Energiewende: Anpacken statt ausbremsen

Technologiesprünge bei Solar, Speicher, KWK oder Brennstoffzelle zeigen, dass Energiewende möglich ist

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Die Energiewende in Deutschland ist weniger eine Kostenfrage als eine Frage des politischen und gesellschaftlichen Willens, den Umbau der Sektoren Strom, Wärme und Mobilität voranzutreiben. Immer mehr Menschen begreifen, dass beispielsweise Solaranlagen in Verbindung mit Stromspeichern die Garantie auf gleich bleibende Strompreise bringen. Die Preise für Photovoltaik sind ohnehin in den vergangenen Jahren rapide gefallen – jetzt werden auch Batteriespeicher, etwa basierend auf der Lithium-Cobalt-Technik, wie sie auch in Elektroautos zum Einsatz kommt, schrittweise billiger. Die Energiewende ist möglich, nur machen müssen wir sie noch.

22.12.2014. „Energiewende gestalten – Chancen nutzen“ heißt ein Video, das Solarpraxis kürzlich veröffentlicht hat. In fünf Minuten wird dargestellt, an welchem Punkt die deutsche Energiewende derzeit steht – und was weiterhin zu tun ist. Hier ist das Video zu finden:

Es zeigt: Energiewende ist möglich, wenn wir nur möchten. 2015 wird hierfür ein ganz entscheidendes Jahr, weil immer mehr Technologien auf dem Markt sind, die durch vielfachen Einsatz so günstig werden, dass an ihnen kein Weg mehr vorbei führt bei Neubau oder Renovierung. Beispiele sind Solarstromspeicher, Brennstoffzellen-Heizungen, Mikro-KWK-Anlagen oder Infrarot-Heizungen. All diese Technologien funktionieren – die Herausforderung ist die richtige Auslegung und Anpassung an die jeweiligen individuellen Bedürfnisse.

Die Durchschnittspreise für Batteriespeicher sind aufgrund technischen Fortschritts und der wachsenden Nachfrage zwischen dem ersten und zweiten Halbjahr 2014 um rund 25 Prozent gesunken. Das geht aus dem heute veröffentlichten Solarstromspeicher-Preismonitor des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW-Solar) und der Intersolar Europe hervor. „Das ist ein schönes Weihnachtsgeschenk für die Energiewende und alle Betreiber von Solarstromanlagen. Mit günstigen Stromspeichern können sie sich jetzt ihren Wunsch nach mehr Unabhängigkeit erfüllen und langfristig mit stabilen Strompreisen rechnen“, sagt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW-Solar.

Die Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) ist ein wichtiger Baustein für das Gelingen der Energiewende. Unter den aktuellen Rahmenbedingungen wird ihr Ausbau jedoch stocken und das politisch verankerte Ziel von 25 Prozent Anteil an der Stromerzeugung bis 2020 nicht erreicht werden. „Wir sind deshalb erleichtert, von der Politik ein klares Bekenntnis zur Kraft-Wärme-Kopplung zu erhalten“, sagt Berthold Müller-Urlaub, Präsident des Bundesverbandes Kraft-Wärme-Kopplung e.V. (B.KWK). Im Rahmen des 6. KWK-Kongresses hatte der parlamentarische Staatssekretär im BMWI, Uwe Beckmeyer, die Bedeutung und Rolle der KWK im künftigen Energiemarktdesign hervorgehoben. Er bescheinigte der KWK ein „wirtschaftliches Ausbaupotenzial“, insbesondere bei der Industrie und in der Objektversorgung – auch dann, wenn erneuerbare Energien zunehmen und der Wärmebedarf abnimmt. Die gekoppelte Erzeugung spare zudem Primärenergie und CO2-Emissionen.

Während die Brennstoffzellen-Heizung von Vaillant oder Viessmann den Siegeszug in den Haushalten antritt, zeigen die Autohersteller die wesentlich komplexere Anwendung der Brennstoffzelle im Auto: Audi, VW und Honda stellten kürzlich entsprechende Prototypen vor. Auch dies führt dazu, dass die Energiewende, umfassend als Versorgung für Strom, Wärme und Mobilität, realistischer wird.

Wir sind uns sicher: 2015 wird das Jahr, in dem das Anpacken (der Energiewende) über dem Bremsen (der Energiewende) stehen wird.

 

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