Google kauft NEST für 3,2 Milliarden Dollar

Paukenschlag nach der CES 2014: Der Suchmaschinen-Gigant Google steigt in den Smart Home Markt ein und akquiriert NEST

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Hinweis: Ich, Martin Jendrischik, bin für die im untenstehenden Text erwähnte alphaEOS AG als PR-Berater tätig. Mehr dazu in meinem Autorenprofil.

Vor wenigen Stunden gab es eine E-Mail von Google an seine Mitarbeiter, in der der Suchmaschinen-Gigant darauf vorbereitet, dass der Smart Home-Lösungsanbieter NEST, vor allem bekannt durch seine intelligenten Thermostate im Apple-Style, für 3,2 Milliarden US-Dollar übernommen wird. Die Bezahlung erfolgt – so Google Inc. in einer recht lapidaren Pressemitteilung – „in Cash“. Davon hat der Suchmaschinengigant Google genug. Die Mission von NEST sei es, ungeliebte, aber wichtige Dinge im Haus wie Thermostate oder Rauchmelder neu zu erfinden. Seit dem Launch im Jahr 2011 (CleanThinking.de berichtete), galt das lernende Thermostat von NEST als Bestseller. Der Rauchmelder Protect wurde erst kürzlich erfolgreich auf dem Markt eingeführt.

In Deutschland ist Nest aufgrund junger Konkurrenten wie tado (hier zu kaufen) oder ganz frisch AlphaEOS (hier zu kaufen)  deutlich weniger bekannt wie in den USA. Auch gibt es die Rauchmelder und Thermostate bislang ausschließlich in Großbritannien zu kaufen, der deutsche Markt wurde bislang nicht aufgerollt. Im Gegenteil: Tado präsentierte seine Lösungen sogar gerade auf der CES 2014 in Las Vegas und stieg damit in den US-Markt des großen Konkurrenten ein. Ob der neue Zusammenschluss von Google und Nest dazu führt, dass das u.a. von Target Partners unterstützte tado ebenfalls ein attraktives Übernahmeziel wird? Aus unserer Sicht vermutlich nicht in den kommenden Monaten, wenn die Power der beiden US-Unternehmen erstmal zusammengebracht werden muss.

NEST Thermostat - Google hat zugeschlagenLarry Page, CEO von Google, freut sich darüber, das Team um Tony Fadell und Matt Rogers neu in der „Google-Familie“ begrüßen zu dürfen. Gemeinsam wolle man nicht nur energiesparende Thermostate und sicherheitsrelevante Rauchmelder entwickeln, sondern die eigene große Erfahrung einbringen, um diese Dinge in mehr Haushalte in mehr Ländern der Welt zu bringen. Im Grunde ist NEST somit für Google ein weiterer Zugang ins Haus des Kunden – der PC ist bereits relativ fest in den Händen von Google, mobile Endgeräte aufgrund der Konkurrenten Samsung oder Apple nur teilweise.

Tony Fadell, CEO von NEST, kommentierte, er sei aufgeregt, Teil von Google zu werden. Mit der Unterstützung von Google werde es gelingen, weitere einfache Devices für den Haushalt zu entwickeln – mit einem positivem Impact für die Welt. In Zukunft wird NEST auch weiterhin von Tony Fadell geführt werden und seine eigene Markenidentität behalten. Die Übernahme durch Google soll in den kommenden Monaten abgeschlossen werden. Insbesondere für die Frühphasen-Investoren Kleiner Perkins Caufield Byers und Shasta Ventures ist die Übernahme durch Google ein Grund zum Feiern – bei 3,2 Milliarden US-Dollar gibt es doch so manchen Dollar zu verteilen…

Fragt sich, ob Google das Smart Home-Unternehmen Nest auch deshalb übernimmt, um an bestimmte Nutzungsdaten aus dem Haus heranzukommen – hat die Datenkrake Google wieder zugeschlagen in einem Bereich, den sie bislang nicht adressieren konnte?

(Dieser Beitrag über die NEST-Akquise durch Google erschien am 14.1.2014 auf CleanThinking.de)

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