Heidelberger Innovationsforum: 25 saubere Geschäftsideen

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Beim Heidelberger Innovationsforum trafen vergangene Woche Cleantech-Unternehmer mit ihren zumeist innovativen Geschäftsideen auf hochkarätige Vertreter der Kapitalszene wie Wolfgang Seibold von Earlybird Venture Capital, Olaf Jacobi von Target Partners oder Philipp Butscher von Ventegis Capital.

Dabei standen nicht nur 25 Startup-Pitches auf der Agenda, sondern hochkarätige Impulsvorträge wie die von Mona Pearl von Beyond a Strategy. Pikant am Rande, aber technisch hervorragend gelöst: Mona Pearl sowie einige Vertreter internationaler Startups konnten aufgrund der aktuellen Einschränkungen im globalen Flugverkehr nicht persönlich vor Ort sein und wurden via Skype-Videokonferenz virtuell zugeschaltet – Mona Pearl etwa zu ganz früher Uhrzeit live aus Chicago.

Cleanthinking.de war als Medienpartner des Heidelberger Innovationsforums live vor Ort vertreten – und liefert nun in ganz kurzer Form einen Überblick über die 25 Startups, die sich den anwesenden Investoren in der Villa Bosch präsentierten.

Graphene Energy Inc.: Graphene Energy hat so genannte Super-Kondensatoren (Ultra-Capacitors) entwickelt, die viele Vorteile gegenüber herkömmlichen Kondensatoren aufweisen: Sie sind wesentlich kleiner, dazu kosten sie nur halb so viel und überzeugen durch eine längere Lebensdauer – so die Aussage des Unternehmens beim Heidelberger Innovationsforum. Das Cleantech-Unternehmen ist auf der Suche nach 3 Millionen Euro Venture Capital von Investoren, die auf Cleantech spezialisiert sind.

EnerSearch GmbH: Jochen Klingler und die EnerSearch GmbH benötigen sechs Millionen Euro Venture Capital, um ihre „Solar Air Collector“ serienreif zu machen. EnerSearch bezeichnet diese „Solar Air Collector“ als die effizienteste Heizungsanlage für Raumwärme auf der Welt. Die USPs dieser Technologie sind: Höchste Effizienz, unschlagbarer Preis, Betriebskosten von 0,5 Cent/kWh, Farbanpassung zur Hausfassade möglich.

Transsolar Inc.: Die in Stuttgart, München und New York ansässige Transsolar Inc. hat sich die Entwicklung einer intelligenten und natürlichen Belüftung von Gebäuden zum Ziel gesetzt. Das Unternehmen benötigt derzeit weniger Venture Capital als vielmehr Forschungs- und Entwicklungspartner sowie Ingenieurs-Kapazitäten.

Helianth Systems Ltd.: Christiane Schütze von Helianth Systems Ltd. aus London überzeugte bei der Skype-Präsentation die anwesenden Investoren mit einer günstigen aber effizienten und sauberen Möglichkeit, Wasser mithilfe von Solar in kleinen Haushalten zu erhitzen. Schütze überraschte damit, lediglich 150.000 Euro zu benötigen, um einen Prototyp fertig stellen zu können – dieser kleine Betrag scheint eher etwas für einen Business Angel zu sein und weniger für eine VC-Firma.

VIAK GmbH Dept. Revosol: Mit der thermischen Energiespeicherung mithilfe von Petroleum hat sich REVOSOL in Person von Rüdiger Meyer in den vergangenen Jahren beschäftigt. Das Ergebnis: Durch eine Kombination aus Petroleum (Paraffin) und Graphit-Schichten konnte die Speicherkapazität um 50 Prozent gesteigert werden. Auf die eigene Erfindung hat das aus Kirchlinteln stammende Unternehmen ein Patent angemeldet.

h-tec Wasserstoff-Energie-Systeme GmbH: Uwe Küter aus Lübeck sucht mit seiner Firma h-tec Wasserstoff-Energie-Systeme GmbH rund 1,8 Millionen Euro Venture Capital. Das Unternehmen, das seit Jahren Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Technologie für Schulen und Universitäten vertreibt – will eine besonders kostensparende PEM-Brennstoffzelle auf den Markt bringen.

flinc – move together: flinc ist ein Dynamic Ridesharing Service, der Navigationsgeräte mit Handys verknüpft. Dadurch können – so Benjamin Kirschner aus dem hessischen Dieburg – Mitfahrgelegenheiten mobil, spontan und ohne Vorausplanung innerhalb weniger Sekunden vermittelt werden – direkt dort, wo die Vermittlung stattfinden muss: im Auto und vom Bürgersteig. Kernproblem solcher Modelle ist es, die kritische Masse zu erreichen, damit auch tatsächlich Vermittlungen zustande kommen: Für diesen Zweck möchte flinc rund eine Million  Euro Venture Capital einsammeln.

CTC GmbH: 400.000 Euro teuer ist der Wunsch, den die CTC GmbH für ihre Technologie SOLab in Heidelberg äußerte. SOLab ist ein autonomes Solar-Ladesystem, das bes0nders durchj den hohen Grad an Flexibilität sowie das einfache Handling überzeugt.

ambeeQ: Unter dem etwas kryptischen Namen ambeeQ will die junge Firma gleichen Namens einen recyclebaren und robusten Tablet-PC auf den Markt bringen, befindet sich aber noch in einer recht frühen Phase. 3 Millionen Euro benötigt das am Bodensee in Konstanz angesiedelte Unternehmen – und darüber hinaus auch noch Forschungs- und Entwicklungspartnerschaften. Es bleibt spannend, ob das Unternehmen wirklich den „ersten ökologischen Computer“ auf den Markt bringen wird. Das Ziel ist gut!

