Smart Metering News: Verbraucher wollen intelligente Stromzähler
Aktuelle Studien belegen, dass die deutschen Verbraucher mit dem Begriff “Smart Meter” nach wie vor sehr wenig anfangen können. Obgleich intelligente Stromzähler seit Jahresbeginn bei Neubauten und größeren Renovierungen eingebaut werden müssen, können 91 Prozent der deutschen Verbraucher den Begriff nicht einordnen. Das ist eines der Ergebnisse der Studie “Erfolgsfaktoren von Smart Metering aus Verbrauchersicht“, die Forsa im Auftrag des Bundesverbandes Verbraucherzentralen (vzbv) vorgelegt hat.
Laut der represäntativen Umfrage finden 71 Prozent der Verbraucher die Idee der intelligenten Stromzähler und damit den eigenen Energieverbrauch zu kontrollieren, dagegen gut. Dies zeigt, dass eine große Bereitschaft existiert, sich mit dieser neuen Technologie zu beschäftigen. Eine Studie der Boston Consulting Group (“Smart Metering Survey“) kam vor kurzem zu ähnlichen Ergebnissen: Hier monierten die Verbraucher, die Energieversorger würden zu wenig über Chancen der neuen Geräte aufklären.
69 Prozent der Forsa-Befragten wären bereit, sich einen intelligenten Zähler einbauen zu lassen – wenn dieser kostenlos ist. Immerhin jeder Vierte will einen Smart Meter haben, wenn die Kosten des Einbaus gering und die möglichen Einsparpotenziale hoch sind.
Aus Sicht des vzbv hängen die Einsparpotenziale vor allem mit Vorgaben der Bundesnetzagentur zusammen:
“Veraltete Vorgaben verhindern, dass die Zähler ihr Potenzial wirklich entfalten können”, sagte vzdv-Vorstand Gerd Billen. “Wir brauchen neue Tarifstrukturen, die gleichzeitig fair und transparent sein müssen.”
Nach Ansicht des vzdv sollten die Energieversorger den Umweltaspekt der neuen Zähler stärker herausstellen, ihre Kunden besser informieren und die Vorbehalte der Verbraucher ernst nehmen. 27 Prozent der Verbraucher haben Datenschutzbedenken, 15 Prozent befürchten zusätzliche Kosten.
Bei tiefergehender Betrachtung, sind die Ergebnisse der Forsa-Befragung aber durchaus ermutigend für Energieversorger und Dienstleister aus dem Energiebereich, die sich mit dem Thema Smart Metering auseinandersetzen. So sind die Verbraucher beispielsweise sehr deutlich an Prognosen bezüglich ihres Stromverbrauches interessiert, wenn diese in Euro dargestellt werden und schnell greifbar sind:

Außerdem wünschen sich die Verbraucher Automatisierung und Einflussnahme mit der Möglichkeit einer optionalen Nutzung – etwa eine Erinnerung auf das iPhone mit dem Hinweis, dass der Strom gerade günstig ist und es sich lohnt, etwa die Waschmaschine anzustellen. Viele dieser Anwendungen lassen sich allerdings nur durch reine Automatisierung umsetzen: Etwa die, dass die Kühltruhe sich dann den Strom für die nächsten Stunden besorgt, wenn der Strom besonders günstig ist.
Außerdem steht nur jeder Fünfte User dem Thema Smart Metering skeptisch gegenüber – immerhin 72 Prozent können sich die aktive Nutzung vorstellen.
Als Vorteile sehen die Verbraucher insbesondere folgende Punkte:
- bessere Kontrolle / Übersicht (36 Prozent)
- Stromfresser / Einsparmöglichkeiten erkennen (19 Prozent)
- zeitabhängige Tarife (15 Prozent)
- genauere Messung (14 Prozent)
- (monats-)genaue Abrechnung (6 Prozent)
Dagegen werden folgende Nachteile gesehen:
- fehlender Datenschutz / “gläsener Kunde” (27 Prozent)
- zusätzliche Kosten (15 Prozent)
- störungsanfällig (8 Prozent)
- Gefahr der Manipulation (7 Prozent)
Insgesamt zeigt die Studie von bzdv und Forsa, dass die Bundesbürger – so sie denn genauere Informationen erhalten – der neuen Technologie der Smart Meter sehr offen und wenig skeptisch gegenüber stehen. Die Vorteile sind eindeutig und lassen sich auch aus Sicht der Energieversorger hervorragend kommunizieren. Dabei spielten die Umweltaspekte aber bislang kaum eine Rolle – das ist verwunderlich.
Mit der Zeit, wenn zeit- und lastabhängige Tarife kommen und auch kommuniziert werden, dürfte das Interesse an Smart Metering weiterhin zunehmen – Aufklärungs- und Informationsarbeit ist ein ganz wichtiger Faktor um das Interesse zu wecken. Hieran mangelt es – auch in Deutschland – noch durchaus. Klar ist aber auch: Einzelne Funktionen des Smart Meters sind noch zu abstrakt, weil zu wenig erprobt, um schon von einer breiten Masse verstanden und akzeptiert zu werden. Letztlich spricht aber alles dafür, dass sich Smart Metering in den kommenden Jahren durchsetzen und bewähren wird.

“Veraltete Vorgaben verhindern, dass die Zähler ihr Potenzial wirklich entfalten können”, sagte vzdv-Vorstand Gerd Billen. “Wir brauchen neue Tarifstrukturen, die gleichzeitig fair und transparent sein müssen.”
15:28
Für kleinere Versorger ist der Umbau wahnsinnig teuer! Das darf man nicht vergessen. Um nicht zu vergessen, was mit den alten Zählern passieren soll. Deshalb drücken sich die Versorger auch davor.
Aber erst mal müssen die gesetzlichen Vorgaben gegeben sein, was der Zähler können muss, wie kommuniziert wird.. usw.
07:25
Klar machen die neuen intelligenten Stromzähler Sinn und sollten auch kostenlos für die Verbaucher sein – kosten ja grad mal um die 100 Euro und das auf 15 Jahre.