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Smart Grid News: Stromversorger verschlafen Megatrend

03/02/2010 08:39 0 Kommentare

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Steria Mummert ConsultingDie Unternehmensberatung Steria Mummert Consulting, spezialisiert u.a. auf die Energie-Branche, ist bekannt für überraschende Studienergebnisse und deren durchaus provokante Kommunikation in der Öffentlichkeit. Jetzt legt eine Studie von Steria Mummer Consulting den Schluss nahe, die Energieversorger würden den Megatrend zum intelligenten Stromnetz, also dem viel beschworenen Smart Grid, regelrcht verschlafen.

Bis 2030 müsste das europäische Stromnetz für 400 Milliarden Euro aufgerüstet werden, rechnet die Europäische Kommission vor. Beispielsweise ist das Stromnetz in Deutschland nach wie vor nicht auf die Anforderungen ausgelegt, die die Einspeisung von mehr Erneuerbarer Energie an diese stellen wird. Gleichzeitig müssen international Standards vereinheitlicht werden. Die Studie von Steria Mummert Consulting sieht die Gefahr, dass die deutschen Energieversorger die Chancen des “lukrativen Smart-Grid-Marktes” verpassen könnten.

Marktbeobachtungen zeigten, dass in Italien und Frankreich bereits landesweit elektronische Zähler, also Smart Meter, eingebaut würden – in Deutschland suche man diese Ansätze dagegen vergeblich. Dieser These wiederum können wir vom Wirtschaftsmagazin Cleanthinking.de nur bedingt zustimmen: In Neubauten müssen ja in Deutschland ebenfalls Smart Meter eingebaut werden, dazu experimentieren zahlreiche Stadtwerke mit Smart Metering Lösungen herum. Fakt ist aber auch, dass nach wie vor internationale Standards beim Thema Smart Metering fehlen, die dringend erforderlich sind.
Hagen Förster, Senior Manager bei Steria Mummert Consulting, kommentiert:

“Es ist zu befürchten, dass die deutschen Versorger wie schon bei den elektronischen Zählern (Smart Metering) auch bei der konkreten Ausgestaltung von Smart Grids lediglich auf rechtliche Anforderungen reagieren und Risiken höher bewerten als Chancen. Die Unternehmen müssen jetzt ganzheitliche Konzepte für die intelligenten Energienetze entwickeln und auch das Smart Metering daran ausrichten. Bisher allerdings zögern die Versorger mit entsprechenden Investitionen.”

Der Handlungsdruck für Energieversorger steigt

Doch der Handlungsdruck steigt: Dafür sorge nach Angaben von Steria Mummert Consulting einerseits die Bundesregierung mit ihren “ehrgeizigen Klimazielen”. Denn intelligente Zähler in einem intelligenten Netz bilden eine wesentliche technologische Grundlage einer umweltfreundlichen Energiepolitik. Strengere Auflagen des Gesetzgebers sind daher absehbar.

Andererseits zeige sich immer deutlicher, dass die bislang bestehende Infrastruktur den Herausforderungen nicht mehr gewachsen ist. So speisen dezentrale Energieerzeuger mit Hilfe von Windkraft-, Biogas- oder Photovoltaikanlagen kontinuierlich mehr Energie in die Netze ein, was eine wesentlich komplexere Struktur, vor allem in der Lastregelung und in der Aufrechterhaltung der Netzstabilität, erforderlich macht.

Künftig werden auch Elektroautos dazukommen und Zugang zum Stromnetz benötigen, um Akkus aufzuladen und gespeicherte Energie abzugeben. Bereits im Jahre 2020 könnte rund jedes fünfte Auto  mit Batterien betrieben werden.

Experte Hagen Förster empfiehlt daher:

“Wollen sie Wettbewerbsvorteile erzielen, ihre Position am Markt behaupten und neue Marktpotenziale mit Hilfe von Smart Grids erschließen, dann gilt es jetzt zu handeln. So müssen visionäre Ideen in Planung und Umsetzung konkretisiert werden, dafür sind branchenübergreifende Kooperationen notwendig. Dies muss besonnen und zügig erfolgen. Im Ergebnis müssen ganzheitliche Konzepte stehen, die pragmatisch umsetzbar und trotzdem innovativ sind.”

Die Energieversorger werden also nicht umhinkommen, ihre Netzinfrastruktur in den kommenden Jahren mit Hilfe moderner Kommunikations- und Informationstechnologien komplett zu erneuern.

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