Mummert-Studie zu Smart Metering: Verpennen die EVUs das Thema?
Verschlafen die Energieversorgungsunternehmen in Deutschland (EVUs) den Einstieg ins Smart Metering? Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Markteinschätzung, die die Unternehmensberater von Steria Mummert Consulting heute veröffentlicht hat. Die Berater gehen davon aus, dass bis 2015 jeder zweite deutsche Haushalt mit “innovativen Zählern” ausgestattet sein werde und damit in der Lage sei, den Energieverbrauch zu überwachen und ggf. auch zu steuern im Sinne von Energieeffizienz.
Die Analysten von Steria Mummert consulting vermissen bei den Energieversorgern vor allem zukunftsweisende Konzepte, wie die – zugegeben – hohen Investitionskosten sich amortisieren könnten und zum Teil auf den Kunden umgewälzt werden können. Nur eine Minderheit entwickle schon differenzierte Produkte zur zeitlichen Verbrauchssteuerung oder Flatrates, die Verbrauchern Anreize zum Energiesparen geben.
Wieso sind die Versorger so zurückhaltend?
Die Versorger bezweifeln nach Einschätzung der Experten von Steria Mummert den Nutzen des Smart Metering für das eigene Unternehmen. So würden viele zu Minimallösungen tendieren.
“Doch damit denken einige Unternehmen zu kurzfristig”, sagt Hagen Förster, Senior Manager bei Steria Mummert Consulting. “Erstens zeigt die Erfahrung aus 10 Jahren Liberalisierung, dass der Gesetzgeber restriktivere Vorgaben beschließt, wenn die angestrebten Ziele nicht erreicht werden. Und zweitens bietet sich für die Unternehmen die Möglichkeit, mit innovativen Modellen im Wettbewerb zu punkten und für sich neue Marktanteile zu erschließen bzw. bestehende zu halten.”
Es gilt also für die Versorger, schnell zu handeln. Aus Kosten-und Risikoüberlegungen empfiehlt es sich dabei vor allem für Stadtwerke und kleinere Unternehmen, das Smart Metering in Kooperation mit Partnern voranzutreiben. Die Wirtschaftlichkeit beispielweise neuer Systeme ist in hohem Maße von der Anzahl der Kunden mit elektronischem Zähler und den damit im Zusammenhang stehenden Mehrwertdiensten abhängig.
Entscheidend für den Erfolg sind außerdem die Auswahl der Systeme und die Bereitstellung einer flexiblen technischen Architektur. So gilt es, eine Basislösung zu finden, die bei einer wachsenden Nachfrage oder möglichen restriktiveren Vorgaben durch den Gesetzgeber modular erweiterbar ist. Voraussetzung für eine solche Konzeption sind standardisierte Lösungen. Einzeltechnologien erscheinen zwar zunächst kostengünstiger, können aber beispielsweise die spätere spartenübergreifende Integration von Wasser- und Fernwärmezählern verteuern oder verhindern. Auch hier wird sich schon aus Losgrößenüberlegungen künftig Smart Metering durchsetzen.


15:54
Wäre ja nicht das erste mal, das die deutschen EVUs dem neusten Stand der Technik hinterherhinken…
03:08
Entscheidend für den Erfolg sind außerdem die Auswahl der Systeme und die Bereitstellung einer flexiblen technischen Architektur. So gilt es, eine Basislösung zu finden, die bei einer wachsenden Nachfrage oder möglichen restriktiveren samsung LN40C630