Paderborner Brauerei setzt auf CleanTech und Clean Thinking

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CleanTech, Effizienz News / Paderborn. Wer an eine Brauerei denkt, der hat sicherlich nicht sofort die Themen „Clean Thinking“, Produktionseffizienz und Ressourceneffizienz im Kopf. Doch damit tut man dem deutschen Brauereiwesen – zumindest in Bezug auf viele mittelständische Brauereien – durchaus ein wenig Unrecht. Brauereien wie die Paderborner Brauerei zeigen, dass „Bier brauen“ und „Clean Thinking im Unternehmen umsetzen“ kein unüberwindbarer Widerspruch sein muss.

Natürlich ist es auch immer ein wenig Marketing-Gag, wenn eine Brauerei wie die Paderborner Brauerei verkündet, man braue Deutschlands erstes Bier mit Windenergie. Doch trotz aller Marketingrelevanz steckt viel Geschäftssinn und viel Gespür für das Image des Bieres darin, wenn die Entscheidung getroffen wird, eine Windkraftanlage auf dem eigenen Firmengelände zu installieren. Die Paderborner Brauerei hat das Ende des vergangenen Jahres getan und deckt damit immerhin 40 Prozent des jährlichen Strombedarfs.

Die Windkraftanlage vom Typ Vestas V90 hat den Einsatz fossiler Brennstoffe bei der Brauerei abgelöst. „Durch diesen Schritt sehen wir uns in der Lage, unsere ausgezeichneten westfälischen Biere auch weiterhin preisgünstig anbieten zu können“, erläutert Marketingmanager Peter Böhling das ökologisch nachhaltige Handeln des Paderborner Traditionsunternehmens, das bereits 2007 für Verbesserungen seines Druckluftsystems mit dem 2. Platz beim Energie-Effizienzwettbewerb der Bundesregierung ausgezeichnet wurde.

MDP-Gruppe errichtet Windenergieanlage

Die Windenergieanlage auf dem Paderborner Brauereigelände wurde von der Oldenburger MDP-Gruppe errichtet, eine Entwicklungs- und Betreibergesellschaft von Energieanlagen, die sich erneuerbarer Energien wie Solar- oder Windkraft bedienen. Nach den Hochrechnungen der Oldenburger Anlagespezialisten dürfte die Paderborner Windkraftanlage ca. 5 Mio. Kilowattstunden Strom pro Jahr erzeugen, denen ein jährlicher Gesamtstrombedarf der Brauerei von etwa 10 Mio. kWh gegenüber steht.

Zwischen der Brauerei und MDP wurde ein Liefervertrag für Windstrom mit Überschusseinspeisung über 20 Jahre abgeschlossen. Auf Grundlage dieser Kooperation bezieht die Brauerei während des Produktionsprozesses ihren Strom direkt aus der Windenergieanlage und speist mögliche überschüssige Energie in das Stromnetz des regionalen Energieversorgers ein. Ist weniger Windstrom verfügbar, als die Brauerei gerade benötigt, erfolgt der Weg andersherum, indem sich die Brauerei des handelsüblichen Stroms aus dem Versorgernetz bedient. Wie hoch die Nutzungsquote tatsächlich sein wird, kann erst nach einem Jahr in Betrieb gesagt werden.

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Bereits vor zwei Jahren hatte die Paderborner Brauerei, die mit 93 Mitarbeitern etwa 900 000 Hektoliter Bier pro Jahr braut und seit 1990 zur Warsteiner Gruppe gehört, ihre umweltbewusste und energiesparende Ausrichtung durch eine Kooperation mit dem in Nachbarschaft liegenden Bauernhof des Landwirts Hubert Franke unter Beweis gestellt. Der landwirtschaftliche Betrieb produziert neben Getreide, Vieh und Milch auch Biomasse zur Energiegewinnung und unterhält ein eigenes Blockheizkraftwerk, das mit Biogas betrieben wird. Die bei der Biogasverbrennung anfallende Abwärme wird nun in Form von Heißwasser zu günstigen Konditionen an die Paderborner Brauerei verkauft, die damit 20 Prozent ihres jährlichen Wärmebedarfs von etwa 20 Mio. kWh abdeckt und in der Lage ist, einen Teil des ansonsten aus Erdgas erzeugten Wasserdampfes zu substituieren und dadurch ihren CO2 Ausstoß zu verringern.

3,8 Liter Wasser je Liter Pilsener

Die ökologische und Ressourcen schonende Ausrichtung der Paderborner Brauerei setzt sich aus vielen, in den vergangenen Jahren herbeigeführten Maßnahmen und Investitionen zur Effizienzsteigerung des Unternehmens zusammen. So ist es heute möglich, für die Produktion von einem Liter Paderborner Pilsener nur noch etwa 3,8 Liter Wasser einzusetzen. Zudem verwendet die Brauerei, die mehr als 85 Prozent ihrer Produkte in Mehrwegflaschen verkauft, für ihre Etiketten Normalpapier statt metallisiertes Papier und verzichtet komplett auf Rückenetiketten an den Flaschen. Und auch bei der Abfallvermeidung steht das westfälische Unternehmen mit einer Wertstoff-Recyclingquote von über 99 Prozent an der Spitze der deutschen Braubranche.

Weitere Informationen: Die Daten und Fakten zur Windenergieanlage von Vestas sind hier verfügbar.

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