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H-TEC Systems verkündet “Durchbruch in Energiespeicherung”

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H TEC EL30 Elektrolyseure Abbildung H TEC Systems verkündet Durchbruch in EnergiespeicherungCleanTech & Energiespeicher News / Hannover. Der Bedarf an Energiespeichern für die Realisierung der Energiewende ist hinlänglich bekannt und debattiert worden. Dennoch mangelt es immer noch an Technologien der Energiewende, die das Speicherproblem wirklich lösen können. Pumpspeicherkraftwerke sind – wenn überhaupt – aufgrund begrenzter Kapazitäten nur ein kleiner Teil der Lösung, Großprojekte wie der Lageenergiespeicher sind noch weit von einer Realisierung entfernt. Hoffnungsvoller sind da schon die Versuche, Energieüberschüsse aus erneuerbaren Energiequellen in Wasserstoff umzuwandeln und im Erdgas-Netz zu speichern. H-TEC Systems, eine Tochter des Projektierers GP Joule, will im Rahmen der HANNOVER MESSE 2012 (K60 / Halle 27) nun eine Technologie vorstellen, die das Cleantech-Unternehmen als “Durchbruch in der Energiespeicherung” bezeichnet.

Die Technologie-Lösung von H-TEC Systems fällt in die Kategorie “Power-to-Gas”. Das Cleantech-Unternehmen wird den weltweit ersten, serienreifen Polymer-Elektrolyt-Membran-Elektrolyseur vorstellen. Die “H-TEC EL30 Elektrolyseure” sollen Strom mit einem Wirkungsgrad von bis zu 75 Prozent in Wasserstoff umwandeln. Dieser kann im Anschluss für industrielle Zwecke verwendet oder mithilfe einer Brennstoffzelle wieder in Strom umgewandelt werden.

“Das Konzept Power to Gas war bis jetzt nur eine ferne Vision, doch ab sofort ist diese Zukunftstechnologie mit unseren Geräten Realität”, so Ove Petersen, zugleich Geschäftsführer von H-TEC und GP Joule. “Wir arbeiten unter Hochdruck daran, die Speicherkapazitäten der Geräte sukzessive auszubauen und Unternehmen innovative und günstige Lösungen bei der dezentralen Stromspeicherung zu ermöglichen.”

Speicherleistung: 18 kW

H TEC EL30 Elektrolyseure 300x187 H TEC Systems verkündet Durchbruch in EnergiespeicherungDie H-TEC EL30 Elektrolyseure sind nach Angaben des Unternehmens anschlussfertige Komplettsysteme und bestehen aus einer Elektrolyseeinheit, einer Wasseraufbereitung und einem Spannungswandler als Netzanschluss. Das Herzstück ist ein 30 bar PEM-Elektrolyse-Stack, der zusammen mit einem speziellen Kühlsystem, einer Wasserrückführung, dem Systemmanagement, einer optionalen Trocknung und einer intelligenten Steuerung die Elektrolyseeinheit bildet.

Doch so komplex die Geräte sind, so einfach ist ihr praktischer Einsatz, denn es handelt sich um betriebsbereite, direkt anschlussfähige Komplettsysteme. Sie ermöglichen, je nach Kundenanforderung, bei einer Speicherleistung von bis zu 18 kW und einer Wasserstoffproduktion von bis zu 3,6 m³/h eine unkomplizierte Installation, Inbetriebnahme und Handhabung.

 H TEC Systems verkündet Durchbruch in Energiespeicherung

Hintergrund: Die Elektrolyse ist das Gegenstück zum chemischen Prozess in einer Brennstoffzelle: Während in dieser Sauerstoff und Wasserstoff unter Freisetzung von Strom und Wärme zu Wasser reagieren, spaltet die Elektrolyse unter Zuführung von Elektrizität Wasser in Sauerstoff und Wasserstoff auf.

Dieser Beitrag ist Teil des CleanThinking-Themenspecials zur Hannover Messe 2012: Hier geht es zum Hannover Messe Special.

3 Kommentare

  • Auf die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie von Herrn Martin bin ich wirklich gespannt. Meiner Meinung nach wird es noch mindestens 1-2 Jahre dauern bevor die erste “Model Test Unit” in Betrieb gehen wird. Für das Testen und Optimieren werden noch 3-4 weitere Jahre ins Land ziehen, so dass frühestens in 4-5 Jahren ein effizienter Einsatz der Anlagen möglich ist.

    • C. Martin

      @Andre. Das Ergebnis der Machbarkeitsstudie liegt inzwischen vor. Danach dauert der Bau einer Model Test Unit (200m Tiefe) 9 Monate. Das Testen und Optimieren ca. 3 Monate. Es wird noch dieses Jahr mit dem Bau begonnen werden. Bisher haben sich drei Bundesländer als Standorte angeboten.
      Da es sich lediglich um eine neue Kombination altbewährter Technologien handelt, ist gerade die kurzfristige Umsetzbarkeit, neben der Schonung der Umwelt, ein wichtiger Vorteil der Gravity Power Technologie.

  • C. Martin

    Voraussichtlich noch dieses Jahr wird es noch eine weitere Alternative zu den klassischen Pumpspeicherkraftwerken geben. Das US Unternehmen Gravity Power LLC hat seit 2008 mit einem Team von Ingenieuren die Technologie “Gravity Power Modules” (GPM) entwickelt und inzwischen patentiert. Siehe dazu auch die Website http://www.gravitypower.net.

    GPMs kombinieren seit Jahrzehnten bewährte Technologien aus dem Bergbau, dem Tunnelbau und der Pumpspeicherindustrie zu einem neuen, in sich geschlossenen, unterirdischen Speichersystem.

    Das GPM hebt hydraulisch einen massiven Zylinder in einem tiefen vertikalen Schacht, um Energie zu speichern, senkt diesen bei Bedarf durch sein Eigengewicht und drückt das Wasser in eine Turbine zur Stromproduktion.

    Im Vergleich zu konventionellen Pumpspeicherkraftwerken liefern GPMs dieselbe Speicherkapazität mit einem vergleichbaren Wirkungsgrad (ca. 80%).

    Sie benötigen jedoch bedeutend weniger Fläche (z.B. ca. 12.000qm für bis zu 1.200 MW Speicher) und nur einen Bruchteil des Wasservolumens. Diese Speicherkraftwerke sind oberirdisch kaum sichtbar.

    GPMs können kostengünstiger als herkömmliche Pumpspeicher und in wesentlich kürzerer Bauzeit erstellt werden.

    GPMs sind beliebig skalierbar und können dort gebaut werden, wo sie benötigt werden: Zum Ausgleich von Energieschwankungen in der Nähe von Windparks, bei energieintensiven Industrieanlagen oder in dichtbesiedelten Wohngebieten (auch als Notreserve).

    Das wasserdicht versiegelte „Closed Loop System“ hat keinerlei Beeinträchtigung der Umwelt zur Folge, weder oberirdisch noch unterirdisch.

    Die vor kurzem gegründete deutsche Tochtergesellschaft, Gravity Power GmbH, plant in den nächsten Monaten in Deutschland den Bau einer „Model Test Unit“, einer verkleinerten Version eines GPMs. Diese Anlage wird voll funktionsfähig sein und ein Testen und Optimieren entscheidender Kraftwerkskomponenten ermöglichen. Soeben wurde ein umfassende Machbarkeitsstudie und eine Kostenkalkulation von führenden deutschen Tiefbau Experten erstellt.

    VG, C. Martin

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