FFZERO1: Faraday Future enthüllt Elektroauto-Konzept

Faraday Future zeigt FFZERO1, ein futuristisches Elektroautom das auf der Viable Platform Architecture basiert

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Faraday Future, der schon als Tesla-Killer bezeichnete Elektroauto-Pionier hat sein erstes Fahrzeug-Konzept enthüllt: FFZERO1 ist ein futuristisches, elektrisches Rennauto, das die Konzepte und Designlinien für alle weiteren Fahrzeuge von Faraday Future vorgeben wird. Es basiert auf der VPA Viable Platform Architecture, die es dem Elektroauto-Pionier ermöglichen soll, möglichst einfach und schnell unterschiedliche Elektroautos zu bauen – die Plattform bleibt immer erhalten. 

FFZERO1 ist das Elektroauto von Faraday Future: Es gibt das Konzept und das Design für alle anderen Fahrzeuge des Unternehmens vorElektroauto News #CES2016 / 4. Januar 2016. Während Tesla Motors gerade verkündet, 50.000 Autos im abgelaufenen Jahr verkauft zu haben, hat Elektroauto-Konkurrent Faraday Future die ersten Schritte in die Öffentlichkeit gemacht. Um 5 Uhr deutscher Zeit hat das Cleantech-Unternehmen aus Los Angeles, seine Viable Platform Architecture VPA und das Konzeptfahrzeug FFZERO1 der Öffentlichkeit präsentiert. Dabei stehen auch  „autonomes Fahren“ und „Augmented Reality“ im Zentrum der Fahrzeuge.

FFZERO1: Elektroauto für die Zukunft?

Blick in das FFZERO1 ElektroautoDas Elektroauto FFZERO1 sei eine Art „extremes Tablet auf Rädern“, sagte Richard Kim im Rahmen der Vorstellung des FFZERO1, denn es hat u.a. ein Smartphone integriert in sein Lenkrad. Es zeigt ein aerodynamisches Rennauto, das extrem geschmeidig auf der Straße entlanggleitet und die Basis für das schafft, was Faraday Future in Zukunft vorstellen wird. Die Geschwindigkeit, die das Unternehmen bei der Entwicklung von Elektroautos ausmachen soll, ist auch Resultat dessen, dass viel digitaler gearbeitet wird, als bei anderen Herstellern.

Seine Ziele drückt Faraday Future selbst so aus:

„We are developing clean, intuitive, seamlessly connected electric vehicles that
will advance future mobility solutions for society by consistently challenging the status quo, reinventing our processes, and embracing new technologies.“

Die drei Videos zeigen einige Details:

Während der Keynote versuchten Nick Sampson, Ding Lei vom Partner LeTV und Designer Richard Kim vor allem, die Philosophie und die Stärke von Faraday Future zu erklären – hierzu zählt Samspon vor allem das Team, die Vision, die Allianzen und die totale Geschwindigkeit des Unternehmens. Dabei scheut Faraday Future auch den Vergleich mit Tesla nicht: Der Elektroauto-Pionier habe neun Jahre bis zur Vorstellung des ersten marktfähigen Elektroautos gebraucht.

Elektroauto FFZERO1 von Faraday Future, 2016Faraday Future habe jetzt bereits 750 Mitarbeiter weltweit (200 außerhalb der USA) und sei damit so groß wie Tesla erst nach einigen Jahren. FF hingegen ist erst vor 18 Monaten gegründet worden. Mit dem FFZERO1 will das Unternehmen vor allem Grundlegendes über seine künftigen Produkte zeigen: Design-Linien, aber vor allem den Aufbau seiner Fahrzeuge, die dank der VPA genannten lattform extrem modular aufgebaut sein sollen. Dies soll ermöglichen, in rascher Abfolge mehrere Elektroautos für unterschiedliche Bedürfnisse auf den Markt zu bringen.

Faraday Future: So arbeitet man beim Elektroauto-Pionier

Von der Vorstellung des ersten massentauglichen Autos ist Faraday Future aber „noch ein paar Jahre“ entfernt. 

Zuvor hatte es eine Reihe von Gerüchten gegeben: Während sich DIE WELT (siehe unten) eher mit dem formalen Vorhandensein einer Europa-Gesellschaft von Faraday beschäftigt, hat sich die Süddeutsche bereits intensiver mit dem Elektromobilitäts-Konzept des Unternehmens befasst. Denn, liest man deren Ankündigung zur Pressekonferenz richtig, ist dort eher von der Vorstellung eines Konzepts, einer Vision für die Mobilität der Zukunft und weniger von tollen Elektroautos die Rede. Das deckt sich auch mit dem Video („What If“), das wir bereits in unserem letzten Beitrag gezeigt hatten.

