Sonnenbahn: Vision für 76 Millionen Megawattstunden Elektrizität für 60 Millionen Menschen pro Jahr
Die Vision von Frank Lessing aus Dresden klingt nicht nur auf den ersten Blick unglaublich: Lessing schlägt heute via Mailaussendung die Überdachung von Autobahnen, Land- und Fernstrassen in Deutschland und Europa vor, um diese mit Solarzellen zu besetzen und innerhalb von 20 Jahren genügend Elektrizität für 60 Millionen Menschen per sauberem Solar Strom zu generieren. Nach den Berechnungen Lessings könnten insgesamt 76 Terawattstunden Elektrizität pro Jahr erzeugt werden, wenn ja, wenn ca. 950 km² entsprechend überdacht würden. Wir von Cleanthinking.de möchten den Vorschlag dokumentieren und anschließend zur Diskussion stellen. Aber lesen Sie selbst!
Sonnenbahn – Solar Wunder des 21. Jahrhunderts?
Die von Visionär Lessing als Solarbahn bezeichnete Überdachtungskonstruktion könnte beispielsweise so aussehen, wie auf der Illustration (bitte entschuldigen Sie die schlechte Qualität) dargstellt: Die Bauweise erinnert an bekannte Überdachungskonstruktionen und könnte als Blitz-Montage-Ständer-Variante im MIttelstreifen bezeichnet werden.
Der Vorteil der Sonnenbahn läge in der äußerst raschen, effektiven, den Verkehr wenig störender Montage: Die praktisch einzigen, den Verkehr behindernden Arbeiten, wäre die Schaffung der 3-4m tiefer Bohrlöcher, die mit einer einzementierten Stahl-Hülse versehen, später die komplett vorgefertigte Tragwerk-Konstruktion mitsamt passendem Fußstempel und den großflächig vormontierten Photovoltaik-Modulplatten aufnehmen. Die Aufständerung könnte je nach Design und Umständen variieren.
Dieses System erlaubt jederzeit rasches Auswechseln einzelner Segmente von außen per Kran. In jedem Fall muss die Neigung der Dachflächen über 12° liegen um die Selbstreinigung der Paneelflächen zu gewährleisten – Natürlich wären 28° zur Ausbeute optimal, was von Fall zu Fall auch möglich sein wird. Realistisch erscheint im Mittel 15°, – was auch gute Erträge liefert.
Der Aufbau des Systems würde, über 20 Jahre gestreckt, pro Jahr 18 Milliarden Euro verschlingen. Allerdings wären dies keine reinen Kosten, da die Anlagen konstante Rendite abwerfen würden und sich so nach und nach amortisieren würden. In seiner Beispielrechnung geht Lessing von einer Art Volksaktienmodell aus, an dem quasi jeder Deutsche an den Anlagen vor seiner Haustür beteiligt wird und sich künftig über jede Sonnenstunde freuen könnte.
Kosten der Sonnenbahn
Aus der Sicht eines Investorenpools / Volksaktienmodells, das nie seinen Wert verlieren kann, genügt zur Darstellung die Bauleistung eines Jahres von z.B. 2.000 km Sonnenbahn zu 30 m.
- Investition Gesamtpreis für 60 Millionen m² ~ 6.0 GW Leistung zu 3.000€/kW = 18.000.000.000 €
- Erzeugte Energie bei 800 KWh/KW-peak p.a. ergibt 4,800 Gigawattstunden = 4,8 TWh
- Bei einem mittleren Abgabepreis von 0,25€ / kWh ergibt das jährlich = 1,2 Mrd €
- Abzug für Wartung, Versicherung, Management, Eigenenergie von 10% = -120 Millionen €
- Es verbleiben = 1.08 Mrd €
- Die jährliche Rendite wäre: 1,08/18 = 6,% – Bei 100% Eigenkapital als Aktienmodell.
Durch den Leverageeffekt könnte diese Rendite erheblich gesteigert werden, je nachdem, welcher Prozentsatz Fremdkapital zu welchem Effektivzinssatz erreichbar ist.
Realistisch erscheinen aber bei Fremdfinanzierung sichere 7-8 % Rendite über etwa 20 Jahre. Es ist kein Verlust, oder sogar Totalverlust des Kapitals möglich, außer die Sonne hört auf zu scheinen.
