Handelsblatt: Siemens macht Rennen um israelische Solel Solar
Welche Strategie fährt der Mischkonzern Siemens in Sachen Sonnenenergie? Der Beantwortung dieser Frage widmet sich heute morgen ein Bericht des Handelsblattes, der als “absolut lesenswert” empfohlen werden kann. Demnach setzt Siemens, anders als SolarWorld, Q-Cells oder die Robert Bosch Gruppe, die sich auf Solaranlagen für Hausdächer fokussieren, stark auf den Bau von solarthermischen Großkraftwerken wie sie auch im Wüstenstrom Projekt Desertec verbaut werden sollen.
Schenkt man den Aussagen von Vorstandschef Peter Löscher Glauben, so scheint eine Übernahme von Q-Cells durch Siemens nicht zur Debatte zu stehen. Dazu gab es vielfältige Gerüchte, die allerdings haltlos zu sein scheinen. Siemens setzt auf Anbieter, die Großkraftwerke bauen: So steht der Konzern nach Angaben des Handelsblattes kurz vor der erfolgreichen Übernahme des israelischen Solar Unternehmens Solel Solar Systems. Dabei beruft sich die Wirtschaftszeitung auf “unternehmensnahe Kreise”. Angeblich werde das israelische Start-Up mit 400 Millionen Dollar bewertet. Das Unternehmen gilt neben der deutschen Schott Solar als Weltmarktführer bei solarthermischen Kraftwerken.
Die Nachricht – sollte sie sich bewahrheiten – überrascht durchaus. Seit Monaten wird in der deutschen Solarbranche von Konzentrationstendenzen, Pleiten und Übernahmen philosophiert, in der Tat tut sich aber relativ wenig, wenn man von ersol Solar und Aleo Solar, die beiden Übernahmen der Robert Bosch Gruppe, einmal absieht. Die Meldung zeigt vielmehr: der Solarmarkt ist ein globaler Markt und es wird eher Übernahmen geben, die in die Kategorie Siemens-Solel passen.
Fakt ist: Es bleibt spannend auf den globalen Solarmärkten. Und: Siemens scheint heimlich still und leise eine gewichtige Rolle auch auf dem Gebiet der Solartechnologie spielen zu wollen. Das “Greenwashing” mit großen angelegten Kampagnen der letzten Monate scheint mit Inhalt gefüllt zu werden.

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