Ericsson und Zain: Hochinteressantes Projekt
Folgendes interessante Cleantech Projekt haben Ericsson und Zain, ein afrikanischer Netzbetreiber realisiert (Quelle PR Newswire):
GENF, February 15 /PRNewswire/ — Im Rahmen des Millennium Villages-Projekts haben Ericsson und der panafrikanische Netzbetreiber Zain eine mit Öko-Strom betriebene Anlage in einem entlegenen Dorf im Nordosten Kenias gebaut. Mit der verlässlichen und erschwinglichen mobilen Kommunikation, die die Anlage ermöglicht, können die Dorfbewohner von Dertu telefonieren, auf Angebote des Gesundheitswesens zugreifen und ihre wirtschaftliche Zukunft verbessern.
Durch den Einsatz einer Kombination aus Wind- und Solar-Energie werden die beiden grössten Hürden beim Bau von Telekommunikations-Infrastrukturen in abgelegenen Gebieten überwunden: die Betriebskosten und die Verlässlichkeit der Stromversorgung.
Jan Embro, Präsident von Ericsson in Schwarzafrika, erklärt: “Durch die idealen klimatischen Bedingungen erwarten wir eine Reduzierung der energiebezogenen Betriebskosten der Anlage um 80% im Vergleich zu Dieselgeneratoren. Ökologische Anlagen wie diese haben ein grosses Potenzial, die Herausforderung zu bewältigen, die das Stromnetz in ganz Afrika darstellt, und bringen die mobile Kommunikation zu den Ärmsten der Armen, so dass sie ihre Lebensbedingungen verbessern und den Kreislauf der Armut durchbrechen können.
Chris Gabriel, Geschäftsführer von Zain Africa, fügte hinzu: “Mit verlässlicher und erschwinglicher mobiler Sprach- und Datenkommunikation haben die mehr als 5000 Nomaden in Dertu die Chance, auf den wirtschaftlichen und sozialen Erfolgen aufzubauen, die sie gemacht haben, seit Ericsson und Zain in Zusammenarbeit mit dem Earth Institute letztes Jahr zum ersten Mal mobile Kommunikation mithilfe eines provisorischen Netzwerks in die Region gebracht haben.”
Statt den 100 km langen Weg über unbefestigte Strassen zur grösseren Stadt Garissa auf sich zu nehmen, gehen seither viele Menschen aus den benachbarten Dörfern nach Dertu, um zu telefonieren, Zugriff auf verbesserte Gesundheitsdienste zu haben und von neuen Geschäftsmöglichkeiten zu profitieren, und machen das Dorf so zu einem wirtschaftlichen Zentrum für die Region.
Ahmed Mohamed, Wissenschaftskoordinator für das Millennium Villages-Projekt in Dertu, erklärt: “Die Menschen in Dertu sagen, die Ankunft des mobilen Netzwerks sei der Tag gewesen, an dem Dertu wiedergeboren wurde; wiedergeboren wegen der wirtschaftlichen Entwicklung. Seit es das mobile Netzwerk gibt, rufen die Nomaden, die ihren Lebensunterhalt durch Viehzucht verdienen, einfach in der Nachbarstadt an, um sich nach dem Viehpreis zu erkundigen, und sobald sie ihn kennen, können sie die Tiere entweder einfach zum Markt bringen, oder, wenn der Preis niedrig ist, sie weiter grasen lassen. Es ist wundervoll, einfach wundervoll. Es gibt keine grössere Unterstützung für ein Dorf als diese.”
Die Nomaden verwenden ihre Mobiltelefone auch, um sich gegenseitig über gutes Weideland und Wasserstellen zu informieren, die in der extrem trockenen Region oft schwer zu finden sind. Die Mobiltelefone wurden ausserdem verwendet, um Kinder zu finden, die beim Viehhüten grosse Entfernungen auf der Suche nach Futter für ihre Tiere zurückgelegt und sich dabei verirrt hatten.
Die Bedeutung für das soziale Leben ist ebenfalls hoch. Familien können leichter Kontakt zu weit entfernt lebenden Verwandten halten, es gibt wichtige lokale Verbindungen für eine bessere Gesundheitsversorgung und für Fernunterricht, und man kann schnell mit Regierungsstellen kommunizieren, um in Notsituationen rasch Hilfe zu erhalten, wie zum Beispiel bei Schäden am Dorfbrunnen, der einzigen Wasserversorgung.
Die mehr als 3000 täglich aufgezeichneten Telefonminuten haben ausserdem einen Markt für Artikel wie SIM-Karten, gebrauchte Telefone, Guthabenkarten, Ladegeräte und Zubehör geschaffen, während örtliche Geschäftsleute durch Bestellungen und Rechnungsabwicklung per Mobiltelefon Transportkosten reduzieren können.
Heute gibt es über 4 Milliarden Mobilfunkanschlüsse weltweit. Die Erfahrung in Dertu zeigt, dass es mit entsprechenden Lösungen wirtschaftlich möglich ist, Kommunikationsmöglichkeiten für die nächste Milliarde Menschen bereitzustellen, selbst für diejenigen in den entlegensten Gebieten der Welt, während gleichzeitig sichergestellt ist, dass diese Dienste für jene am unteren Ende der Wirtschaftspyramide erschwinglich sind. Der Schlüssel zu einem anhaltenden Erfolg wird die Kombination innovativer Lösungen sein, einschliesslich umweltfreundlicher Technologien, öffentlich-privater Partnerschaften und neuer Geschäftsmodelle.
Das Dertu-Projekt ist ausserdem ein Beispiel für den wichtigen Beitrag, den Konnektivität für die Ziele der Millennium Villages in Bezug auf Verringerung der Armut und Verbesserung des Zugangs zu Gesundheit und Bildung leistet. Das Millennium Village-Projekt, das Dörfer in 10 Ländern in Schwarzafrika umfasst, bringt mobile Kommunikation und das Internet zu mehr als einer halben Million Menschen.
Der Beitrag von Ericsson und Zain zum Millennium Villages-Projekt wurde durch eine Nominierung in der Kategorie “Best Use of Mobile for Social and Economic Development” für den “Global Mobile Award 2009″ der GSM Association ausgezeichnet. Die stromsparende Diesel-Hybrid-Batterie-Lösung von Ericsson wurde zudem in die Auswahlliste der Kategorie “Best Network Technology Advance” aufgenommen.
Besuchen Sie Ericsson in Halle 8 beim Mobile World Congress in Barcelona und erfahren Sie mehr über die Rolle des Unternehmens beim Millennium Villages-Projekt, seine nachhaltigen Energie-Lösungen, und wie Telekommunikation zur sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung sowie zur Schaffung einer CO2-ärmeren Wirtschaft beitragen kann.
Cleantech in Afrika: Klasse!
