Konzentrator-Photovoltaik: Amonix sammelt 130 Millionen Dollar ein
Der so genannten Konzentrator-Photovoltaik (Concentrated Photovoltaic, CPV) wird oft eine große Zukunft bescheinigt – doch zuletzt knirschte es im Getriebe der für große Photovoltaik-Kraftwerke in trockenen und sonnenreichen Gebieten eigentlich idealen Konzentrator-Photovoltaik. Im April versammelten sich rund 400 Wissenschaftler und Firmenvertreter aus 32 Ländern zur “International Conference on Concentrating Photovoltaic Systems” in Freiburg, konnten aber kaum mit Neuerungen aufwarten.
Dies könnte sich jetzt ändern, denn in den USA – wo Konzentrator-Photovoltaik bislang eher eine untergeordnete Rolle spielte – macht ein Unternehmen namens Amonix durch eine große Finanzierungsrunde mit äußerst namhaften Private Equity Gesellschaften auf sich aufmerksam.
Amonix, am Cleantech-Unternehmen waren bereits seit Jahren u.a. die Goldman Sachs Group und MissionPoint Capital beteiligt, konnte nun Mitte April eine Finanzierungsrunde über 129,4 Millionen US-Dollar erfolgreich abschließen. Mit an Bord beim CPV-Unternehmen sind neben Goldman Sachs nun u.a. auch Kleiner, Perkins, Caufield & Byers oder PCG Clean Energy & Technology Fund und die Angeleno Group.

Konzentrator-Photovoltaik-Installation von Amonix Inc.
Amonix entwickelt und baut CPV-Systeme im ganz großen Maßstab: Die gigantischen Module (siehe Foto) benötigen nach Unternehmensangaben kein Wasser, nutzen den Platz besser aus und erzielen mehr Energie pro Quadratmeter als andere photovoltaische Technologien. Dabei ist Amonix ein Hersteller, der schon seit vielen Jahren Photovoltaik-Installationen in der realen Welt in den USA betreibt.
Der aktuelle Wirkungsgrad der Amonix-Technologie liegt bei satten 39 Prozent - und damit deutlich höher als die Wirkungsgrade bei anderen photovoltaischen Systemen. De gigantischen Generator (24*16 m, also 384 Quadratmeter) werden in zwölf Teilen angeliefert und können innerhalb weniger Stunden installiert werden. Die Leistung liegt bei 72 Kilowatt.
Das Unternehmen setzt auf Linsen aus Plastik und kleine, aber höchst effiziente Solarzellen, um Strom zu erzeugen. Diese Mehrfachsolarzellen, die vor allem aus der Energieerzeugung für Satelliten im Weltall bekannt sind, benötigen weniger Silizium als herkömmliche Technologien – ein immens wichtiger Kostenfaktor.
Wirkungsgrad-Weltrekord deutscher Forscher
Für CPV-Systeme ist der Wirkungsgrad durchaus bemerkenswert – zwar haben Forscher vom Frauenhofer ISW in Freiburg um Andreas Bett und Frank Dimroth bereits vor einem Jahr einen Wirkungsgrad von 41,1 Prozent erzielt, dieser ist aber bislang lediglich unter Laborbedingungen gemessen worden. Aus den Forschungen ist einer der globalen Wettbewerber von Amonix hervorgegangen: Die Concentrix Solar GmbH, die seit kurzem zur franzöischen Soitex-Gruppe gehört.
CPV-Systeme generell eignen sich vor allem unter wüstenähnlichen Bedingungen: Trocken und sonnig sollte es sein, daher ist Spanien ein Zentrum für Konzentrator-Photovoltaik. Doch auch in den USA – Concentrix Solar GmbH hat gerade den dortigen Markteintritt geschafft – sowie in der MENA-Region, die für das Wüstenstromprojekt Desertec eine wichtige Rolle spielt, dürften die Marktaussichten nicht schlecht stehen.
Solarkraftwerk in Las Vegas geplant
Vor kurzem verkündete Amonix, man werde ein 20 Millionen Dollar-teures Solarkraftwerk in der Region von Las Vegas bauen und hiermit alleine mehr als 278 Arbeiter beschäftigen. Außerdem konnte gerade ein 308-KW-Kraftwerk in Nevada plangemäß veräußert werden.
Die erstaunliche Finanzierungsrunde für Amonix wirft ein neues Licht auf die Konzentrator-Photovoltaik, die viel zu lange von Laborergebnissen und großspurigen Ankündigungen lebte. Jetzt scheint die Technologie nach und nach so weiter entwickelt zu sein, dass sie dank der guten Effizienzwerte auch kostenseitig mithalten kann. Die Qualität der Investoren für Amonix nährt die Hoffnung, dass diesmal der Durchbruch wirklich gelingt.
Weiterführende Informationen liefert u.a. Solarserver: Konzentrator-Photovoltaik: Der Weg zu hohen Wirkungsgraden


12:16
Hallo Jan — mit Concentrator Optics stehe ich in Kontakt, da wird demnächst ein Beitrag kommen.
Außerdem habe ich gerade heute mit einem Unternehmen aus dem hohen Norden gesprochen, das auch im Bereich linienbasierender CSP aktiv ist. Zu diesem Unternehmen, das auch gerade bei einem Innovationspreis gut abgeschnitten hat, wird es in den kommenden Tagen ein Firmenporträt geben.
VG von Martin
11:36
Das Konzept von CPV ist bestechend einfach und der Wirkungsgrad klingt sehr vielversprechend. Ich drücke den CPV-Unternehmen alle Daumen. Auf unserem Green Venture Summit hat übrigens Concentrator Optics GmbH gepitcht, die aktuell auch auf Kapitalsuche sind.