Ausbau und Internationalisierung der Sonnenbahn
Natürlich würde ein solches Konzept, würde es wirklich geplant werden, international für immenses Aufsehen sorgen. Würde sich die deutsche Industrie – vom Stahlproduzenten bis zum Solarzellenhersteller zusammentun und mit der Politik in Einklang kommen, wäre ein solches Projekt möglicherweise wirklich realisierbar. Und: Die Weiterentwicklung auf (lahm gelegte) Bahnstrecken, auf Windkrafträder sowie der konsequente Export von Idee und Know-How könnten der Volkswirtschaft einen wichtigen Schub verleihen. Allerdings wäre natürlich klar: Wenn die deutsche Industrie für 20 Jahre gebunden wäre, könnte sie nicht gleichzeitig italienische oder spanische Autobahnen überdachen. Die Gefahr bestünde, dass überall Überkapazitäten geschaffen würden, die nach den 20 Jahren schließlich massive Probleme zur FOlge hätten.
Ein weiterer Aspekt wäre aber die Möglichkeit, Elektroautos über die Solarzellen der Sonnenbahn aufladen zu lassen. Entsprechende Technologien sind bereits in der Entwicklung und könnten in zehn bis zwanzig Jahren Realität werden. Dies wiederum hätte eine möglicherweise weitgehend solare Versorgung von Haushalten und Verkehr zur Folge – eine wunderbare Vision.
Probleme bei der Umsetzung der Sonnenbahn
Das größte Problem nach der Veröffentlichung – und dieser Blogbeitrag scheint der erste öffentliche Beitrag zu Lessings Konzept zu sein - wird das schnelle Zerreden solcher Visionen in der öffentlichen Debatte sein. Eine starke Lobby wäre nötig, eine Initiative der Industrie, die auch die Umsetzung von DESERTEC vorantreiben will. Gleichzeitig würden Stromkonzerne womöglich mobil machen und die Gegner von Windkraftanlagen würden bei einer Überdachung der Autobahnen erst richtig aus der Reserve gelockt werden.
Lessing spricht in seinem Konzept davon, dass Unfallzahlen wegen des Überdachens sogar reduziert werden könnten, weil beispielsweise die Belastungen durch schlechte Sicht mit Nebel oder bei Eis und Schnee verringert würden. Dies kann sicherlich stimmen, allerdings steht dem die Gefahr entgegen, dass vermeintlich leichte Unfälle, wenn ein Auto in die Leitplanke knallt, zu einerm größeren Chaos führen würden, weil die solaren Aufbauten beschädigt würden. Diese große Gefahr müsste untersucht werden bzw. die Konstruktionen jeweils auf solche Fälle hin entwickelt werden.
Diskussion: Was meinen Sie – ist die Sonnenbahn eine überlegenswerte Option für die Zukunft oder doch eher Spinnerei? Schreiben Sie uns Ihre Meinung – jetzt, direkt in den Kommentaren. Wir freuen uns auf anregende Diskussionen!


17:27
>> Wäre doch echt klasse mal einen Piloten für so etwas zu starten.
Die Idee wird (vollkommen zu Recht) auf den Müll wandern. Wenn es – rein hypothetisch – Sinn machen würde Strassen zu überdachen, dann sollte man das tun (möglichst billig). Und wenn es Sinn machen würde, unseren Energiebedarf mit PV zu decken, dann sollte man auch das tun (wiederum möglichst billig). Die Kombination beider Maßnahmen wäre deswegen noch lange keine gute Idee. Es gibt mehr als genug Flächen (z.B. auf Dächern, über Parkplätzen usw.) die sich mit wesentlich weniger Problemen für einen Bruchteil der Kosten mit PV zupflastern und an das Netz anbinden lassen. Warum also ausgerechnet über Autobahnen?
17:50
Warum Autobahnen? Nun ja, weil die Autobahnen also die Fläche auf denen die Gebaut sind dem Staat gehören. Der Staat muss also nicht erst noch Grundstücke erwerben, Dächer mieten usw. Die Energieabtransport ist sicher auch so besser möglich also wenn hier und da kleckerweise kleine Anlagen stehen.
16:07
Hallo Zusammen,
ich bin gerade auf diesen Artikel zur Überbauung von Autobahnen gestoßen. Mich würde nun interessieren inwieweit das Konzept auch bei Kreisstraßen greifen könnte.
Gerade die ca. 100.000 km baumfreien Gemeindestraßen scheinen mir unkomplizierter in der eventuellen Machbarkeit.
Gerade der Ansatz der Finanzierung über ein Volksaktienmodell gefällt mir äußerst gut.
Ich habe einen sehr guten Zugang zur politischen Riege im Kreis Erftstadt bei Köln. Auch die Erftstädter Bevölkerung wäre für solche Konzepte sicherlich auch finanziell zu begeistern.
