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Farbstoffsolarzellen: Millenium-Technologiepreis für Prof. Michael Grätzel

11/06/2010 10:24 1 Kommentar

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Michael GrätzelDer Erfinder der Farbstoffsolarzellen (“Dye  Solar Cell”) Michael Grätzel, heute Professor an der Ecole Politechnique Federale in Lausanne, ist Hauptgewinner des Millenium Technologiepreises 2010. Grätzel galt auch schon im vergangenen Jahr als einer der Favoriten auf den Nobelpreis für Chemie, ging damals aber noch leer aus. Jetzt der Durchbruch beim “inoffiziellen Nobelpreis für Ingenieure”: Aus den Händen der finnischen Staatspräsidentin Tarja Halonen bekam Michael Grätzel gestern in der Finnischen Nationaloper die begehrte Skulptur “Huippu” überreicht – und erhielt nebenbei 800.000 Euro.

Die Farbstoffsolarzellen gelten durchaus als hoffnungsvolle Technologie der Zukunft – insbesondere die geringen Herstellungskosten und der Verzicht auf Silizium sind elementare Vorteile dieser Technologie. Unternehmen wie Konarka aus den USA und Dyesol aus Australien entwickeln die Technologie seit einigen Jahren weiter und kommen der Marktreife immer näher.

Dem Börsenwert von Dyesol tut diese Entwicklung besonders gut: bis 10 Uhr heute morgen legte der Kurs der Aktie um mehr als 11 Prozent zu – und könnte bald den Sprung aus dem Pennystock-Bereich hinaus machen. Derzeit kostet die Aktie 85 Cent.

Der Millenium-Award wird von der Stiftung Technology Academy Finland verliehen. Deren CEO Ainomaija Haarla, würdigte die Verdienste Michael Grätzels in seiner Laudatio für den Preisträger:

“Begrenzt wird die Nutzung der Sonnenenergie seit je durch die damit verbundenen hohen Kosten. Die Grätzel-Zellen ermöglichen eine gegenüber bisher vorteilhaftere Nutzung der Solarenergie. Die Innovation von Grätzel wird voraussichtlich eine wichtige Rolle beim Einsatz regenerativer Energie und damit bei der Förderung einer nachhaltigen Entwicklung spielen.”

So charakterisiert die Stiftung Technology Academy Finland den Preisträger:

Die vom in Sachsen geborenen Grätzel entwickelten Farbstoff-Solarzellen haben ein ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis. Die auch als künstliche Fotosynthese bezeichnete Technologie ist eine viel versprechende Alternative zu der gegenwärtig üblichen Solarzellentechnologie auf Siliziumbasis. Die Grätzel-Zellen werden aus preisgünstigem Material hergestellt, und ihre Fertigung erfordert keine komplizierten Anlagen. Auch wenn die Zellen noch in einem relativ frühen Entwicklungsstadium stehen, werden sie doch als eine höchst aussichtsreiche und vorteilhafte Alternative zu den teuren Si-Solarzellen betrachtet.

Für die Zukunft zeichnen sich zahlreiche auf der Innovation von Grätzel basierende Produkte ab, wie zum Beispiel Sonnenenergie sammelnde Fenster und im Vergleich zu heute beträchtlich billigere Solarpaneele. Die ersten auf Grätzel-Zellen basierenden Verbraucherprodukte sind bereits auf dem Markt.

Weitere Preise für OLEDs und ARM-Mikroprozessoren

Ausgezeichnet wurden auf dem Festakt zwei weitere Millennium-Gewinner 2010 mit je 150 000 Euro und der Skulptur “Huippu”. Dieses Jahr stehen alle prämierten Innovationen besonders mit der Problematik der nachhaltigen Entwicklung und des Energieverbrauchs in Beziehung.

Die von Cavendish-Professor Sir Richard Friend, Universität Cambridge, entwickelte organische LED ist ein bedeutsamer Markstein in der Entwicklung von Elektronik auf Kunststoffbasis. Elektronikpapier, billige gedruckte organische Solarzellen und große leuchtende Wandflächen sind Beispiele für völlig neuartige Produkte wie sie nun durch die Forschungsarbeit von Friend möglich geworden sind.

Stephen Furber, Professor für Computer Engineering an der Universität Manchester, ist der Hauptdesigner des auf 32 BIT RISC Technologie basierenden ARM-Mikroprozessors. Seine Innovation revolutionierte die Entwicklung der mobilen Elektronik. Mit dem genial konzipierten Prozessor lassen sich vorteilhafte, nur wenig Strom verbrauchende, aber leistungsfähige elektronische Geräte herstellen. Innerhalb von 25 Jahren wurden bereits fast 20 Milliarden ARM-basierte Mikroprozessoren hergestellt.

“Jede dieser Innovationen erfüllt in exzellenter Weise die für eine Auszeichnung von uns gestellte Forderung: eine Innovation, die der Menschheit jetzt und in Zukunft in möglichst breitem Maße Nutzen bringt”, konstatiert Bergrat Stig Gustavson, Vorstandsvorsitzender der Technology Academy Finland.

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