Kabinett: Kürzung der Solarförderung kommt später aber kräftiger
Es gibt so Tage, da passen unterschiedliche Meldungen sehr gut zusammen: Während die Bundesregierung gerade das EEG-Rad zurückdreht, führt die britische Regierung eine Einspeisevergütung für entsprechende Anlagen erst ein. Damit zeigt sich wieder einmal, dass das EEG ein echter Exportschlager geworden und die Förderung Erneuerbarer Energien nach wie vor notwendig ist.
Union und FDP haben sich gestern darauf verständigt, die Förderung von Dachanlagen nicht schon zum 1. April greifen zu lassen, sondern erst ab 1. Juni. Allerdings bleibt es, bei der von der Solarbranche heftig kritisierten Kürzung im deutlich zweistelligen Bereich: Um 16 Prozent fällt die Kürzung etwas kräftiger aus als zunächst geplant (15 Prozent).
Während die wichtigsten Solaraktien in den letzten Tagen eher im Sinkflug begriffen waren, sorgte diese Entscheidung bei den Anteilsscheinen von Conergy, SolarWorld und Co. für teils kräftige Kurssprünge. Conergy-Papiere legten um mehr als 10 Prozent zu, SolarWorld- und Q-Cells-Papiere verteuerten sich um mehr als 7 Prozent. Die Aktien der SMA Solar Technology AG waren binnen Wochenfrist von 87,5 auf 75 Euro gesunken – und konnten sich am Montag und Dienstag erstmals wieder erholen.
Großbritannien führt Einspeisevergütung ein
Unterdessen wird in Großbritannien gerade an einem EEG gebastelt:
Ab April können Privatleute und Gemeinden, die kleine Photovoltaik- oder Windkraftanlagen installieren, mit Vergütungen rechnen. Gleichzeitig soll es ein Programm für regeneratives Heizen geben – weltweit erstmalig.
Dabei soll die Vergütung von der jeweils verwendeten Technologie abhängig sein und an die Inflationsrate gekoppelt werden. Eine typische, sachgerecht installierte Solarstromanlage mit einer Leistung von 2,5 Kilowatt könnte einen Hausbesitzer mehr als 1.000 Euro einbringen un die jährliche Stromrechnung deutlich um 160 Euro senken.
Die Briten sind nicht gerade als Vorreiter in Sachen Erneuerbare Energien bekannt: Umso erfreulicher nun, dass jetzt an einem Umbau der Stromversorgung gearbeitet wird. Das Stromnetz in Großbritannien gilt ebenfalls als marode und sollte nun in den kommenden Jahren zum Smart Grid ausgebaut werden. Lassen wir uns überraschen, ob es gelingen wird.
Autor: MartinJ am 10. Feb 2010 08:06, Rubrik: Cleantech Deutschland, Cleantech Europe, Erneuerbare Energie,
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