Energiewende: Dezentralisierung des Energiemarktes ist nicht zu stoppen

Trotz EEG 2014 und EEG-Umlage auf Eigenverbrauch: Erneuerbare Energien rechnen sich für Unternehmer und Mieter

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Ökostrom, Erneuerbare Energien, Mieterstrom, Eigenverbrauch, Stromspeicher, Mikro-KWK und Brenstoffzellen-Heizung: Die Komplexität für Mieter und Unternehmer im Kampf gegen weiterhin steigende Strompreise ist allein schon aufgrund der genannten Begrifflichkeiten zu greifen. Wer sich mit den Themen nicht beschäftigt, hat wohl keine Chance, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Doch viele Maßnahmen, die Mieter und Unternehmer treffen können, sind sinnvoll: Beispielsweise die Wahl eines Ökostromanbieters wie LichtBlick, der etwa die teure Grundversorgung ersetzt.

LichtBlick setzt weiter auf dezentralen Mieterstrom.Berlin, Hamburg / 30. Juni 2014. Die am Freitag vom Bundestag verabschiedete EEG-Reform erschwert die Entwicklung eines subventionsfreien Marktes für erneuerbare Energien. „Minister Gabriel hat im Schulterschluss mit der alten Energiewelt um den Branchenverband BDEW eine Innovationsbremse im EEG installiert. Neue Geschäftsmodelle lokaler Stromvermarktung werden mit höheren Abgaben belastet“, kritisiert Heiko von Tschischwitz, Vorsitzender der Geschäftsführung von LichtBlick.

Luc Graré von REC ist ganz ähnlicher Meinung: „Die Belastung des Eigenverbrauchs mit der EEG-Umlage erschwert ausgerechnet ein Geschäftsmodell, bei dem Solarenergie schon heute unabhängig von Subventionen konkurrenzfähig ist. Das zeigt, wie sehr in der Debatte um die EEG-Reform leider die eigentlichen Ziele der Energiewende aus den Augen verloren wurden – Klimaschutz und die Abkehr von fossilen und nuklearen Energieträgern. Stattdessen beschäftigt sich die Diskussion nur noch mit der Verteilung der Kosten für die Energiewende. Außer Acht gelassen wird dabei, dass jede Investition in Erneuerbare Energien die milliardenschweren Folgen des Klimawandels lindert.“

Trotz der EEG-Reform bleibt der Eigenverbrauch von selbst produzierten Strom für viele Unternehmen und Privathaushalte jedoch auch in Zukunft vorteilhaft. Denn die geplante stufenweise Belastung des Eigenverbrauchs mit bis zu 40 Prozent der EEG-Umlage wirkt sich nach unseren Berechnungen in vielen Fällen nicht entscheidend auf die Amortisationsdauer und die Rentabilität derartiger Anlagen aus. Gerade Unternehmen in Branchen, die hohe Steuern und Abgaben auf eingekauften Strom zahlen, beispielsweise Supermärkte, können mithilfe des Eigenverbrauchs auch mit der neuen Gesetzgebung ihre Stromkosten senken und zum Klimaschutz beitragen. Und Solaranlagen für Privathaushalte mit bis zu zehn Kilowatt-Peak bleiben erfreulicherweise auch weiterhin von der Umlage auf den Eigenverbrauch befreit “

Ein weiteres Beispiel ist das Thema Mieterstrom: Für die Lieferung lokal erzeugten Sonnenstroms an Mieter wird künftig die volle EEG-Umlage fällig, während Eigenheimbesitzer gar keine und andere Eigenversorger 40 Prozent der EEG-Umlage zahlen müssen. Eine vierköpfige Familie, die zur Miete wohnt, zahlt dann für Solarstrom vom Dach bis zu 150 Euro mehr EEG-Umlage pro Jahr als eine Familie im Eigenheim.

Die lokale Ökostrom-Vermarktung erfordert eine moderne IT-Infrastruktur und ist energiewirtschaftlich komplex. Konzerne und Stadtwerke können solche Produkte aufgrund veralteter IT und fehlender Innovationskraft kaum anbieten. Sie fürchten deshalb die Konkurrenz innovativer Versorger. „Neue Produkte wie Mieterstrom werden die nächste Welle von Kundenverlusten bei den regionalen Platzhirschen auslösen. Darum kämpft der BDEW mit aller Lobbymacht gegen Innovationen – und behindert damit auf Kosten der Verbraucher den Wettbewerb und die Energiewende“, so von Tschischwitz.

Dabei entlasten intelligente Ökostrom-Produkte schon heute die Fördertöpfe und zeigen Wege in einen Grünstrommarkt jenseits gesetzlicher Subventionen auf. So vermarktet zum Beispiel LichtBlick im Gelben Viertel in Berlin Hellersdorf den Strom aus Deutschlands größter Solaranlage auf Wohngebäuden an die Mieter im Quartier. Da der lokal verbrauchte Solarstrom bereits heute ohne Subventionen auskommt, kann das EEG allein mit diesem Projekt um bis zu 200.000 Euro jährlich entlastet werden.

LichtBlick setzt trotz der neuen Abgaben weiter auf die lokale Ökostrom-Vermarktung. „Die Dezentralisierung des Energiemarktes ist nicht mehr zu stoppen. Die Politik und die alte Energiebranche können den Zug bremsen, aufhalten werden sie ihn nicht“, so von Tschischwitz.

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