Ein interessantes Projekt aus dem Bereich “Nachhaltiges Bauen” haben die Bayer AG und Masdar, Tochter der Mibadala Development, beschlossen und öffentlich bekannt gemacht. Demnach gehen beide Unternehmen – bei Bayer ist die Tochter MaterialScience AG entscheidend beteiligt – eine umfassende Kooperation ein und wollen in Masdar City ein EcoCommercial Building errichten.
Ende Januar hatten Sultan Ahmed Al Jaber von Masdar und Peter Vanacker von Bayer die strategische Partnerschaft besiegelt (siehe Foto).
Das ECV-Projekt soll Modellcharakter für energieeffizientes und wirtschaftliches Bauen haben. Bei dem Prototyp werde Design vom neuesten Stand der Technik zum Einsatz kommen – unter Abstimmung auf subtropisches Klima versteht sich. Nach der Fertigstellung solle der ECB-Prototyp von Masdar City die Vertretung des EcoCommercial Building-Programms von Bayer MaterialScience für die Region Middle East beherbergen. Den ganzen Beitrag lesen »
Der Masdar Cleantech Fund ist im arabischen Raum weiterhin intensiv auf Brautschau: Nach der gestern verkündeten Partnerschaft mit der Deutschen Bank im DB Masdar Clean Tech Fund, gibt es kurze Zeit darauf schon wieder Neuigkeiten, die zeigen, wie lebendig der Masdar Cleantech Fund derzeit ist – und wie viele Partnerschaften mit den ganz Großen derzeit eingefädelt werden.
Zusammen mit den global agierenden Cleantech Investoren Good Energies, zouk ventures und New Energies Invest hat Masdar jetzt in einer B-Finanzierungsrunde in das Unternehmen Enviromena Power Systems investiert. Das Volumen beläuft sich auf 15 Millionen US-Dollar. Enviromena Power Systems ist der führende Entwickler von Solar-Projekten im mittleren Osten und Nordafrika, also in der MENA-Region, in der das Wüstenstromprojekt Desertec aufgebaut werden soll. Bislang galten vor allem deutsche Unternehmen wie Solar Millenium oder Siemens als wichtigste Player rund um Desertec. Den ganzen Beitrag lesen »
In Masdar City, der Öko-Stadt der Superlative, wird die Zukunft in wenigen Jahren greifbar sein. Jetzt gaben die emissionsfreie Stadt in der Wüste und der Mischkonzern General Electric bekannt, ein Pilotprojekt mit intelligenten Haushaltsgeräten und deren Zweiwegekommunikation zu starten. Das heißt: Zehn der ersten 100 Bewohner der Stadt, die im Masdar Institute of Science and Technology arbeiten und leben werden, sollen an dem Programm teilnehmen. Bei der Kooperation handelt es sich um die weltweit erste Echtzeit-Studie über die Wirksamkeit intelligenter Haushaltsgeräte.
Einerseits sollen diese Personen intelligente Haushaltsgeräte wie Kühlschränke und Herde und Waschmaschinen erhalten, die durch das Smart Grid so gesteuert werden sollen, dass sich der Energiebedarf in der Spitze im Vergleich zu vergleichbaren Städten erheblich reduziert. Die mit Chips ausgestatteten Geräte, die für die Dialogkommunikation zwischen Netz und Gerät sorgen, werden GE Smart Appliances genannt. Andererseits wird jedes Gebäude mit dem Home Management System ausgestattet. Die ersten Geräte sollen Anfang 2010 mit der Fertigstellung der ersten Gebäude in Masdar City eingebaut werden.
Entscheidende Person bei der Umsetzung des Projektes ist Steven Fludder, Vice President of Ecomagination-GE, der seit einigen Jahren bestehenden Initiative von General Electric zur Entwicklung energiesparender Geräte und zur Verbesserung der Energieeffizienz in den Produktionsverfahren. Aufbauend auf den Ergebnissen der Echtzeit-Studie will GE schließlich im Jahr 2011 die ersten kommerziellen Geräte mit intelligentem Innenleben auf den Markt bringen. Bis 2014, so die Ankündigung des Konzern, werde man außerdem über alle Technologien verfügen, die gemeinsam ein “Netto-Null-Energie-Haus” ermöglichen sollen.
Masdar City etabliert sich seit einigen Monaten als echtes CleanTech Cluster und “Labor unter realen Bedingungen”, um intelligente, smarte und ökonomisch wie ökologisch nachhaltige neue Technologien zu entwickeln.
Masdar City, die Ökostadt der Scheichs, ist ein für viele Menschen faszinierendes Projekt – nicht nur, weil ein kleiner Hauch Masdar auch durch Deutschland weht. Ein Wissenschaftler, der sich tagtäglich mit Stadtplanung und Städtebau beschäftt ist Sebastian Seelig von der TU Berlin. Der wissenschaftliche Mitarbeiter am Institut für Stadt- und Regionalplanung hat sich vor fünf Monaten Masdar City angeschaut – und stand Cleanthinking.de für ein interessantes Interview Rede und Antwort.
Cleanthinking.de: Herr Seelig, bitte stellen Sie sich allen Cleanthinking.de-Lesern in drei Sätzen vor!
Sebastian Seelig: Ich bin Stadt- und Regionalplaner, 33 Jahre und arbeite als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Technischen Universität Berlin im Bereich Stadtplanung/Städtebau. Außerdem bin ich freiberuflich als Stadtplaner tätig. Ich arbeite und forsche zu „Low Carbon”-Städten und -Stadtteilen in Schwellenländern, also Siedlungen oder Stadtteile, die wenig oder keine klimaschädlichen Schadstoffe erzeugen.
Cleanthinking.de: Sie beschäftigen sich aus wissenschaftlicher Sicht mit Ökostädten – was zeichnet eine solche Stadt aus und gibt es bereits umgesetzte Beispiele?
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