Zudem entwickeln wir derzeit ein bundesweites Genossenschaftsmodell unter http://www.yingiz.com und suchen gerade nach guten Volksaktien Modellen.
Meine Fragen zu dieser klasse Idee wären:
- Was müsste die Gemeinde machen um eine Bebauung mit “Solarbahnen” zu ermöglichen.
- Welche Einspeisevergütungen könnten realisiert werden?
- ginge das auch bei Park&Ride Parkplätzen?
- Müssten Bebauungspläne geändert werden?
Wäre doch echt klasse mal einen Piloten für so etwas zu starten.
Viele Grüße
Stephan
13:52
Hallo Herren Schulz und Lessing,
ich finde Ihre Visionen Solektron und die Sonnenbahn sehr interessant. Nun wollte ich mal nachfragen, wie das auf unseren Autobahnen von Ihnen geplant wird? Wenn ich Sie richtig verstehe, wollen Sie Herr Lessing, dass die Straßenbauverwaltung selbst investiert und Sie Herr Schulz, dass ein beliebiger Investor sich Ihres Patents bedient. Nun ist das Überbauen unserer Autobahnen so vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung momentan selbst bei Photovoltaikanlagen auf Lärmschutzanlagen trotz des positiven Einwirkens der Bundesanstalt für Straßenwesen recht zurückhaltend bei der Realisierung solcher Projekte.
Das Problem liegt an der aus sicherheits- und unterhaltungsmäßigen notwendigen Erreichbarkeit der Autobahn. Z.B. muss bei einer Tanklaster-Havarie oder eines anderen schwerren Lkw ein Schwerlastkran schnell an Ort und Stelle kommen können, um den Unfallort freizumachen.
Andererseits ist bei Finanzierung durch Private und Verpachtung gewisser Randstreifen der Autobahn durch den Straßenbaulastträger und die gesamten Nachweise zur Standfestigkeit etc. eine große behördliche, verwaltungstechnische Hürde zu nehmen. Wie sollte so etwas aus privater Seite einfach zu vollziehen sein (vor allem bundesweit)?
Die bessere Lösung ist meines Erachtens sicherlich über die Politik zu einem einheitlichen bundesweiten Lösungsansatz zu kommen. Man sollte allerdings der Erreichbarkeit bei Notsituationen eine höheren Stellenwert einräumen. Die Frage, die sich mir da aufdrängt ist vor allem die, ob da 6-8 m Höhe ausreicht.
Zur Brandgefahr habe ich bisher nichts gelesen…was passiert mit der Folie bzw. den Modulen, wenn sie sehr stark erhitzt werden? Werden diese flüssig und tropfen auf die darunterstehenden Fahrzeuge und deren Insassen?
Alles in allem: Tolle Idee
Wenn man die “Staatslösung” von Herrn Lessing favorisiert, ist allerdings vorsicht geboten…es gibt sicher bereits Nachahmer aus dem privaten Sektor, die bei solchen Renditen hellhörig werden und bereits eigene und sicher gänzlich unsoziale Anstrengungen unternehmen, um möglichst viel Rendite für sich abzuschöpfen.
19:37
So das wesentliche auf ein Bild gebracht, so hoffe ich
http://twitpic.com/jum67
den Button + view full size
anklicken und das Bild wird nochmal größer.
gruß Wolfgang
11:52
Wenn es ein größeres Bild von dem Projekt gibt, würde ich es gerne in meine Fotoseite http://twitpic.com/photos/bionik3 bei Twitter mit einer Kurzbeschreibung und Link zu http://www.cleanthinking.de/tag/sonnenbahn/ einkopieren,
meine email: baumbote@yahoo.de
08:20
@ Roxi B. Scheuerle, @ Wolfgang:
Kontrovers diskutieren ist sicher ein deutsches Volkshobby. Geniale Ideen werden besonders gern verrissen – sicher teilweise aus Neid gegen den “Erfinder”. Was mir hier GAR NICHT gefällt: es werden gerne Pseudo-Behauptungen über ungünstige Primärenergieeffizienz von zukunftsweisenden Techniken aus Zaubererhüten gezogen, die zwar nicht belegt werden, aber im neidischen Volk meistens Begeisterung auslösen und – als “selbstlaufendes Vorurteil” kaum jemals wieder auszumerzen sind! Lest doch bitte einmal http://de.wikipedia.org/wiki/Erntefaktor oder die eine oder andere Quelle dazu. Und denkt an eure Verantwortung! FOSSILE ENERGIE ist die Sackgasse. Dieser Fakt sollte nicht durch unsachgemässes Schlechtreden der ERNEUERBAREN verwässert werden!
