofahrzeugen zusammenzuarbeiten. Die Allianz lässt hoffen, dass dann auch eine entsprechende Infrastruktur entsteht, die von allen Fahrzeugen genutzt werden kann.

BMW und Daimler gemeinsam für kabelloses Laden von Elektrofahrzeugen9. Juli 2014. Bei Bussen mit Elektroantrieb ist es teilweise schon Realität: Die Busse fahren auf eine vorgesehene Fläche – etwa an der Haltestelle – und bekommen per Induktion neue Energie. Ohne Aufwand für den Fahrer oder irgendeine Gefährdung durch gespannte Kabel. Mit Daimler und BMW haben sich nun zwei der wichtigen Autobauer entschlossen, gemeinsam entsprechende Lösungen für kabelloses Laden zu entwickeln. Elektromobilität unplugged – sozusagen.

Mercedes-Benz wird diese „unplugged“-Technologie in einer Testflotte mit dem S 500 PLUG IN HYBRID erproben, um für das Laden der Hochvolt-Batterie eine echte S-Klasse Lösung hinsichtlich Komfort und einfacher Bedienung zu entwickeln. Im September wird Mercedes-Benz den S 500 PLUG IN HYBRID in den Markt einführen: Er bietet eine Leistung von 325 kW und 650 Nm Drehmoment, sprintet in nur 5,2 Sekunden von 0 auf 100 km/h und kann rein elektrisch 33 km weit fahren. Der zertifizierte Verbrauch beträgt 2,8 Liter/100 km, das entspricht einer Emission von 65 g CO2/km, wobei der Praxisverbrauch ebenfalls ausgezeichnet ist. Der S 500 PLUG-IN HYBRID gilt als die erste zertifizierte Dreiliter-Luxuslimousine der Welt.

Bodenplatte mit Primärspule und Sekundärspule im Auto notwendig

Induktives Laden von Elektroautos - überwacht mit dem iPad

Das induktive Lade-System besteht aus zwei Komponenten: einer Sekundärspule im Fahrzeugboden sowie einer Bodenplatte mit integrierter Primärspule, die unterhalb des Autos – zum Beispiel auf dem Garagenboden – platziert wird. Die elektrische Energie wird berührungslos, ohne Ladekabel, mit einer Leistung von 3,6 kW übertragen. Mit einem Wirkungsgrad von mehr als 90 Prozent lassen sich die Hochvolt-Batterien im Fahrzeug so effizient, komfortabel und sicher aufladen. Daimler und BMW haben sich auf die gemeinsame Entwicklung und den Einsatz einer einheitlichen Technologie zum induktiven Laden von Elektroautos und Plug-In-Hybridfahrzeugen verständigt.

Der Betrieb der induktiven Ladeeinrichtung kann witterungsunabhängig erfolgen. Auch bei Regen oder Schnee ist die Stromeinspeisung nicht beeinträchtigt, da sämtliche elektrisch leitenden Komponenten des Systems geschützt sind. Die Primärspule kann daher auch im Freien installiert werden. Auch während des Ladevorgangs bleibt die elektromagnetische Abstrahlung auf die Umwelt auf ein minimales Maß beschränkt. Der Zwischenraum zwischen Primär- und Sekundärspulen wird permanent überwacht, das Registrieren von Fremdkörpern führt unverzüglich zum Abbruch des Ladevorgangs.

BMW hat sich zum Ziel gesetzt, mittelfristig die Serieneinführung von zuverlässigen, verschleißfreien und benutzerfreundlichen Lösungen zum induktiven Laden zu realisieren. Dabei soll sowohl die Nutzung der  Energiespeicher des BMW i3 und i8 als auch der Hochvoltbatterien künftiger Plug-In-Hybrid-Modelle möglich werden. Ein weiteres Ziel der Entwicklungsarbeit ist die Realisierung möglichst kurzer Ladezeiten bei der berührungslosen Energieübertragung. Ähnlich wie die schon heute verfügbare BMW i Wallbox bieten auch künftige Systeme für die induktive Stromeinspeisung die Möglichkeit, den Ladevorgang per Smartphone zu aktivieren und zu beobachten.

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