Die perfekte Mobilitäts-Welt könnte bedeuten, dass das Unternehmen seinen Kunden keine Autos verkaufen wird, sondern Kilometer bzw. Meilen. D.h., je nach Mobilitätsbedürfnis, erhält der Kunde ein passendes Elektroauto direkt dorthin transportiert, wo er gerne einsteigen möchte. Neben dem Kombi für die Urlaubsfahrt mit Kindern, den effizienten Einsitzer für die tägliche Fahrt zur Arbeit und so weiter. Das könnte auch erklären, weshalb das geheimnisvolle Unternehmen in kurzer Abfolge eine ganze Bandbreite von Fahrzeugen angekündigt hatte.

Lesen Sie hier unsere Einschätzung zur Zukunft des Elektroautos

Durch das Teilen der Fahrzeuge – Car-Sharing ist vom Prinzip her natürlich nicht neu – will das Unternehmen frische Räume und Platz in  der Stadt der Zukunft schaffen. Den könnte es auch dann geben, wenn Werkstätten und Tankstellen sowie Autohäuser wegbrechen – in der zu Ende gedachten Car-Sharing-Welt, sind die große Anzahl dieser Einrichtungen wohl kaum noch vorgesehen. Die Süddeutsche zitiert Entwicklungschef Nick Sampson mit dem Satz „Wir werden neue Besitz- und Nutzungsmodelle entwerfen, ähnlich dem Abonnementservice in der Musikindustrie.“

Insofern scheint Faraday Future weniger ein neues Tesla werden so wollen – Tesla Motors sieht im Vergleich dazu zunehmend wie ein klassischer Autobauer aus. Vielmehr will Faraday Future ein Plattformanbieter werden – die Plattformstrategie, die zum Beispiel Apple mit iTunes höchst erfolgreich verfolgt oder Amazon mit seinem Geschäftsmodell. Denkbar wäre dann auch, dass die Fahrzeuge anderer Hersteller integriert werden.

Faraday Future: Deutschland-Sitz in Düsseldorf?

Daneben lassen Informationen von Die Welt darauf schließen, dass Faraday Future bereits eine Europa-Offensive starten wird. Der Justiziar von Faraday Future, Didier Laurent Gade Diels wird im Web seit der Umbenennung als Geschäftsführer der FF Europe GmbH geführt – der Dienstleister wird genutzt, um den Prozess der Gründung einer GmbH durch bereits gegründete Unternehmen ohne frühere Geschäftsaktivität abzukürzen.

Dem Bericht der WELT zufolge, könnte der Unternehmenssitz von Faraday Future in Europa in Düsseldorf angesiedelt werden – auch Fortune hatte im Dezember über ein Büro von Faraday Future in Düsseldorf berichtet.

Fazit: Überzeugendes Konzept, viele offene Fragen

Zu all diesen Plänen und möglichen weiteren Finanzgebern äußerte sich Faraday Future im Rahmen der Vorstellung des FFZERO1 in Las Vegas nicht. Interessant sind die Denkansätze, die das Unternehmen durchblicken ließ – man wolle die Mobilität der Zukunft aus Sicht der Zukunft her entwickeln. Wie die Zukunft aus den bisherigen Erkenntnissen 18monatiger Arbeit des Unternehmens aussehen wird, wurde aber nur angedeutet.

Das FFZERO1 wird unbestritten eines der Highlights der CES2016 sein – ob es jemals in dieser Form auf die Straße kommen wird, ist natürlich unklar. Die Erwartung, dass Faraday Future sehr schnell und dynamisch ist und schon bald mehr Antworten etwa über technische Details wie die Batterie-Strings geben wird, ist jedenfalls angesichts dieses ersten Eindrucks gewachsen. Die kommenden Monate und Jahre werden spannend. [Bildquelle: Faraday Future]

1 Kommentar

  • Toller Artikel. Mir persönlich war das FFZERO1 noch überhaupt nicht bekannt. Die Visionen hören sich sehr zielstrebig an, das Auto liest sich interessant und sieht auch so aus. Ob mir das Design gefällt und inwieweit es sich in den normalen Straßenverkehr integrieren kann, muss wohl die Zukunft zeigen.
    Ich konnte Mitte letzen Jahres einen Tesla probefahren und es war doch sehr gewöhnungsbedürftig. Es fällt einem schwer die Power und Anzugskraft ohne klassische Motorgeräusche richtig zuzuordnen, obwohl man sich schnell dran gewöhnt.

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