Stromtrasse in der Diskussion: SuedLink von TenneT und TransnetBW vorgestellt

Öffentliche Diskussion über SuedLink-Korridor wegen Moratorium der Bayerischen Landesregierung verschoben

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Die Bayerische Staatsregierung forderte am 4. Februar ein Moratorium für die Errichtung neuer Stromleitungen in Bayern. Dies ist aus der Sicht von TenneT eine erhebliche Zäsur, denn damit wird die politische Grundlage der Energiewende in Frage gestellt. Vor diesem Hintergrund haben sich TenneT und TransnetBW dazu entschlossen, die für die kommenden drei Wochen geplanten Informationsveranstaltungen zu SuedLink ebenso wie die für dieses Jahr geplante Antragsstellung bis auf Weiteres zu verschieben.

Bayreuth, Stuttgart / Energiewende. Das größte und längste Netzausbauprojekt der Energiewende ist aus Sicht der Übertragungsnetzbetreiber TenneT und TransnetBW startbereit: Die Gleichstromverbindung SuedLink soll ab 2022 Windstrom über 800 Kilometer von Schleswig-Holstein bis in den Süden nach Bayern und Baden-Württemberg transportieren. In Berlin gaben jetzt die beiden Übertragungsnetzbetreiber TenneT und TransnetBW, die SuedLink gemeinsam planen und errichten, den Startschuss.

„SuedLink ist eines der bedeutendsten Netzausbauprojekte Europas und das wichtigste Infrastrukturprojekt der Energiewende“, sagte Lex Hartman, Mitglied der Geschäftsführung von TenneT. Rainer Joswig, Mitglied der Geschäftsführung der TransnetBW, ergänzte: „Die Bundesländer Bayern, Baden-Württemberg und Hessen werden im Jahr 2023 rund 30 Prozent ihres Jahresverbrauchs an Strom importieren müssen.

Stromtrasse SuedLink

Die Windenergie, die den Strom aus Kernenergie ersetzen soll, wird aber vor allem an den Küsten im Norden produziert. Sie muss über hunderte Kilometer nach Süden transportiert werden. SuedLink bildet damit das Rückgrat für eine sichere Stromversorgung im Süden Deutschlands und ist Grundlage für eine funktionierende Wirtschaft und Gesellschaft.“

Die Politik müsse sich sicher sein, dass die großen Stromverbindungen weiter ihren Beitrag zur Energiewende leisten sollen, sagten TenneT und TransnetBW mit Blick auf die Erklärung der bayerischen Landesregierung zu einem Moratorium für Gleichstromverbindungen und der Überprüfung aller geplanten Stromverbindungen nach Bayern.

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Die beiden Übertragungsnetzbetreiber forderten die klare Unterstützung des notwendigen Netzausbaus und der großen Stromverbindungen wie SuedLink durch die Politik auf Landes- und Bundesebene. Bis dahin werden TenneT und TransnetBW die bereits geplanten Informationsveranstaltungen für Bürger und Gemeinden entlang des vorgeschlagenen Trassenkorridors aufschieben.

SuedLink besteht derzeit aus zwei einzelnen Vorhaben: Die Verbindungen von Wilster bei Hamburg nach Grafenrheinfeld bei Schweinfurt sowie eine Verbindung von Brunsbüttel nach Großgartach in Baden-Württemberg. Beide sind Teil des Bundesbedarfsplangesetzes, das vom Deutschen Bundestag verabschiedet die Grundlage für den bundesweiten Netzausbau bildet. TenneT und TransnetBW stellten heute einen Vorschlag für einen möglichen SuedLink-Korridor für den ersten Abschnitt von Wilster nach Grafenrheinfeld vor.

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Er ist Ergebnis der Analysen vorhandener Daten zu Pflanzen und Tierwelt, zu Siedlungen, Infrastruktur, Boden und Wasser. „Der vorgeschlagene Korridor für SuedLink ist nicht in Stein gemeißelt“, stellte Hartman klar. „Wir stehen ganz am Anfang der Planungen, noch weit vor Beginn des Genehmigungsverfahrens. Der Trassenkorridor steht noch nicht fest und wir brauchen das Feedback der Bürger und Gemeinden, um diese wichtige Verbindung gut planen zu können.“

Der vorgestellte Korridor führt von Wilster in Schleswig-Holstein südlich nach Niedersachsen, passiert Verden / Aller und geht dann zwischen Hannover und Lehrte an Hildesheim vorbei Richtung Süden. Danach führt er weiter in südwestlicher Richtung an Höxter, Beverungen und Warburg und westlich an Kassel vorbei. Dann geht es westlich an Bad Hersfeld vorbei nach Süden und schließlich an Fulda vorbei nach Grafenrheinfeld.

Der Antrag für das erste Vorhaben von SuedLink, die Verbindung Wilster – Grafenrheinfeld, wird frühestens im April dieses Jahres im Rahmen der Bundesfachplanung gestellt werden. Die Planungen für das zweite Vorhaben Brunsbüttel – Großgartach starten zeitnah in 2014. „Bei der Umsetzung von SuedLink setzen wir auf ein effizientes Planungs- und Genehmigungsverfahren durch die Bundesnetzagentur, um so den erforderlichen Netzausbau in Deutschland zu beschleunigen“, sagte Joswig.

(Dieser Beitrag über die Energiewende und die Stromtrasse SuedLink der TenneT erschien am 10.4.2014 auf CleanThinking.de)

1 Kommentar

  • Siegfried Liedtke

    Zwar habe ich keine Kenntnis, ob diese Trasse als Hochspannungsleitung geplant ist oder als Erdkabel. Dass Bürger eine ablehnende Haltung zu Hochspannungsleitungen haben, trifft meine volle Unterstützung. Ich bin schon sehr für die Energiewende und den Ausstieg aus der unberechenbaren Kernenergie, aber es sollte doch darauf geachtet werden, dass man mit hässlichen Windmühlen und Hochspannungstrassen die schöne deutsche Landschaft nicht zerstört. Mein Vorschlag: Die Mittelstreifen der Bundesauto-bahnen als allgemeine Versorgungstrassen zu nutzen Z.B. könnten in Betonkanälen auch andere Medien wie Wasser, Gas, Abwasser, Telefon und natürlich Stromkabel verlegt werden. Die Kosten würden sich auf mehrere Versorger aufteilen, die Bevölkerung brauchte nicht um Zustimmung gefragt werden, es sind keine extra Versorgungsstraßen erforderlich. Die Bundesautobahnen verbinden ohnehin schon die grössten urbanen Zentren.

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