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Opel: “Der grüne Blitz” als letzte Rettung?

05/04/2009 10:17 6 Kommentare

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Im November, als die Krise bei Opel hren medialen Anfang nahm, titelte u.a. DW World: “SolarWorld will Opel übernehmen und Öko-Autos bauen”. Der Anlass für die Überschrift, das medienwirksam von SolarWorld-Chef Asbeck inszenierte Übernahmeangebot für Opel, ist mittlerweile in der PR-Mottenkiste verschwunden. Allerdings: Opel scheint nun wirklich Pläne zu haben, zu einem ersten grünen Automobilkonzern zu werden. Das berichtet jedenfalls die WirtschaftsWoche.

Opel Logo

Die Idee des Konzeptes “Der grüne Blitz“, das zusammen von Opel-Managament, Betriebsräten, Gewerkschaften und Unternehmensberatern sowie der Landesregierung entwickelt wird, verspricht, dass Opel als schwächelnde Marke in völlig neuem Gewand ihre Wiederauferstehung feiern soll. Was mit demdamals neu eingeführten Slogan “Frische Ideen für bessere Autos” nicht gelang, soll nun mit dem Komplettumbau nachgeholt werden. Opel setzt dabei auf Kleinwagen und emissionsarme Antriebe. Gleichzeitig wollen die Rüsselsheimer mit bezahlbaren Elektroautos eine weltweit führende Rolle einnehmen. Vielleicht erfolgt im Zuge dessen ja auch demnächst eine Kooperation mit Shai Agassi und seinem Elektro-Infrastrukturprojekt Betterplace? Sinn machen würde es, aber natürlich erst im zweiten Schritt.

Opel hat nicht erst mit der Ankündigung des Opel Ampera für positive Schlagzeilen in Richtung Elektroautos gesorgt – nun verhandelt der Konzern anscheinend mit der Mutter General Motors, wie eine langfristige Kooperation bei Abspaltung von Opel aussehen könnte. Denn klar ist: Das Herzstück von Opel, die Markenrechte, viele Patente usw. liegen in den Händen der Amerikaner. Realisiert werden sollen die neuen Fahrzeuge also durch eine intensive Kooperation mit General Motors in Sachen Entwicklung, Einkauf sowie Produktion. Interessant wäre das, wenn wiederum der Staatfonds Abu Dhabi investieren würde, der gerade bei Daimler mit 2 Milliarden eingestiegen ist – das würde neue Synergien und Kooperationsmöglichkeiten eröffnen.

Printle Strategisch bedeutsam wäre für Opel, wenn man im GM-Verbund künftig die Verantwortung für alle Kompaktfahrzeuge bekommen könnte. So fordert es u.a. auch Betriebsratschef Franz, der in diesem Fall mit zusätzlichem Absatz von 1,5 Millionen bis 2 Millionen Fahrzeugen pro Jahr rechnet. Weiterhin will Opel das Entwicklungszentrum in Mainz-Kastel in Federführung übernehmen. Wichtig, da dort Zukunftstechnologien wie Elektro- und Brennstoffzellenantriebe entwickelt werden.

Insgesamt ist die Hoffnung, Opel könne ein “grüner Automobilkonzern” werden aus meiner Sicht doch recht vage. Der Umbau würde einige Zeit in Anspruch nehmen, wäre mit hohem Marketingaufwand und erst langsam wachsenden Vertrauen verbunden – ob ein Investor wirklich so viel Zeit, Geld und Geduld mitbringt, um der Traditionsmarke Opel neues Leben einzuhauchen? Ich befürchte, das Konzept, für das ich durchaus Sympathien hege, wird in der Schublade verschwinden – und Opel kurz- bis mittelfristig von der Bildfläche.

6 Kommentare

  • Auch ich frage mich, ob die Entscheidung für Magna richtig war – allerdings schätze ich sie richtiger ein, als eine mögliche Entscheidung für Fiat.
    Was das grüne Konzept anbetrifft, hört man von Magna rein gar nichts – vermutlich ist die Konstellation dafür nicht wirklich günstig.
    Interessant ist aber umgekehrt, dass General Motors als Konzern und Marke wiederauferstehen soll, die wesentlich kleinere und umweltfreundlichere Autos verkauft — dort hat das neue Management bzw. die Regierung nun die Zeichen der Zeit erkannt. Hoffe, das gelingt bei Opel ebenso!

  • Dem kann ich nur zustimmen. Wochenlang wurde immer wieder über das gleiche Thema diskutiert und die Geduld der Beschäftigten wurde doch bei weitem strapaziert. Eine Entscheidung hätte auch nicht mehr lange auf sich warten lassen dürfen. Ob dies natürlich die Richtige war, wird sich erst mit der Zeit zeigen!

  • Jetzt ist Opel vor allem erstmal in der Hand einiger Russen und dass damit so schnell en grüner Konzern entsteht ist doch wohl eher ausgeschlossen. Aber die meisten sind wohl froh, dass es überhaupt erstmal irgendwie weitergeht, obwohl ich ja finde, dass man gerade solche schwierigen Phasen durchaus auch mal zu einem Angriff als beste Art der Verteidigung nutzen sollte und so haben vielleicht auch die Pläne für so einen grünen Konzern ihre Daseinsberechtigung und wenigstens eine klitzekleine Chance…

  • Ich habs doch gewusst, dass Herr VonUndZu nur hin und her schwätzt. Die ganzen Auftritte (USA, GM etc.) hätte sich Herr zu Schlechtenberg wirklich sparen können. Jetzt steht Opel wieder auf der Kippe siehe SPON…

  • Für dieses Konzept hätte auch ich Sympathie. Und bin mir sicher, dass es in den Betonköpfen der deutschen Autoindustrie mit grünerer Denke, die nicht nur als Vermarktungskonzept begriffen würde, sicher besser voran ginge. Sofern Auto und Ökologie nicht sowieso unvereinbare Punkte sind.

    Ansonsten vielen Dank für den Kommentar in meinem Blog. Leider fehlt es grade sehr an Zeit für Artikel.

  • Das wäre echt eine Sensation, wenn es zu dieser Umsetzung kommen würde. Mich würds freuen, aber die Zeit scheint nicht reif für einen grünen Autokonzern! Oder?

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