Gravitation als Antrieb für Elektroautos der Zukunft?
Als Redaktion eines Wirtschaftsblogs mit dem Schwerpunkt CleanTech, einem Bereich also, in dem viele Innovationen, viele gute Ideen, viel Hirnschmalz gefragt ist, bekommt man mit steigender Bekanntheit immer wieder Konzepte zugesandt, die – sagen wir mal – unrealisierbar erscheinen. Aber, und das freut uns immer sehr, es sind viele Ideen dabei, die aus unserer Sicht zumindest eine reelle Chance zur Realisierung haben könnten. Wenn, ja, wenn die richtigen Personen zum richtigen Zeitpunkt zusammen kommen.
Bei dem Vorschlag, den uns der Erfinder German Gresser kürzlich zusandte, sind wir uns aber unschlüssig, ob eine Umsetzung wirklich machbar und sinnvoll ist. Herr Gresser sorgte vor einigen Jahren schon einmal für Aufsehen, als er fahrzeugexterne Wechselstrom-Leitungen in der Straße vorschlug – mehr dazu bei pressetext. Leider ist es zu mehr als einer Patentanmeldung bislang nicht gekommen. Genau an einem ähnlichen Punkt ist Gresser nun mit seiner Idee der Umwandlung von Gravitation innerhalb des Autos in Elektrizität.
Einige Details hierzu, die aus dem Schreiben des Herrn Gresser kommen, möchten wir im Original-Wortlaut dokumentieren:
Das Ganze könnte dann so aufgebaut sein:
Noch mehr ins Detail geht diese Abbildung:
Wir von der Redaktion von Cleanthinking.de finden, dass die Idee, ohnehin vorhandene Graviationskräfte im Auto zu nutzen, um dieses anzutreiben, zunächst eine geniale Idee ist. Allerdings – das sei ganz offen eingestanden – können wir nicht im Detail beurteilen, ob das vorgeschlagene System funktionieren kann. Gresser geht von einer Entwicklungsdauer von 3 bis 5 Jahren aus, sollte ein Hersteller auf seine Idee und sein Konzept eingehen – unsere Idee ist: Lassen Sie uns in den Kommentaren darüber diskutieren, welche Aussichten das vorgeschlagene Antriebskonzept hat, oder? Vielleicht finden dann auch die richtigen Menschen zusammen, die ein solches Modell womöglich eines Tages in die Tat umsetzen.
P.S.: Die gesamte, mehrseitige Patentanmeldeschrift kann auf Anfrage an gresser@cleanthinking.de angefordert werden (In Rücksprache mit Herrn Gresser)


00:52
Ich kenne die Patentschrift noch nicht. Von dem hier dargestellten her geht es nur um die Schwingungen der Räder während der Fahrt. Diese fallen zwar i.d.R. nicht groß aus, aber sie fallen fast permanent an, d.h. die Grundidee ist nicht abwegig.
Fraglich ist allerdings ob der technische Aufwand lohnt, letztlich wird nur ein kleiner Bruchteil der eingesetzten Antriebsenergie zurückgewonnen, die Größenordnung dürfte weit unter der Rekuperation liegen.
Dazu kommt evtl. ein Problem für den Controller, da der rückgeführte Strom möglicherweise zu störenden unvorhersehbaren Spannungsschwankungen führt.
17:16
Die Angaben zur zu gewinnenden Energiemenge sind hochgradig unseriös, die Berechnungen unplausibel und fehlerhaft. Die Behauptung unabhängig von der Vortriebsenergie Energie durch die Vertikalbewegung einen Fahrzeuges gewinnen zu können widerspricht der Energieerhaltung und damit dem physikalischen Grundverständnis eines Zehntklässlers. Die angenommenen Wirkungsgrade für Hydraulik und Lineargenerator liegen zudem weit über den tatsächlichen Werten. Würden in Fahrzeugschwingungen tatsächlich derart große Energiemengen umgesetzt, wären unsere konventionellen Schwingungsdämpfer längst zu Metallklumpen verglüht.
10:24
Kommt mir bekannt vor. Siehe In-Wheel-Motor (Active Wheel) von Michelin:
http://www.michelin.com/corporate/actualites/en/document.DocumentRepositoryServlet?codeDocument=7735&codeRepository=MICHCORP&codeRubrique=salonauto2008