Solar News: Förder-Schlaraffenland Deutschland adé?

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Eines ist nach dem Treffen von Vertretern der Solarbranche mit Staatssekretären und Minister Röttgen klar: Es wird gekürzt – Solar-Förder-Schlaraffenland ist ab dem Frühjahr 2010 in Deutschland vorbei. Doch, eine offizielle Verlautbarung, wie sich die Solar-Subventionen verändern sollen, gibt es bislang nicht. Diese soll erst in den kommenden Tagen kommen – bis dahin wird die Solarbranche in Aufruhr bleiben.

Einige Medien spekulieren bereits über veränderte Förderbedingungen: Von schnelleren und härteren Einschnitten als zu vor erwartet ist die Rede. Erste Analysten äußern sich skeptisch, was die Zukunftschancen der großen Solarunternehmen wie SolarWorld, Q-Cells oder Conergy betrifft.

Kernpunkt der Debatte: Die Solarwirtschaft hat in den letzten Jahren besonders davon profitiert, dass es viel mehr Neuinstallationen etwa von Photovoltaikanlagen auf Hausdächern gab als zunächst gedacht – dies hat die Subventionen in die Höhe schnellen lassen und so konnte der Preisverfall von Solarmodulen gut verkraftet werden. Jetzt sollen die Regelungen des EEG hierzu verändert werden, so dass die tatsächliche Neuinstallation in einem Jahr einbezogen wird.

Nach der bisherigen Regelung sinkt die Solarförderung für neue Anlagen jährlich um rund neun Prozent – der BSW hatte zuletzt vorgeschlagen, diese Kürzungen um mehr als fünf Prozent anzuheben – also eine maximale Reduktion von 14 Prozent zuzulassen.

Wie könnte die Solarförderung verändert werden?

Gerüchten aus „Regierungskreisen“ zufolge, die die Nachrichtenagenturen Reuters und dpa verbreiteten, will der Bund die garantierten Abnahmepreise für Solarstrom bereits ab April um 16 bis 17 Prozent kürzen. Gleichzeitig sollten die Vergütungen ab 2011 stärker als bisher festgelegt sinken, wenn der Neubau von Anlagen weiter so schnell laufe wie bisher. Dabei sollen die Veränderungen sowohl für Dach- als auch für Freiflächenanlagen gelten – unabhängig von der Größe.

Gleichzeitig sollen die Fördersätze auch an den Ausbau gekoppelt werden. Würden mehr als 3.000 Megawatt neu installiert, solle die Verfügung noch einmal um 2,5 Prozentpunkte gesenkt wedren. Bei mehr als 3.500 Megawatt könnte die Kürzung um weitere 2,5 Prozent relevant werden. Wobei die bisherigen im EEG festgeschriebenen Kürzungen natürlich bestehen bleiben würden.

Die Folge: Arbeitsplatzverluste in Ostdeutschland?

Sollten die Pläne der Regierung tatsächlich Realität werden, droht vor allem im Osten Deutschlands erheblicher Jobabbau – auf die stark von der Solarbranche profitierenden Regionen rund um Halle, Dresden und Frankfurt/ Oder könnten erhebliche Einschnitte zukommen.

Die Redaktion von Cleanthinking.de wird heute den ganzen Tag über Reaktionen zu den Regierungsplänen einsammeln und zeitnah veröffentlichen – und natürlich Fakten, die über die jetzige Gerüchtelage hinausgehen.

Einen Hintergrundbeitrag hierzu gibt es im Handelsblatt.

5 Kommentare

  • Ich hab ja auch keine Kritik an der CleanTech Seite, die ist ja voll in Ordnung sonst würd ich die ja auch nicht per RSS lesen.
    Aber „Schlaraffenland“ hör ich dann in Zukunft auf den Info Veranstaltungen. Aber das erreichte war ein Jahrzent lang schweres Handwerk in dem die Branche von einem Tief ins nächste Hoch gejagt wurde. Die meisten Schwankungen waren von aussen vorgegeben und wir an der „info-Front“ direkt am Kunden können den Schlamassel ausbaden.

    Sorry, ich k.tz mich momentan überall aus. Das wird wieder besser…

  • Der Autor hat doch recht – wenn wir in einem Jahr auf die heutige Situation zurückblicken, dann werden wir sgar vom „damaligen Paradies“ sprechen.
    Dabei geht es nicht um das „Ackern wie die Bersercker“, sondern um Realitätssinn.

    Übrigens empfinden viele andere Wirtschaftszweige die Solarsubventionen als mehr als unfair – und teilen ebenfalls die Einschätzung vom Schlaraffenland.

    Lasst uns der Realität ins Auge sehen – und aus der beschi..enen Situation das Beste machen. Aber nicht die niedermachen, die versuchen, ausgewogen Bericht zu erstatten. Ich jedenfalls lese dieses Magazin sehr gerne – und freue mich darüber, dass es so engagiert geführt wird.

  • Zukunft-ohne-Atomstrom

    Tolle Verbraucherschützer!
    Den selbst ernannten Verbraucherschützern scheint es eine Freude zu sein, auf das zarte Pflänzchen Erneuerbare Energien einzuprügeln und damit eine ganze hoffnungsvolle Branche in Gefahr zu bringen. Der Anteil der Erneuerbaren Energien an den Stromkosten beträgt weniger als 2 ct. pro kW für den Verbraucher. Die Energieversorger erhöhen derweil reihum die Stromkosten um 4 ct. pro kW. das wird von den Verbraucherschützern klaglos hingenommen.
    Ein Schelm, der böses dabei denkt, Ihr lieben Robin Hoods der Energiemafia!!!

  • Ich halte es für unverantwortlich die derzeitige Situation als „Schlaraffenland“ zu bezeichnen. Momentan schauen alle „nur“ auf die Rendite, Preise und Kosten. Dass die vielen Photovoltaikanlagen von Menschen geplant, verkauft, installiert und gewartet werden fällt dabei hinten runter. Wir haben die letzten Jahre geackert wie die Bersercker und deshalb verwahre ich mich für alle meine Solarfreunde über solch eine herabwürdigung unserer Leistungen.

  • Der Bericht ist schlecht geschrieben und gibt das Geschwafel anderer Redaktionen wieder.

    Ich stimme Erhard zu wenn er meint, die Situation in Deutschland ist, in Bezug auf Solarstrom, ein „Schlaraffenland“, eine Frechheit zu nennen.

    Es ist und war kein Schlaraffenland! Das ist Fakt.

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