Grüsse
Bernhard Bauer-Ewert
info@bauer-ewert.de
10:07
hallo marion lehmann, gerne würde mich inhaltlich zu deinem kommentar weiter austauschen.
freue mich über dein mail güsser edgar schmieder
10:04
Da gibt es sicher noch einige Stolbersteine und Hürden zu Überwinden:
http://twitpic.com/h69mj
15:09
Zur Umsetzung der Gedanken braucht es:
1. einen Startpunkt; Warum nicht bei Dresden? Hier konzentriert sich bereits die Solarbranche. Zu “Cool Saxony” käme dann “Hot Saxony”
2. ein Finanzierungsmodell;
Überlegungen: Solarfirmen benötigen irgendwann ein gutes Marketing (der Aufhänger?). Warum also nicht eine Pilotarea aufbauen und bewerben? Dazu muss das Projekt im geeigneten Rahmen vorgestellt werden (wie: Messe, Dresden 2020; Projekt: “electric street saxony” oder “DIE DIGITALE STADT”.
Mit dem Piloten kann es eine weitere Akzeptanz oder Ausbau geben (oder auch nicht). Damit sich Solarfimen engagieren, muss schon ein wenig weiter nachgedacht werden. Das Konzept muss stimmen und die Aussichten ebenso.
Bleiben wir alle also schön offen für Ideen! So könnte dieses Projekt auch in Dresden demonstrativ aufgebaut werden und “noch mehr Licht in Dresden bündeln”. Viel Erfolg!
16:13
Eine weitere Denkweise. Es gibt das Projekt DERTEC. Finde ich gut. Aber langfristig sollte das gebaut werden. Für die Länder in Afrika selbst. Man könnte mit den gewonnen Strom vor Ort große Meerwasserentsalzungsanlagen bauen, die relativ viel Strom brauchen und dann das saubere Wasser dort vor Ort als Trikwasser und zur Bewässerung landwirtschaftlicher Nutzung und auch den Strom zur allgemeinen Stromversorgung verwenden.
15:50
Ich finde diese Idee hervorragend. Störfaktoren wie bei Unfällen, okay da muß man entsprechende Studien durchführen, aber ein Punkt wird total vergessen! Es soll sich mal einer überlegen, wie viele Arbeitsplätze dadurch geschaffen werden. Das Nächste ist genauso wichtig. Wenn eine so große Menge an Photovoltaikpaneelen erzeugt wird, dann wird sich der Preis vermindern. So heißt das, jeder der sich dann eine Photovoltaikanlage zu Hause für den Eigenbedarf aufbauen will, provitiert davon. Zu den Arbeitsplätzen ist zu sagen, daß man für solche Anlagen, Monteure, Elektriker, Stahlbauer und die Module baut auch nicht der Nikolaus. Was schätzt man als zusätzliche Vollarbeitsplätze?
Wäre sicher interessant. Der zweite Punkt ist dann auch noch die Unabhängigkeit vom politischen Ausland durch Öl und Gas. Wie diese Preise ständig durch politisch, millitärische Machtkänpfe durcheinandergebracht werden wissen wir ja. Ehrlich gesagt, fallen mir nicht viele Nachteile dazu an. Herr Lessing ich gratuliere Ihnen zu diesen Vorschlag. Ich hoffe für Sie und einiger, denkenden Personen daß dieses Projekt umgesetzt werden kann. Eines der größten Vorteile besteht darin, daß so ein Projekt stufenweise realtiv schnell umgesetzt werden kann.
12:54
@heinz:
Du schreibst: ” Energie ist einfach Basis für alles und wenn…. ”
das ist richtig erkannt, und wenn sich 150 Jahre nach Beginn der Industriellen Revolution die realen Produktionsverhältnise von den starken demokratischen Menschenarmen hin zu den viel stärkeren leibeigenen Roboterarmen entwickelt hat, ist es an der Zeit Vorschläge zu entwickeln welche diese veränderten Bedingungen berücksichtigen. Besser wäre es natürlich gewesen in dem SFV – Vorschlag ein ” Energiegeld ” in Höhe eines Energieäquivalents von z.B. 1000 kWh pro Kopf und Jahr zu zahlen.