Wattfox.de: Umfassend, individuell und unabhängig: Wattfox soll ein Portal werden, das Hausbesitzern passgenaue Empfehlungen gibt, wie sie Energie einsparen oder effizient produzieren können. Viele einzigartige Tools, kombiniert mit Web 2.0-Technologie,  sollen dem Kunden einen Überblick über Hersteller, Preise etc. geben.

Martin Holzwarth und sein Team benötigen 500.000 Euro, um die Plattform, die sich momentan in einem Prototypen-Status befindet, weiter zu entwickeln und gleichzeitig durch Marketing die Zielgruppe Hausbesitzer zu erreichen.

InnoDrive GmbH: Die Innodrive GmbH aus Schweinfurt möchte ein Antriebssystem an den Markt bringen, das durch thermische Rückgewinnung besonders effizient und emissionsschonend arbeitet. Das System soll etwa für Blockheizkraftwerke, Land- und Baumaschinen oder Nutzfahrzeuge und Busse antreiben. Zur Fertigstellung dieses Early-Stage-Projektes benötigt das Unternehmen noch vier Millionen Euro eines VC-Partners.

Steinlechner: Mit dem Xanon X1 will die Firma Steinlechner aus Ludwigshafen ein bionisches Elektroauto entwickeln. 70 Prozent Energie sollen eingespart werden. Um einen ersten Prototypen zu zeigen, benötigt das Unternehmen ca. eine halbe Million Euro. Als Konkurrent zu ihrem Fahrzeug sieht das Unternehmen beispielsweise den Aptera oder den Smart Fortwo E.

Magenn Power Inc.: Ein System aus Luftrotoren für Entwicklungsländer, aber auch für den Bergbau oder andere Anwendungen hat die Magenn Power Inc. aus Canada entwickelt. Ein Prototyp von MARS existiert bereits und soll „Wind Power Anywhere“ Realität werden lassen. Dafür ist eine Million Venture Capital notwendig.

Aquamarine Power: Wellenenergie zum Mainstream zu machen – das ist das hohe Ziel eines Unternehmens aus Schottland: Aquamarine Power hat mit dem OYSTER ein Wellenkraftwerk entwickelt, das die entsprechende Wellenenergie in Elektrizität umwandelt und ins Netz einspeist. Ein funktionierender Prototyp existiert bereits – Partner werden gesucht.

Habitron GmbH: Hausautomation ist das passende Stichwort zur Entwicklung der Firma Habitron GmbH. Das Unternehmen hat ein einfaches System zur intelligenten Haussteuerung entwickelt, das vorhandene Strukturen perfekt nutzt und damit besonders kostengünstig installiert werden kann.

Save Hydrogen: Mit „Electricity storage in magnesium hybride slurry“ beschreibt das nächste Unternehmen seine Technologie zur effizienten Speicherung von Energie. Derzeit ist das Projekt in der Entwicklung – das Unternehmen sucht noch Forschungs- und Entwicklungspartner.

FutureE Fuel Cell Solutions GmbH: Die zweite Finanzierungsrunde steht für die Brennstoffzellentechnologie FutureE auf dem Programm: Drei Millionen Euro sollten im Idealfall eingesammelt werden. Die Technologie besticht durch eine erstaunliche Systemeffizienz von mehr als 54 Prozent sowie die Langlebigkeit und das einfache Handling im Plug&Play-Modus.

Motonaut: Eine um 20 Prozent effizienter Antriebstechnologie hat Motonaut entwickelt und darauf zehn Patente angemeldet. Dieser Antrieb soll vor allem bei Schiffen Anwendung finden.

H2Hybrid: H2Hybrid entwickelt Wasserstoff-Speicherung-Lösungen, die auf metallischen Mischformen basieren. Insbesondere sucht das Unternehmen noch nach einem technischen Joint Venture-Partner.

Cynora GmbH: Die Entwicklung neuartiger lösungsbezogener organisch-optoelektronischer Materialien (wie OLEDs) übernimmt die Cynora GmbH, ein Spin-Off der RWTH Aachen.

Variable Wind Solutions Ltd.: Ian Kaplan vom israelischen Startup Variable Wind Solutions stellte beim Heidelberger Innovationsforum eine Windturbine vor, die auf den Einsatz unter schwachen Windbedingungen sowie bei stets wechselnden Windgeschwindigkeiten prädestiniert ist. Insbesondere der höhere Effizienzgrad ist der Vorteil dieser Technologie.

Unter der Überschrift „Biotechnologie im Cleantech-Sektor“ stellten darüber hinaus BASF (Bioplastik), nadicom (Biogas-Kraftwerke), AEN autarke Energie GmbH (Dezentrale Bio-Metahnol-Erzeugung) und Subitec GmbH (Biomasse aus Microalgen im industriellen Maßstab) ihre Konzepte vor.

Insgesamt überzeugte das Heidelberger Innovationsforum als gelungene Veranstaltung mit viel Raum zum Networking.

Interessant: Die Skype-Präsentationen aus aller Welt funktionierten einwandfrei und lassen einen anderen Nachhaltigkeits-Gedanken aufkommen.

Wir alle sollten immer mal wieder darüber nachdenken, ob wir uns für ein Meeting wirklich persönlich sehen müssen oder ob ab und zu eine Distanz auch von Computer-zu-Computer überbrückt werden kann. Das Heidelberger Innovationsforum beweist letztlich, das auch der indirekte Weg möglich ist und sinnvoll sein kann.

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