Nachrüstung von 400.000 Photovoltaikanlagen in 2014 geplant

Photovoltaikanlagen in Deutschland erhalten ein "Netz-Update" bis Ende 2014. Keine Umrüstpflicht für kleine Anlagen.

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50,2-Hertz ist eine magische Frequenz für das Stromnetz: Stimmen Angebot und Nachfrage von Strom nicht zu jeder Millisekunde überein, droht ein Blackout. Bislang waren die Wechselrichter von Photovoltaikanlagen auf eine einheitliche Abschaltfrequenz von 50,2-Hertz optimiert. Doch bei steigender Menge an Photovoltaikanlagen ist das Risiko, dass zu viele Anlagen zeitgleich abgeschaltet werden, gestiegen. Daher folgt nun seit Jahresbeginn eine Art „Netz-Update“ für Photovoltaikanlagen: 400.000 Solaranlagen sind betroffen.

Berlin / Smart Grid & Solarenergie News. Bis Ende Mai 2014 soll die zweite Welle der 50,2-Hertz-Umrüstaktion von rund 90.000 mittelgroßen Anlagen zwischen 30 und 100 Kilowattpeak (kWp) abgeschlossen sein, der Rest bis Ende des Jahres. Das gab Philipp Vohrer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien, kürzlich bekannt. Insgesamt müssen in Deutschland über 400.000 Photovoltaikanlagen nachgerüstet werden. Die meisten davon stehen in Bayern und Baden-Württemberg. Kleinanlagen unter 10 Kilowattpeak und seit 2012 in Betrieb genommene Anlagen sind von der Umrüstpflicht ausgenommen.

Als die Nachrüstung im vergangenen Jahr begann, kam es zu Startschwierigkeiten. Die Fragebögen, die die Netzbetreiber an die Anlagenbetreiber versendet hatten, wurden vielfach fehlerhaft zurückgeschickt. Neuen Schwung gab es durch internetgestützte Ausfüllhilfen. Die Fehlerquote bei den Fragebögen ist seither nicht mehr so hoch. Die erste Nachrüstungswelle betraf vor allem die großen PV-Anlagen mit einer Leistung von über 100 kWp. Jetzt sind die Anlagen von zehn bis 30 kWp und die mittelgroßen von 30 bis 100 kWp an der Reihe. Das heißt, nun steht auch die Nachrüstung einiger klassischer Dachanlagen privater Betreiber an.

Photovoltaikanlagen müssen nachgerüstet werden

Durch ein Update der Wechselrichter in den Solarstromanlagen soll verhindert werden, dass sich alle betroffenen Anlagen gleichzeitig abschalten, wenn es zu Netzstörungen kommt. „Genau wie die Netzbetreiber sind auch die Besitzer der Photovoltaikanlagen Teil der Stromversorgung in Deutschland. Wir appellieren daher an alle, zu einem reibungslosen Umsetzungsprozess beizutragen“, so Vohrer. Nach der Nachrüstung werden sich die Solarstromanlagen schrittweise kontrolliert abschalten und damit zur Netzstabilität beitragen. Die Anlagenbetreiber haben keine Nachteile durch diese Änderung.

Bis wann muss wer seine Photovoltaikanlage nachrüsten?

  • Photovoltaikanlagen mit einer installierten Leistung von mehr als 100 kWp (Inbetriebnahme nach dem 30.4.2001 und 1.1.2012) bis zum 31.8.2013 (bis auf wenige Fälle abgeschlossen)
  • Photovoltaikanlagen mit einer installierten Leistung von mehr als 30 kWp (Inbetriebnahme nach dem 30.4.2001 und vor 1.1.2009) bis zum 31.5.2014
  • Photovoltaikanlagen mit einer installierten Leistung von mehr als 10 kWp (Inbetriebnahme nach dem 31.8.2005 und vor dem 1.1.2012) bis zum 31.12.2014

Weitere Informationen sowie eine Ausfüllhilfe für den Abfragebogen finden Anlagenbetreiber und Installateure auf den Internetseiten der beteiligten Verbände unter http://www.bdew.de/internet.nsf/id/502-hertz-problem-de, http://www.solarwirtschaft.de/nachruestung.html oder http://www.zveh.de/50-2-hz.

(Dieser Beitrag über die Nachrüstung von Photovoltaikanlagen erschien am 14.4.2014 auf CleanThinking.de)

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