@Soziale Probleme: Hast Du schon ein Forum zu dem Thema gefunden?
gruß Wolfgang
12:20
@Wolfgang:
Ist ja fast ein revolutionärer Ansatz, wobei er mich nicht überzeugt, da er viele Fragen offen lässt. Welche weiteren Auswirkungen dies nach sich zieht. Energie ist einfach Basis für alles und wenn man hier den Endpreis um 50% steigert, dann MUSS man einfach detaillierter auf alle Ebenen eingehen (Verkehr, Industrie, Dienstleistungen und Privatsektor). Ich denke die Initiative SFV des Solarvereins muss erst noch ihre Hausaufgaben machen, um belastbare Argumente liefern zu können.
Mich interssiert aber, sind drohen diese sozialen Probleme tatsächlich? Falls ja, dann ändert der Vorschlag von SFV daran auch nichts, da sie nach dem Gieskannenprinzip handeln und wieder von allen 11,7ct/kWh nehmen (bei 3000kWh/a => 351€/a) und allen 100 EUR zu geben. Damit ist das ja fast ein Nullsummenspiel (vorausgesetzt die 3000kWh/a sind die Rechnung für ein vierköpfigen Haushalt). Mit dem Nullsummenspiel bleiben die drohenden Sozialenprobleme erhalten, da hier die Gemeinheit wieder für die Gemeinheit zahlt.
09:30
@ Soziale Probleme
da gibt’s eine Initiative die sich schon seit längerem damit beschäftigt, aber auch der Solarenergieförderverein, ich zitiere:
“Eine Erhöhung der Energiesteuer, z.B. um 11,7 Cent pro Kilowattstunde Endenergie würde ausreichen, sowohl den Arbeitgeber-Anteil der Sozialversicherung zu ersetzen, als auch für jeden Einwohner ein monatliches Energiegeld von 100 EUR abzuwerfen. Eine fünfköpfige Familie erhielte dann ein zusätzliches, steuerfreies Energiegeld von 500 Euro monatlich. Quelle:
http://www.sfv.de/artikel/energiegeld_z_sozialen_ausgleich_d_energiesteuer.htm
Gruß Wolfgang
13:50
Ich habe mal meine Gedanken um die PV kreisen lassen und möchte folgende Sache zur Diskussion stellen: ist die aktuelle PV-Förderung sozial ausgeglichen, anders werden Reiche bevorteilt und Arme benachteiligt.
Ich habe mir die Frage gestellt, was wird passieren, wenn die Stromkosten der PV auf die Preise absinken, die von den EVUs genommen werden. Also wenn Netzparität erreicht wird.
Ich denke, dann werden viele Hausbesitzer die Investition einer PV-Anlage tätigen und versuchen ihren eigenen Strom, der dann über Jahre hinweg konstante Kosten verursacht, zu produzieren. Wenn die PV nicht produziert, dann wird Energie dem Netz entnommen, bzw. wenn der Eigenverbrauch niedrig ist, dann wir Strom eingespeist. Diesen Weg werden unter der aktuellen Einspeisebedingung sicherlich viele gehen wollen, da es für sie vorteilhaft ist.
Daraus resultiert aber, dass die fluktuierenden Stromquellen deutlich ansteigen und somit mehr Regelenergie, also preislich deutlich teurere Energie notwendig ist. Diesen Preis werden sich die EVUs bezahlen lassen, die allgemeinen Strompreise werden also steigen.
Damit komme ich zu dem Schluss, dass Menschen mit Eigenheim und entsprechenden finanziellen Möglichkeiten die PV auf das Dach installieren. Die übrigen Menschen in Mietverhältnissen oder die nicht über die finanzielle Möglichkeiten verfügen, hingegen mit steigenden Strompreisen rechnen müssen und somit die Schere zwischen Reich und Arm weiter auseinander gehen wird, durch die Erneuerbaren Energie. Wäre schrecklich und ein riesen Prestigeverlust: wenige Reiche profitieren von vielen Armen!?!
Meine Diskussionspunkte sind hier: birgt das aktuelle EEG genau diese Gefahr? Nach dem Motto “denkt jeder an sich, dann ist an alle gedacht” !? Nur einige können das nicht, da sie den finanziellen Rückhalt nicht haben. Was tut die Politik dazu, um hier einen sozialen Ausgleich zu schaffen? Oder wie sollte das ‘neue’ EEG sein, das genau diese Folgen nicht eintreten?
Wäre schön hier Meinungen von interessierte Leuten zu hören? Ggf. sollte man auch ein eigenes Diskussionsforum eröffnen? Freue mich auf Meinungen.