Solarunternehmen entwickeln neuartiges Solarmodul mit höchstem Effizienzgrad

CleanTech-Unternehmen Solar Bankers (USA) und Apollon (Dresden) wollen 300-Megawatt-Fertigung in Deutschland oder USA

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Die Unternehmen Solar Bankers aus den USA und Apollon aus Dresden haben heute den Prototyp eines konzentrierenden Hocheffizienz-Solarmoduls auf Basis von Silizium vorgestellt, das eine holografische Folie enthält. Die Patente in sind für die neuartige Zelle bereits erteilt. Die Unternehmen sprechen von einer „bahnbrechenden Entwicklung“, die die „Solarindustrie völlig umkrempeln“ wird. Aber wie funktioniert die Wunder-Solarzelle?

Cleantech, Solar News / Dresden, USA. Die Behauptung der beiden Unternehmen ist großspurig: Das Modul kann zu einem Bruchteil der marktüblichen Preise produziert werden und wandelt zugleich bis zu doppelt so viel Energie aus Sonnenlicht in Strom um. Immer im Vergleich zu herkömmlichen Silizium-Solarmodulen. Hinter Solar Bankers steckt mit Alfred Jost ein Mann, der viele Jahre bei J.P. Morgan tätig war und sich seit einiger Zeit mit dem Erwerb und der Umschuldung von Unternehmen in finanziellen Schwierigkeiten beschäftigt.

Das Prinzip der Wunder-Solarzelle ist einfach: Mit Hilfe von Lichtbeugung werden Effizienzwerte von derzeit 28 Prozent Nutzungsrate des einstrahlenden Sonnenlichtes erreicht. Apollon und Solar Bankers rechnen in Kürze sogar mit noch besseren Werten. Marktüblich ist gerade einmal die Hälfte dieser Effizienzwerte mit maximal 17 Prozent bei Standard-Silizium-Zellen. Im Gegensatz zu gängigen Photovoltaik-Anlagen benötigt dieses System nur einen Bruchteil des Halbleitermaterials. Das Modul verwendet als Grundlage eine holografische Optik statt der sonst bei Konzentratormodulen verwendeten kostspieligen Flachlinse (z.B. Fresnel-Linse): „Das Sonnenlicht wird auf unserem Modul mittels einer auf einer Glasplatte aufgedruckten Silikonfolie gefiltert. Dieses Verfahren lässt sich kostengünstig kopieren und erspart aufwendige Laser- und Entwicklungsarbeiten“, so Jost.

Linse wenige Millimeter über der Solarzelle

Die Linse liegt anders als bei gängigen, sehr hoch bauenden Konzentratormodulen gerade einmal wenige Millimeter über der Solarzelle und filtert nur das Licht im gewünschten Wellenlängenbereich. Dieses gewünschte Licht wird auf die Solarzelle fokussiert. „Dadurch, dass nur bestimmte Wellenlängen gefiltert werden, entsteht zudem nicht die sonst bei Konzentratortechniken übliche hohe Hitze, die zu enormen Effizienzverlusten führt“, ergänzt Jost.

Für die Solarzelle verwendet das neue Modul weiterhin Silizium. Der Silizium-Materialaufwand soll aber aufgrund der 20- bis 30-fachen Konzentration der gefilterten Langwellen um 90 Prozent reduziert werden. Dadurch ergeben sich die exorbitanten Kostenvorteile gegenüber Standard-Modulen. Auf dem Prototyp ist lediglich eine millimeterbreite Siliziumschicht aufgebracht, die nur drei Prozent der Fläche ausmacht. Der Rest des Moduls kann wahlweise einfach freigelassen oder als eine Art Hybridmodul anderweitig genutzt werden, beispielsweise für Solarthermie.

„Unsere Entwicklung bietet eine einfache Lösung für die großen Nachteile, die heutige Photovoltaik-Technologien unprofitabel machen. Diese Nachteile ergeben sich hauptsächlich aus dem Rohstoff Silizium sowie aus Effizienzverlusten beispielsweise durch auftretende Wärme“, behauptet Jost. Die Kombination aus geringen Materialkosten und hohem Wirkungsgrad sei, so Jost, der Schlüssel zu günstigen Stromgestehungskosten. „Mit unserer neuen Technologie wird die Netzparität erreicht. Nicht lange, und Solarpaneele werden auf diese Weise zu gängigen, preiswerten Haushaltsprodukten“, so der Präsident abschließend. Ziel ist es in den USA oder in Deutschland eine Produktion mit 300 Megawatt Kapazität aufzubauen, die 500 Mitarbeiter beschäftigen soll.

(Dieser Beitrag erschien am 30.1.2013 auf CleanThinking.de)

1 Kommentar

  • Volker Kiegler

    Klingt sehr interessant.
    Wie weit ist der Entwicklungsstand gediehen?
    Bin gerade auf der Suche nach einer solaren Ergänzung zur vorhandenen
    Ölheizung.

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