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Solar Hintergrund: So wird Röttgen das EEG umbauen

25/01/2010 08:47 5 Kommentare

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Die heftige Debatte um die Veränderungen des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG) durch Bundesumweltminister Norbert Röttgen flaut kaum ab. Wir von Cleanthinking.de möchten die Änderungen der Solarförderung noch einmal dokumentieren, so wie sie das Bundesministerium für Umwelt derzeit öffentlich darlegt.

1. Flexible Marktanpassung:

Die Förderung wird für alle Solaranlagen flexibel an die Marktentwicklung angepasst. Zielmarke für den jährlichen Ausbau sind jetzt 3.000 Megawatt pro Jahr:
Bei einem Zubau innerhalb des Korridors von 2.500 – 3.000 Megawatt ändert sich nichts im Vergleich zu den bisherigen Regelungen im EEG . Die Degression beträgt dann 9 Prozent. Erst wenn der Zubau mehr als 3.500 Megawatt beträgt, gehen wir davon aus, dass die Vergütungssätze schneller sinken können.

Die Degression erhöht sich dann in jeweils 1.000 MW-Schritten um jeweils weitere 2,5 Prozent. Damit wird die Kostenersparnis bei größeren Stückzahlen abgebildet. Beträgt der Zubau weniger als 2.500 Megawatt gehen wir davon aus, dass die Vergütungssätze nicht so stark sinken sollten. Die Vergütung soll dann steigen, indem die Degression in 500 MW-Schritten um jeweils 2,5 Prozent gesenkt wird.

==> Damit wird in Deutschland ein hohes Ausbauvolumen gesichert und der Branche Planungssicherheit gegeben.

2. Einmalige Absenkung der Vergütungssätze:

Die durch den Verfall der Marktpreise eingetretene Überförderung wird durch eine einmalige Absenkung der Vergütungssätze ausgeglichen.

Die Vergütungssätze werden um 15 Prozent einmalig und zusätzlich abgesenkt. Bei Dachanlagen greift diese Regelung zum 1. April 2010. Bei Freiflächenanlagen wird aufgrund der längeren Planungszeiten eine längere Frist gewährt. Die Absenkung erfolgt hier erst zum 1. Juli 2010.

3. Freifläche / Ackerflächen:

a. Das hohe Ausbautempo bei Ackerflächen wird gebremst und der Ausbau auf vorbelastete Flächen gelenkt: Der Vergütungssatz für Freiflächenanlagen auf Ackerflächen wird daher zusätzlich zu den 15 Prozent um 10 Prozent, d.h. insgesamt um 25 Prozent abgesenkt. Die Absenkung ist wie bei den anderen Freiflächenanlagen zum 1. Juli 2010 vorgesehen.

b. Frist wird aufgehoben: Bislang war es laut EEG nur zulässig, Freiflächenanlagen bis Ende 2014 zu bauen. Diese Frist heben wir auf. Dies bedeutet langfristige Planungssicherheit.

4. Eigenverbrauch von Solarstrom stärken:

Die einmalige Absenkung wird auf den Eigenverbrauch nicht angewendet. Außerdem wird der Anreiz für die Bürger, auf den Eigenverbrauch umzusteigen, durch eine höhere Vergütung gestärkt: Bisher profitieren sie rd. 4 Cent pro KWh gegenüber der Einspeisung, demnächst sollen es rund 10 Cent pro KWh sein.

Die Vergütung deckt in etwa zusätzliche Investitionen ab, die mit dem Direktverbrauch verbunden sind. Die Regelung hat positive Effekte, da sie die Stromnetze entlastet und den Stromverbrauch mit der Stromproduktion ausbalanciert.

Das neue Konzept bedeutet einen Quantensprung für eine dynamische Entwicklung der Photovoltaik in Deutschland. Aus einem Nischenprodukt wird ein relevanter Faktor für die Energieversorgung. Der Degressionspfad, der jetzt im EEG angelegt ist, führt dazu, dass bereits um 2013 Solarstrom nicht mehr teurer ist als Haushaltsstrompreise.

Dies eröffnet weitere Perspektiven zu ganz anderen Vermarktungsmöglichkeiten. In sonnenreichen Ländern wird dies bereits früher erreicht – hier eröffnen sich enorme Exportmöglichkeiten.

5 Kommentare

  • Ralf Gerth

    Hier wird immer von Subventionen geschrieben. Wenn bei der Energie etwas subvensioniert wird ist es die Kohle und die Kernkraft.
    Das EEG schreibt nur einen Preis vor. Das ist im Gesundsheitswesen und anderen Bereichen auch üblich. Hat aber nichts mit Subvensionen, wie den Kohlepfenig oder der KKW Subvensionierung zu tun. Im Gegenteil an der Einspeisevergütung erhält der Staat zusätzliche Steuergelder durch die MWSt. Also ist das eher ein Steuerprogramm.

  • Tatsächlich werden die Solarsubventionen nicht gekürzt, sondern vervielfacht. Nur die Förderung pro kWh wird gekürzt. Das ist ein großer Unterschied. U.a. hier nachzulesen:
    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,671540,00.html

  • Die Flächen in Deutschland für Freilandsolarparks haben wenig mit Ackerflächen und schon gar nichts mit dem Hungerproblem in vielen Ländern der Erde zu tun. Dieses Problem können wir mit unseren Ackerflächen nicht lösen.

    Das Problem an der Absenkung der Einspeisevergütung betrifft auch viele Handwerksbetriebe, die davon leben und jetzt den Februar und März ausnutzen müssen für die aktuelle Einspeisevergütung und sich ab April neue Betätigungsfelder suchen müssen. Absenkung ja, aber mit Augenmaß und planbar. Warum nicht jedes Jahr bis zum 31.12. neu festlegen wie hoch die Reduzierung der Einspeisevergütung zum 01.07. ist?

  • Die Tatsache ist ja nun mal so das die Herstellungskosten für eine PV Anlage um ca. 30 Prozent gesunken sind. Von daher ist auch eine Anpassung der Einspeisevegütung sinnvoll.

    Die da jetzt aufschreien sind weniger die, die sich für den Umweltschutz interessieren, sondern mehr Solarfonds, Aktibesitzer und Kreditanstalten, die natürlich gerne auch in den kommenden Jahren 2 stellige Renditen auf Kosten der Verbraucher haben wollen.

    Das man den Ausbau der Ackerfläche versucht einzubremsen macht auch Sinn, denn Millionen Menschen weltweit hungern, weil Ackerflächen zum Anbau von Biomasse oder halt solchen Solarparks genutzt werden.

    Das mit der erhöhten Vergütung für selbs genutzten Strom ist top, denn dadurch werden Immobilien Besitzer angehalten eine PV Anlage für sich selber zu installieren, dass sollte man vielleicht noch erhöhen solange die Finanzierung einer solchen Anlage noch läuft.

    Im übrigen ist das bei BHKWs so ähnlich, die rechnen sich auch nur durch den Eigenverbrauch und nicht den eingespeisten Strom

  • Es ist positiv hervorzuheben, dass Du eine Zusammenfassung der Änderungen am EEG veröffentlichst. Dazu fehlte mir leider die Zeit.

    Aber ist es wirklich sinnvoll die positive Beurteilung des BMU zu übernehmen. Siehst Du die Änderungen auch so positiv wie Minister Röttgen?

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