Merkel und Platzeck bei Grundsteinlegung für erstes Hybridkraftwerk
Das, was heute in Brandenburg (Prenzlau) unter Beisein von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Ministerpräsident Matthias Platzeck wieder ein Stück mehr Realität geworden ist, ist das (virtuelle) Kraftwerk der Zukunft: Die Enertrag AG legte heute mit politischer Unterstützung den Grundstein für das weltweit erste industrielle Hybridkraftwerk. Ziel solcher Kraftwerks ist es, die Versorgungssicherheit nur mit Erneuerbaren Energien sicherzustellen und Kohle- oder Atomstrom mittelfristig ersetzen zu können.
Das Wind-Wasserstoff-Hybridkraftwerk am Standort Prenzlau kostet 21 Millionen Euro und soll ab 2010 ständig sechs Megawatt Leistung aus der Kombination von Wind, Wssserstoff und Biogas erzeugen. Wichtigster Baustein ist, dass Windenergie so gespeichert werden kann, auch wenn aktuell kein Bedarf besteht.
So geht’s im Detail:
Die Stromerzeugung im Hybridkraftwerk (siehe Abbildung, Quelle: Grafik Römer, Solargrafik) übernehmen drei Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 6.000 kW. Produzieren die Windkraftanlagen mehr Strom als aktuell nachgefragt wird, nutzt der 500kW-Elektrolyseur den nicht bedarfsgerecht erzeugten Strom zur Produktion von klimaneutralem Wasserstoff. Der Wasserstoff wird anschließend gespeichert. In windschwachen Zeiten oder bei besonders hohem Energiebedarf wird er mit dem vor Ort produzierten Biogas gemischt und in zwei Blockheizkraftwerken wieder in Strom und Wärme umgewandelt. Damit ist das Hybridkraftwerk in der Lage, unabhängig vom Windangebot Energie bedarfsgerecht zu liefern. Ein weiterer Vorteil des von der Enertrag gewählten Konzeptes ist es, dass bis zu 70% des in den Blockheizkraftwerken benötigten Biogases durch Wasserstoff ersetzt werden können. Auf diese Weise kann je nach Angebotssituation der Biomasse die Anlage optimiert werden.
Jörg Müller, Gesellschafter und Vorstandsvorsitzender Enertrag AG zum Hybridkraftwerk:
“Mit unserem Hybridkraftwerk kann Windenergie auf wirtschaftliche Art und Weise gespeichert werden. Außerdem schließen wir die Lücke zwischen Erneuerbaren Energien und energieeffizienter Mobilität: Nur regenerativ erzeugter Wasserstoff ermöglicht nachhaltig eine wirtschaftliche CO2-neutrale Mobilität.”
Für Bundeskanzlerin Angela Merkel ein zukunftsweisendes Projekt:
“Es freut mich, dass ein Unternehmen aus der Uckermark dieses zukunftsweisende Projekt eines vernetzten Kraftwerkes entwickelt hat. Für eine sichere und klimaverträgliche Energieversorgung wird das Zusammenspiel von Erneuerbaren Energien und Energiespeichern von entscheidender Bedeutung sein. Für die Herausforderung einer bedarfsgerechten Einspeisung von Erneuerbaren Energien hat die Enertrag AG mit dem Hybridkraftwerk eine innovative Lösung gefunden.”
Und Enertrag-Vorstand Werner Diwald setzt auf Wasserstoff aus Erneuerbaren Energien:
„Mit Erneuerbaren Energien hergestellter Wasserstoff ist nicht nur ein klimafreundlicher und ein flexibler Energieträger, er bietet in Verbindung mit dem konventionellen Erdgasnetz auch die beste Option zur Langzeitspeicherung großer Energiemengen aus erneuerbaren Energieanlagen. Das in Deutschland bestehende Erdgasnetz mit seinen Speichern könnte bereits jetzt Wasserstoff speichern, mit dem man 60% des jährlichen Stromverbrauchs in Deutschland erzeugen könnte. Damit ist auch widerlegt, dass eine großtechnische Speicherung der Windenergie volkswirtschaftlich nicht vertretbar wäre.”
Ich finde das virtuelle Kraftwerk der Enertrag AG hochspannend, weil es eine der Schwachstellen der Windkraft – nämlich die nicht kontrollierbare Verfügbarkeit bzw. die nicht mögliche Speicherbarkeit des Stroms – weitgehend löst. Es bleibt spannend, ob das Projekt so zügig wie erhofft umgesetzt und zum Erfolg geführt werden wird.
(Bildequelle: Grafik Römer, Solargrafik)


16:28
Ich finde es faszinierend dass diese Idee nun in Wirklichkeit umgesetzt wird. Mich interessiert was mit dem Sauerstoff geschieht, der ja auch bei der Elektrolyse des Wassers entsteht.
Ich erhoffe Antwort.
Mit freundlichen Grüßen,
Gunter Firnau